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10 Fakten über Tennis-Shootingstar Jannik Sinner

Der Tennissport hat einen neuen Superstar: Jannik Sinner aus Italien hat gerade die Australian Open gewonnen und ist auf dem besten Weg nach ganz oben.

Jannik Sinner: Italiens neuer Tennis-Superstar mit der Trophäe der Australian Open (Foto: REUTERS/Issei Kato)
Jannik Sinner: Italiens neuer Tennis-Superstar mit der Trophäe der Australian Open. (Foto: REUTERS/Issei Kato)

Die Karriere des Südtirolers ist so ungewöhnlich wie imposant: Bevor sich der 22-Jährige für den weißen Sport entschied, war er ein passionierter Nachwuchsskifahrer. 10 erstaunliche Fakten über das neue Tennis-Wunderkind.

Geboren in Südtirol – 8 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt

Jannik Sinner ist in Innichen (Italienisch San Candido) im Südtiroler Pustertal in Italien geboren. Der Ort, der ganze 3300 Einwohner zählt, liegt nur 8 Kilometer von der österreichischen Grenze entfernt auf 1.175 Meter Meereshöhe. Südtirol ist traditionell eine mehrsprachige Region, in der Deutsch, Italienisch und Ladinisch gesprochen werden. Aufgrund dieser kulturellen Besonderheit spricht Sinner neben Italienisch auch fließend Deutsch.

Frühe Jahre auf Skiern

Bevor Jannik Sinner dem Tennis seine volle Aufmerksamkeit widmete, war er ein äußerst talentierter Skifahrer. Im beliebten Skigebiet der Drei Zinnen in den Dolomiten aufgewachsen, war Sinner bis zum Alter von 13 Jahren im alpinen Skisport aktiv und nahm erfolgreich an nationalen Juniorenmeisterschaften teil. Diese frühe sportliche Laufbahn auf den Pisten prägte seine physische Kondition, seine Koordination und vor allem seine enorme Beweglichkeit, die ihm später auf dem Tennisplatz zugutekommen sollte.

Die Tenniskarriere beginnt erst mit sieben

Es gibt immer wieder Legenden, nach denen Tennisstars bereits im frühesten Kindesalter begannen, das Racket zu schwingen – Novak Djokovic und Rafa Nadal etwa mit vier Jahren. Fast spät mutet da der Start Sinners an: Unter dem Einfluss seines Vaters Johann, eines Kochs und leidenschaftlichen Tennisfans, begann Sinner im Alter von sieben Jahren mit dem Tennistraining.

Entscheidung für Tennis ein frühes Opfer

Trotz seines Skitalents entschied sich Sinner im Teenageralter für die Tenniskarriere. Im Alter von nur 14 Jahren zog Sinner von zu Hause aus, um sich in der Akademie Piatti Tennis Centre des renommierten Trainers Riccardo Piatti in Bordighera nahe der französischen Grenze ganz einer Tenniskarriere zu verschreiben – 655 Kilometer von seiner Heimat entfernt.

"Als ich 14 Jahre alt war, bin ich von zu Hause weggegangen. Also musste ich ziemlich schnell erwachsen werden, versuchte, für mich selbst zu kochen und Wäsche zu machen", erklärte Sinner vergangene Woche nach seinem großen Triumph bei den Australian Open seinen Reifungsprozess. "Beim ersten Mal ist es anders, aber es war vielleicht der schnellste Weg, erwachsen zu werden. Ich denke, für mich war es hart, aber für die Eltern ist es auch nicht einfach, ihren Sohn mit 14 Jahren zu verlassen."

Anfänge in der Challenger Tour 2018/2019

Trotz seines Durchbruchs in den Top 100 der Juniorenranglisten blieb Sinners Fokus auf der langfristigen Entwicklung seines Spiels. Seine professionelle Reise begann mit 17 Jahren mit schnellen Erfolgen: Gleich bei seinem dritten ATP Challenger-Turnier in Bergamo konnte er im Februar 2019 seinen ersten Turniersieg einfahren. Noch bemerkenswerter: Sinner gewann das Next Generation ATP Finals der jungen Spieler mit einem Alter bis maximal 21 mit nur 18 Jahren als Wildcard. Ende 2019 wurde Sinner erstmals unter den Top 100 der Weltrangliste geführt.

