Australien im Baby-Fieber: Harry und Meghan umjubelt

Prinz Harry und Herzogin Meghan sehen sich im Taronga Zoo den weiblichen Koala «Ruby» an, die ein nach Meghan benanntes junges mit dem Namen «Joey Meghan» geboren hatte. Foto: Dean Lewins/AAP

Mit der Nachricht vom baldigen Nachwuchs versetzen Harry und Meghan die Australier in Entzücken. Die Gegner der Queen haben es Down Under jetzt noch schwerer. Andere machen schon mal Vorschläge, wie das «Baby Sussex» heißen soll - auch ungewöhnliche.

Sydney (dpa) - Immerhin zwei behalten an diesem Tag in Sydney ihre Fassung: Das Koala-Pärchen Wattle und Ruby in Australiens größtem Zoo lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen.

Weder durch den königlichen Besuch noch durch die vielen Offiziellen und schon gar nicht durch all die Kameraleute. Die beiden hängen einfach nur in ihrem Eukalyptusbaum und kauen sehr gemächlich dessen Blätter.

Das ist es am Dienstag dann aber auch mit der Zurückhaltung. Ansonsten werden Prinz Harry (34) und seine Frau Meghan (37) auf der ersten Station ihrer zweiwöchigen Pazifik-Reise durchweg bejubelt. Auf den Besuch hatten sich viele Australier ohnehin gefreut. Die Nachricht, dass Meghan nächstes Jahr das erste Kind bekommt, Nummer sieben in der Thronfolge, versetzt die Gastgeber nun in Entzücken.

Vor der weltbekannten Kulisse des Opernhauses werden der Herzog und die Herzogin von Sussex von etwa 8000 Leuten bejubelt. Das Fernsehen überträgt live. Allenthalben strahlende Gesichter. Dass oben auf dem Dach der Oper maskierte Scharfschützen postiert sind, stört hier niemanden.

Harry trägt blauen Anzug ohne Krawatte, seine Frau ein enges weißes Kleid einer australischen Designerin namens Karen Gee, auch das noch, und einen Trenchcoat darüber. Australiens Nachrichtenagentur AAP stellt bei der ehemaligen Hollywood-Schauspielerin einen «Hauch von Baby-Bauch» fest, aber das muss man nicht so sehen. Es bleibt noch einiges an Zeit: Termin ist wahrscheinlich Ende März oder im April.

Viele haben trotzdem schon Geschenke für das «Baby Sussex» mitgebracht. Mangels Gelegenheit - die Schwangerschaft ist erst ein paar Stunden zuvor bekannt - hat niemand selbst gestrickte Strampler oder Ähnliches dabei. Die baldigen Eltern bekommen jedoch Blumen, Schokolade und einheimisches Plüsch-Getier im Übermaß. Koalas stehen besonders hoch im Kurs. Wenn das Wattle und Ruby wüssten.

Die ersten Geschenke hat es aber zuvor schon bei der offiziellen Begrüßung gegeben. Der britische Generalgouverneur, Sir Peter Cosgrove, drückt Meghan ein Plüsch-Känguru in die Hand, samt Baby im Beutel. «Joey» sagen die Australier zu Baby-Kängurus, warum auch immer. Aber zur Namensfrage erst später.

Dazu gibt es in kleinster Kindergröße ein Paar der typischen Lammfell-Stiefel, mit denen sich Surfer nach der Zeit im Wasser hier die Füße wärmen. Meghan sagt: «So süß.» Sie scheint sich durchaus zu amüsieren.

Zuvor schon war klar, dass die Tour ans andere Ende der Welt für das junge Paar zu einem ziemlichen Heimspiel werden würde. In Australien ist Königin Elizabeth II. - Harrys Großmutter - offizielles Staatsoberhaupt. Alle Versuche, die Queen durch einen gewählten Präsidenten zu ersetzen, scheiterten. Und Harry ist in einem Land, in dem sich jeder mit «Mate» («Kumpel») anredet, besonders beliebt.

2015 hatten schon sein Bruder, Prinz William, und Herzogin Kate die Australier in Begeisterung versetzt. Die beiden waren seinerzeit mit dem überübernächsten Thronfolger George unterwegs, damals erst zwei. George gilt seither in Australien als «Republikanerschreck». Die Nachricht von noch einem Urenkel macht den Gegnern der Queen das Geschäft nicht leichter.

Mit zunehmender Leidenschaft wird schon auch die Namensfrage diskutiert. Der Schülerin Tara Keogh gelingt es vor der Oper sogar, Meghan einen Vorschlag zu unterbreiten. «Ich habe ihr gesagt, dass sie das Baby Tara nennen soll - so wie ich», berichtet die 15-Jährige. «Sie hat mir gesagt, dass sie darüber nachdenken wird.»

Andere meinen, dass das Kind zur Erinnerung an die jetzige Reise einen typisch australischen Namen bekommen sollte - Kevin, wenn es ein Junge wird, Kylie für ein Mädchen. Die künftigen Eltern schweigen sich vernünftigerweise aus. Von ihnen bekommt man dazu in formvollendeter britischer Höflichkeit nur «Vielen Dank» zu hören. Und: «Schön, dass Sie gekommen sind.»

Die beiden sagen auch nichts dazu, welches Geschlecht ihr Kind haben wird. Harry meint nur: «Wir hätten uns keinen besseren Platz aussuchen können, um anzukündigen, dass wir ein Baby bekommen - egal ob Junge oder Mädchen.» Dass die Nachricht eigentlich in 17.000 Kilometern Entfernung verkündet wurde, lässt er aus.

Die nächsten Tage touren Meghan und Harry nun durch Australien. Dann geht es weiter auf die Pazifik-Inseln Fidschi und Tonga sowie nach Neuseeland. Die Ärzte haben Meghan für alle Stationen grünes Licht gegeben. Die Aufregung wird dann nicht mehr ganz so groß sein, aber es warten noch viele weitere Geschenke. Erst am 31. Oktober geht es zurück, nach 76 Terminen und zwei Wochen näher an der Geburt.