Bayern ist ausländerfeindlichstes Bundesland

In Bayern ist die Ausländerfeindlichkeit laut einer Studie besonders hoch (Symbolbild: thinkstock)

Ausländerfeindlichkeit wird häufig Menschen in den ostdeutschen Bundesländern nachgesagt. Dabei scheint es in Bayern diesbezüglich wesentlich mehr Vorurteile zu geben. Bei einer Studie schnitt der Freistaat in Sachen Toleranz gegenüber Ausländern am schlechtesten ab.

Die Studie hatten die Grünen in Bayern in Auftrag gegeben. Dabei zeigte sich vor allem bei einer Aussage, dass der Freistaat gegenüber Ausländern offenbar sehr voreingenommen ist. So stimmten 33,1 Prozent folgender Aussage zu: „Die Ausländer kommen nur hierher, um unseren Sozialstaat auszunutzen.“ Zum Vergleich: Im restlichen Westdeutschland findet das nur jeder Fünfte. In Ostdeutschland teilen 30,5 Prozent diese Ansicht.

„Unsere Studie zeigt, dass besonders die Abneigung gegenüber andersartig wahrgenommenen Gruppen sehr hoch ist", sagte Studienleiter Oliver Decker von der Universität Leipzig gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. Die negative Einstellung gegenüber Juden, Muslimen sowie Sinti und Roma sei in Bayern besonders ausgeprägt.

Auch die Islamfeindlichkeit scheint weit verbreitet zu sein. So stimmen laut Studie 63,3 Prozent der Bayern folgender Aussage zu: „Der Islam ist eine archaische Religion, unfähig sich an die Gegenwart anzupassen.“ Allerdings ist diese Meinung auch im Osten mit 62,5 Prozent weit vertreten. Im restlichen Westdeutschland finden das 53 Prozent.

Mit der Demokratie als Regierungsform ist mit 95 Prozent allerdings die große Mehrheit der Bayern zufrieden. Dass sich die rechtsextremen Tendenzen nicht in den Wahlergebnissen widerspiegeln, führt Decker auch auf die gute wirtschaftliche Lage zurück. „Die hohe Akzeptanz der Demokratie lebt davon, dass es hier viel zu verteilen gibt. Solange es den Menschen ökonomisch gut geht, äußern sie vielleicht ihren Unmut über bestimmte Dinge, zweifeln aber nicht an Grundlegendem", erklärte er.