Durchbruch in die Weltspitze 2020-2022

Nachdem sich Jannik Sinner im Corona-Jahr 2020 mit einem ersten Turniersieg in Sofia unter den ersten 50 etabliert hatte, folgte der große Durchbruch im Folgejahr. 2021 konnte Sinner gleich vier Turniersiege, seinen ersten Einzug in ein Masters-1000-Finale und den Aufstieg in die Top 10 feiern. 2022 konnte Sinner weitere Ausrufezeichen mit einigen großen Siegen wie gegen den neuen Aufsteiger Carlos Alcaraz bei seinem ersten Sandplatz-Titel in Umag setzen; größere Erfolge blieben dem Italiener indes wegen Verletzungspausen verwehrt.

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Infografik: Sinner reiht sich in die Grand-Slam-Galerie ein | Statista
Infografik: Sinner reiht sich in die Grand-Slam-Galerie ein | Statista

Australian-Open-Sieg: Grand-Slam-Ruhm mit 22

Dass Sinner den Angriff auf die Weltspitze starten würde, wurde Ende 2023 immer deutlicher. Sinner gewann in Toronto seinen ersten Masters-1000-Titel und spielte vor allem vor heimischer Kulisse in Turin bei ATP Finals groß auf, wo er lediglich im Finale knapp Branchenprimus Novak Djokovic unterlag.

Die Revanche folgte in der vergangenen Woche: Mit einer beeindruckenden Leistung bei den Australian Open konnte Sinner letzten Sonntag seinen ersten Grand-Slam-Titel für sich beanspruchen und damit in einen elitären Kreis aufsteigen. Sinner gelang das Kunststück durch einen Viersatzsieg im Halbfinale gegen die Nummer eins, Novak Djokovic und im Finale durch einen Fünfsatzsieg gegen Daniil Medvedev, die Nummer drei der Weltrangliste. Besonders bemerkenswert: Sinner konnte dabei einen 0:2-Satzrückstand aufholen.

Sinner war bei seinem ersten Grand-Slam-Sieg 22 Jahre alt, was Vergleiche zu anderen Tennis-Legenden schürt. Roger Federer etwa war bei seinem ersten Wimbledon-Triumph mit 21 Jahren und 10 Monaten nur ungleich älter – 19 weitere Grand-Slam-Titel sollten beim Schweizer "Maestro" folgen.

Italiens neuer Nationalheld

Auch jenseits der Tennisplätze ist Jannik Sinner zu einer nationalen Ikone in Italien geworden, gefeiert nicht nur für seine Siege, sondern auch für die Verkörperung Ausdauer und Exzellenz. Vor Sinner hatte mit Adriano Panatta 1976 erst ein Italiener einen Grand-Slam-Titel gewonnen. Zuletzt ließ sich Sinner von den Tifosi beim Besuch des Champions League-Spiels von AC Milan gegen Borussia Dortmund Ende November vergangenen Jahres wie ein Popstar feiern.

Guccis neuer Werbeträger: Mit Monogramm-Muster auf Wimbledons Centre Court

Italiens Vorzeigekonzern Gucci hat das Vermarktungspotenzial des neuen Nationalhelden schnell für sich erkannt. Im vergangenen Sommer etwa überraschte Sinner mit einer groß angelegten Werbekampagne für das Luxus-Modeunternehmen, das Sinner in einem opulenten Shooting in Designerkleidung steckte und mit einem Podcast "Die Reise eines Helden" feierte.

Sinner betrat den Tenniscourt in Wimbledon mit einer vornehmen Gucci-Tasche mit dem berühmten Monogramm-Muster – ein Fashion Statement, das nicht überall gut ankam. Die "NZZ" fragte etwa: "Gehört eine Gucci-Tasche auf den Centre Court?"

Jannik Sinner und seine Gucci-Tasche. (Bild: Clive Brunskill/Getty Images)
Jannik Sinner und seine Gucci-Tasche. (Bild: Clive Brunskill/Getty Images)

Persönlichkeit und Charisma machen Sinner zu Fanliebling

Abseits des Platzes ist Sinner für sein ruhiges, bescheidenes Auftreten bekannt. Trotz seines schnellen Aufstiegs und seiner Erfolge hat er sich eine bodenständige Persönlichkeit bewahrt, die bei Fans, Trainern und Mitspielern gleichermaßen geschätzt wird. Im vergangenen Jahr wurde ihm als Fanliebling der ATP Awards der Spielerorganisation verliehen – eine Auszeichnung, die in den vergangenen 20 Jahren stets Roger Federer oder Rafa Nadal gewonnen hatten.

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