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Zeitumstellung: Gefahr von Wildunfällen steigt

Berlin (dpa/tmn) - Nach dem Vorstellen der Uhr auf die Sommerzeit (in der Nacht zu Sonntag, den 26. März) fällt schlagartig ein Teil des morgendlichen Berufsverkehrs für eine gewisse Zeitspanne wieder in die Dämmerung. Damit steigt die Gefahr von Wildunfällen, so der Deutsche Jagdverband (DJV). Denn auch die morgendliche «Rush Hour» vieler Wildtiere läuft dann.

Rehe, Füchse, Feldhasen und Co. sind in der Morgendämmerung auf Futtersuche und kreuzen dabei auch die Verkehrswege der Menschen. Auch in der Abenddämmerung ist mit Wildwechsel zu rechnen. Die meisten Wildunfälle im Frühjahr passieren laut DJV in den Monaten März bis Mai.

Augen auf und runter vom Gas

Vor allem auf Strecken, die an unübersichtlichen Wald- und Feldrändern verlaufen, heißt es: vorausschauend fahren, den Straßenrand im Blick halten, Fuß vom Gas und maximal aufmerksam bleiben. Da Tiere ihre gewohnten Routen nicht ändern, ist es besonders auf neu angelegten Straßen durch ländliche Bereiche gefährlich. Besonders unfallträchtige Abschnitte kennzeichnet oft das Schild «Achtung Wildwechsel».

Zeigen sich Tiere, können Abblenden, Hupen und Bremsen einen Zusammenstoß verhindern. Im Ernstfall eine Vollbremsung machen, aber nicht ausweichen. Denn das kann im Gegenverkehr oder an einem Baum schlimmstenfalls tödlich enden. Wichtig: Meist kommt nicht nur ein Tier allein auf die Straße, sondern auch noch Nachzügler.

Was ist nach einer Kollision zu tun?

Lässt sich ein Zusammenstoß mit einem Wildtier nicht verhindern, gilt: Warnblinker anschalten und mit angezogener Warnweste das Warndreieck aufstellen. Dann die Polizei anrufen - auch wenn es keine verletzten Menschen gibt. Sie kann den Wildschaden aufnehmen, was für eine etwaig vorhandene Teil- oder Vollkaskoversicherung wichtig ist.

Je nach Police sind Schäden mit Haarwild wie Rehen, Hirschen, Füchsen, Wildschweinen oder Hasen oder mit allen Tieren abgedeckt.

Tote Tiere sollten zum Schutz vor Infektionen nur mit Handschuhen angefasst und von der Straße gezogen werden. Zu noch lebenden Tieren aber Abstand halten. «Selbst ein Reh kann schwere Verletzungen verursachen», sagt Torsten Reinwald vom DJV.

Tiere nicht verfolgen und auch nicht mitnehmen

Aus falsch verstandener Sorge sollten Autofahrer auch nie ein verletztes Tier ins Auto laden, etwa um es zum Tierarzt zu bringen. «Die ungewohnte Nähe zu Menschen verursacht enormen Stress, der sogar zum Tod führen kann», sagt Torsten Reinwald. Das Einsammeln von toten Tieren wird zudem als Wilderei geahndet.

Ein flüchtendes Tier auch nicht auf eigene Faust verfolgen. Die Fluchtrichtung sollte aber mitgeteilt werden, damit ein Jäger das verletzte Tier aufzuspüren kann.

Laut den Zahlen des DJV sind bei jedem zweiten Wildunfall Rehe verwickelt. Fuchs, Dachs, Marderhund und Waschbär machen 15 Prozent der Unfälle aus - bei jedem zehnten sind Hasen und Kaninchen betroffen. Einen Wildunfall und tote Tiere entlang von Verkehrswegen kann man auch an das Tierfund-Kataster melden - ein Projekt der Jagdverbände und der Universität Kiel zur einheitlichen Erfassung von Wildunfällen. Das Melden geht auch via App (Android und iPhone).