Dramatische Lage der Flüchtlinge an EU-Grenze

Die Bilder von der griechisch-türkischen Grenze sind dramatisch. Verzweifelt harren die Menschen hinter den Absperrungen aus. Die Lage an der EU-Außengrenze ist mehr als angespannt.

Migranten aus Togo harren auf der Straße aus, nachdem sie, aus der Türkei kommend, den Grenzfluss Evros durchquert hatten und von griechischen Soldaten festgenommen worden waren.

Lesbos (dpa) - Die Krise an den griechisch-türkischen Grenzen dauert an. Am Grenzfluss Evros wurden am frühen Donnerstagmorgen Ansammlungen von Menschen auf der türkischen Seite am Grenzübergang von Kastanies beobachtet.

Die Sicherheitsbehörden rechneten nach Berichten des Staatsrundfunks (ERT) mit einem neuen Ansturm von verzweifelten Menschen, die aus der Türkei nach Griechenland und damit in die EU kommen wollen.

Am Grenzfluss Evros müssen die Menschen ausharren. (Bild: Belal Khaled/NurPhoto via Getty Images)

Auf den Inseln der Ägäis, deren Registrierlager heillos überfüllt sind, richten die Sicherheitsbehörden und die Bewohner den Blick in die Meerengen mit der türkischen Ägäisküste. Die starken Winde, die in den vergangenen zwei Tagen herrschten, haben nachgelassen. Die Küstenwache befürchtete einen neuen Versuch von Hunderten Menschen, in den kommenden Stunden überzusetzen.

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Athen kündigte erneut an, alle Migranten, die seit dem 1. März illegal nach Griechenland kamen, in geschlossene Abschiebelager unterzubringen. Asylanträge können diese Menschen nicht stellen, hieß es. «Sie werden von dort in ihre Länder ausgewiesen», sagte Migrationsminister Notis Mitarakis am Mittwochabend im griechischen Fernsehen. Das erste Lager entstehe nahe der nordgriechischen Stadt Serres, teilte er mit.

Im Hafen der Insel Lesbos liegt seit Mittwoch ein Schiff der griechischen Kriegsmarine. Es nahm nach Angaben der Küstenwache mehr als 500 Menschen auf, die nach dem 1. März angekommen waren und abgeschoben werden sollen. Auf den Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos harren zurzeit mehr als 42.000 Migranten aus. Dies teilte das Migrationsministerium mit.

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