Werbung

Zurück auf dem Wüstenplaneten: Das sind die Kino-Highlights der Woche

"Dune: Part Two" gehört zweifellos zu den größten Kino-Highlights 2024. In einer Hauptrolle, wie schon beim ersten Film vor drei Jahren: Hollywood-Shootingstar Timothée Chalamet. (Bild: 2023 Warner Bros. Entertainment)
"Dune: Part Two" gehört zweifellos zu den größten Kino-Highlights 2024. In einer Hauptrolle, wie schon beim ersten Film vor drei Jahren: Hollywood-Shootingstar Timothée Chalamet. (Bild: 2023 Warner Bros. Entertainment)

"Wir waren Kumpel", "The Zone of Interest" und "Dune: Part Two", die Fortsetzung des gefeierten Sci-Fi-Spektakels von Denis Villeneuve: Das sind die Kino-Neustarts am 29. Februar.

"Nicht verfilmbar", mit dieser Einschätzung blickten bis vor wenigen Jahren noch viele Menschen auf Frank Herberts Romanklassiker "Dune". Weil diese Geschichte so gigantisch, so komplex, so vielschichtig ist. Der große David Lynch versuchte es einmal mit einer Kino-Adaption ("Der Wüstenplanet", 1984), die Sache endete künstlerisch und wirtschaftlich im Fiasko. Dass es aber doch funktionieren kann mit "Dune" und der großen Leinwand, zeigte Denis Villeneuve 2021: Seine Version wurde ein Kassenschlager, erntete hervorragende Kritiken und gewann sechs Oscars. Jetzt wird die Geschichte mit "Dune: Part Two" weitererzählt.

Außerdem neu im Kino: "Wir waren Kumpel" beleuchtet mit tragikomischem Witz das Ende des Steinkohlebergbaus in Deutschland, und der Oscar-Kandidat "The Zone of Interest" erzählt mit Sandra Hüller in einer Hauptrolle von einer trügerischen Idylle im Schatten des Konzentrationslagers Auschwitz.

Paul Atreides (Timothée Chalamet) ist hin- und gergerissen zwischen seinem Durst nach Rache und dem Ruf einer alten Prophezeiung. (Bild: 2023 Warner Bros. Entertainment)
Paul Atreides (Timothée Chalamet) ist hin- und gergerissen zwischen seinem Durst nach Rache und dem Ruf einer alten Prophezeiung. (Bild: 2023 Warner Bros. Entertainment)

Dune: Part Two

Die Vorzeichen sind jetzt andere als noch vor drei Jahren. Von der Skepsis, die vor dem Kinostart des ersten "Dune"-Films von Denis Villeneuve herrschte, ist rund um die Fortsetzung nichts mehr zu spüren. "Dune: Part Two", da waren sich eigentlich alle Fans und Experten schon vor Monaten sicher, wird eines der größten Kino-Highlights 2024. Und sie werden nicht enttäuscht. Denis Villeneuve, wieder als Regisseur und (gemeinsam mit Jon Spaihts und Craig Mazin) Drehbuchautor in der Verantwortung, hält das hohe Niveau des Vorgängers. Er überträgt die ausufernde Geschichte der Romanvorlage auch diesmal wieder geschickt ins Kinoformat, findet spannende Schnittpunkte mit aktuellen gesellschaftlichen Themen, liefert einmal mehr großartigen Sci-Fi-Bombast.

Im Zentrum der Erzählung steht weiterhin der junge Paul Atreides (Timothée Chalamet), der immer noch seinen Platz auf dem Wüstenplaneten sucht. Rache ist ein Motiv, das ihn antreibt, nachdem sein Vater im ersten Teil der Geschichte ermordet wurde. Gleichzeitig zieht es ihn hinein in die Erfüllung einer alten Prophezeiung: Er soll der Auserwählte sein, der Prophet, der die unterdrückte Gruppe der Fremen endlich in die Freiheit führt. Zu den Widerstandskämpfern gehört auch die junge Kriegerin Chani (Zendaya). Zwischen ihr und Paul entwickelt sich eine ebenso leidenschaftliche wie komplizierte Romanze.

