5 Polizisten auf 1 G-7-Demonstranten: Der Versuch, die Polizei zu beschäftigen

Demonstranten beim G-7-Gipfel in Elmau
Demonstranten beim G-7-Gipfel in Elmau

Sie wollten den G-7-Gipfel in Elmau stören, sich Gehör verschaffen und den Politikern die Meinung sagen. Doch all das gestaltete sich für die Demonstranten ausgesprochen schwierig. Schon am Samstag hatten sie keine großen Erfolge vermelden können: Die 3.500 angereisten Aktivisten sahen sich mit 20.000 Polizisten konfrontiert. Im Kindergarten spräche man von einem Betreuungsschlüssel von fünf zu eins. Das Resultat: Keine Ausschreitungen, keine lautstarken Kundgebungen, überhaupt hörte kaum jemand etwas – schon gar nicht Bundeskanzlerin Merkel, US-Präsident Barack Obama oder die anderen Staatschefs, die auf Schloss Elmau zum G-7-Gipfel zusammengekommen waren.

Am Sonntag hatte sich dann offenbar der Frust breitgemacht: Nur noch ein paar Hundert Demonstranten tauchten rund um Elmau auf – und auch die hatten mehr als genug damit zu tun, sich selbst zu organisieren, als dass sie für den G-7-Gipfel eine wirkliche "Gefahr" hätten werden können. Nicht mal bei den Einwohnern konnten sie großen Eindruck schinden. Als einige der Demonstranten laut "A... Anti... Anticapitalista!" rufen, schallt es von einem Balkon zurück: "Ihr müsst schon auf Deutsch rufen!", so die "SZ".

Eigentlich hatten die Aktivisten die Polizei beschäftigen wollen, indem sie sich in zwei Fußmarschgruppen und einen Fahrradkorso aufteilen. Doch das Gegenteil war der Fall: Die G-7-Demonstranten, die die anstrengende Tour durch die Berge gemeistert hatten, wurden von den Beamten problemlos in Schach gehalten. Die Ordnungshüter hätten sich offenbar sogar etwas mehr Action gewünscht, wie ein Tweet der bayerischen G-7-Polizei durchblicken ließ: "Wir vermissen ein wenig die Stimmung mit Musik und Samba von gestern. Wo sind denn die Trommeln?"

Dementsprechend locker gaben sich auch die Polizisten. Von "Kuschelbullen" war laut der "Süddeutschen Zeitung" die Rede. Das liege wohl auch daran, dass die bereitgestellten Mannschaften aus Schleswig-Holstein kommen. "Je weiter nördlich, desto cooler sind die", meint einer der Demonstranten. Diese lässige Truppe hielt dann auch die letzten paar Demonstranten davon ab, bis Schloss Elmau vorzudringen. Hinter einem Bauzaun stehend konnten die Aktivisten lediglich in der Ferne beobachten, wie die Helikopter landeten, die Merkel, Obama und die restlichen Staatsoberhäupter auf dem luxuriösen Anwesen absetzten.