"Dune: Part Two" handelt von düsteren Visionen, von Pflichterfüllung und Schicksal, von Hoffnung und von Liebe. Und von einem großen Krieg, der den Wüstenplaneten erschüttert. All das wird wieder eingefangen in überwältigenden Bildern und zusätzlich aufgewertet von einem höchst prominenten Cast. Neben den Hollywood-Shootingstars Timothée Chalamet und Zendaya stehen unter anderem auch (wieder) Rebecca Ferguson, Javier Bardem, Josh Brolin, Stellan Skarsgård, Christopher Walken, Florence Pugh und Dave Bautista sowie Léa Seydoux, Anya Taylor-Joy und Austin Butler auf der Besetzungsliste für dieses 190-Millionen-Dollar-Spektakel.

Die Dokumentation "Wir waren Kumpel" begleitet ein paar Malocher unter Tage. Hintergrund ist die Schließung einer der letzten Steinkohlezechen in Deutschland. (Bild: Catpicks/Elemag/Filmperlen)
Die Dokumentation "Wir waren Kumpel" begleitet ein paar Malocher unter Tage. Hintergrund ist die Schließung einer der letzten Steinkohlezechen in Deutschland. (Bild: Catpicks/Elemag/Filmperlen)

Wir waren Kumpel

Schmutzige Gesichter, ehrliche harte Arbeit, eine verschworene Gemeinschaft unter Tage: Wenn es um den Bergbau geht, um die "Kumpels", die dort unten schuften, schwang in der Vergangenheit immer auch viel rußige Romantik mit. Wobei die Betonung auf der Vergangenheitsform liegt. Vor dem Hintergrund des Klimawandels hat sich der Blick auf das Bergbaugeschäft spürbar verändert, der "Kumpel" ist längst zum Auslaufmodell geworden. Nun setzen Christian Johannes Koch und Jonas Matauschek (Regie & Drehbuch) den Malochern ein filmisches Denkmal.

"Wir waren Kumpel" heißt die Dokumentation, die in Ibbenbüren, Hamm, Essen, Capelle sowie Fulda und Umgebung gedreht wurde, und auch da steckt wieder viel "Es war einmal ..." drin. Koch und Matauschek begleiten und porträtieren ihre Kumpel bei der Schließung einer der letzten Steinkohlezechen in Deutschland. Vor dem Hintergrund des Klimawandels und der damit verbundenen Energiewende ist diese Form des Bergbaus offiziell am Ende - nach mehr als 500 Jahren.

"Wir sind ein Herz und eine Seele", erklärt jemand im Film. Eine andere Figur setzt an: "Mein Opa war im Bergbau, mein Vater auch ...". Koch und Matauschek spielen bewusst mit vielen Klischees, die rund um den Bergbau über Jahrzehnte (oder Jahrhunderte) existierten, konterkarieren diese aber auch immer wieder mit einem Blick auf die Realität. Zum Beispiel, wenn sie von Transfrau Martina erzählen, der angeblich einzigen Frau, die in Deutschland je unter Tage gearbeitet hat. Der Bergbau, nur etwas für "echte Kerle"? So einfach ist es eben nicht. War es nie.

Das Ende der Steinkohlezechen in Deutschland ist sicher nichts, worüber es sich leicht scherzen lässt, die Dokumentation "Wir waren Kumpel" verhandelt ihre Themen aber durchaus auch mit einigem tragikomischen Humor. Etwa, wenn einer der Kumpels staunend einer Klimaschutz-Demo beiwohnt. Wenn sich die Männer gegenseitig unter der Dusche die Rücken schrubben. Oder wenn ein paar alte Bergbau-Haudegen kichernd eine Straße entlangfahren: rechts davon ein großer Schornstein, links ein paar Windräder. Schon komisch, irgendwie. Und doch sind da auch sehr dringende, ernste Fragen: Was bleibt nach dem Ende der Steinkohle-Ära? Und was bringt die Zukunft?

Der Schmutz lässt sich mit genug Seife abwaschen, aber es bleibt doch etwas hängen. "Wir waren Kumpel" spielt mit Klischees, wirft aber auch einen Blick auf die harte Realität des Bergbaus in Deutschland. (Bild: Catpicks/Elemag/Filmperlen)
Der Schmutz lässt sich mit genug Seife abwaschen, aber es bleibt doch etwas hängen. "Wir waren Kumpel" spielt mit Klischees, wirft aber auch einen Blick auf die harte Realität des Bergbaus in Deutschland. (Bild: Catpicks/Elemag/Filmperlen)

The Zone of Interest

Sie ist keine Frau mit Star-Allüren, sie sucht nicht wie viele andere das Blitzlicht-Gewitter, und doch steht sie derzeit im internationalen Fokus wie keine andere deutsche Schauspielerin: Sandra Hüller ist "unsere Frau in Hollywood", war zuletzt auch schon Gast in der Late-Night-Show von Jimmy Kimmel. Der Grund, warum sich gerade alle um sie reißen, ist vor allem das Justizdrama "Anatomie eines Falls". Die französische Produktion ist unter anderem in der Kategorie "Bester Film" für einen Oscar nominiert, zudem könnte Hüller für ihre Darbietung einen Academy Award als beste Hauptdarstellerin gewinnen. Aber selbst, wenn daraus nichts wird, kann Hüller noch Oscar-Gold in die Finger bekommen: Auch der Film "The Zone of Interest", in dem sie eine Hauptrolle spielt, ist für einen Oscar als bester Film nominiert.

In "Anatomie eines Falls" (lief ab November 2023 in den deutschen Kinos) verkörperte Hüller eine deutsche Autorin, deren französischer Ehemann unter ebenso dramatischen wie mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Auch in "The Zone of Interest" erwartet das Publikum keine leichte Kost. Der Titel leitet sich ab vom "Interessengebiet" rund um das Konzentrationslager Auschwitz (ein beschönigender Begriff der SS für das damalige Sperrgebiet), im Mittelpunkt steht SS-Obersturmbannführer Rudolf Höß, der von 1940 bis 1943 Kommandant in Auschwitz war. Höß (im Film Höss) wird von Christian Friedel gespielt. Sandra Hüller schlüpft in die Rolle seiner Ehefrau Hedwig.

Man hört von der anderen Seite der Mauer gelegentlich Schüsse und das Bellen der Hunde, immer wieder mal ziehen dichte Rauchwolken durch den Himmel. Rudolf Höss arbeitet dort drüben, ist verantwortlich für die Abläufe im Konzentrationslager Auschwitz. Hedwig Hess bekommt ihrerseits nicht viel davon mit, was im Lager passiert. Oder hört und sieht sie einfach nur weg? Das Haus der Familie grenzt direkt an die Außenmauer des Lagers, und doch sind es zwei komplett unterschiedliche Welten. Dort das pure Grauen, hier das schicke Familienidyll mit Kaffeekränzchen und mondänen Picknicks im Grünen.

Hedwig Höss will nur das Beste für sich, ihren Mann und die fünf Kinder. Mit großer Hingabe pflegt sie ihren selbst angelegten "Paradiesgarten". Doch auch auf ihrer Seite der Mauer tun sich immer wieder Abgründe auf. Etwa dann, wenn Hedwig sich in einen geplünderten noblen Pelzmantel hüllt, oder wenn sie sich selbst als "Königin von Auschwitz" betitelt. Als Rudolf Höss nach Oranienburg versetzt werden soll, wird das für die Familie zur Zerreißprobe.

"The Zone of Interest" basiert auf dem Roman "Interessengebiet" von Martin Amis, für die filmische Umsetzung ist der britische Autor und Regisseur Jonathan Glazer verantwortlich - ein ganz großer Wurf, nicht nur aufgrund der Leistung von Sandra Hüller. Die BBC bezeichnet "The Zone of Interest" als "gnadenloses Meisterwerk", das Magazin "Spiegel" spricht von einem "künstlerischen Triumph". Insgesamt wurde die amerikanisch-britisch-polnische Koproduktion, die 2023 in Cannes Premiere feierte, für fünf Oscars nominiert.

Die "Königin von Auschwitz": Sandra Hüller verkörpert in "The Zone of Interest" Hedwig Höss, die Ehefrau von Rudolf Höss. (Bild: Leonine)
Die "Königin von Auschwitz": Sandra Hüller verkörpert in "The Zone of Interest" Hedwig Höss, die Ehefrau von Rudolf Höss. (Bild: Leonine)