Bill Gates warnt vor Corona-Reinfektionen, "bis wir der ganzen Welt geholfen haben"

teleschau
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Der Microsoft-Gründer und Milliardär Bill Gates zeigte sich in einem Interview mit dem US-Sender CNN überraschend optimistisch. (Bild: 2017 Getty Images/Pool)
Der Microsoft-Gründer und Milliardär Bill Gates zeigte sich in einem Interview mit dem US-Sender CNN überraschend optimistisch. (Bild: 2017 Getty Images/Pool)

Bill Gates sieht gute Chancen auf die Rückkehr zu einem "fast normalen" Leben im Herbst. Gleichzeitig warnte der Microsoft-Gründer vor einer möglichen Welle von Corona-Reinfektionen.

Die rasche Entwicklung von Impfstoffen sei "ein Wunder". So euphorisch äußerte sich ein Mann, der selbst als Entwickler Industriegeschichte schrieb -wenn auch auf anderem Gebiet. Im Gespräch mit CNN-Moderator Fareed Zakaria teilte Microsoft-Gründer Bill Gates seine Einschätzung zur Lage der Pandemie.

Der 65-Jährige, der selbst bereits die zweite Impfung mit einem Corona-Impfstoff erhalten hat, zeigte sich im Interview optimistisch, dass zumindest in den USA ab Herbst wieder mit weitgehender gesellschaftlicher Normalität zu rechnen sei: "Ich würde erwarten, dass im Grunde genommen alle Schulen in Betrieb sein werden, und dass in einem gewissen Ausmaß Restaurants und Sportveranstaltungen stattfinden."

Gleichzeitig bemängelte der Milliardär, dass vor allem ärmere Länder nicht ausreichend Zugang zu Impfstoff hätten. "Der Herbst wird fast normal sein, auch wenn wir wegen des Reinfektionsproblems nicht ganz zur Normalität zurückkehren können, bis wir der ganzen Welt geholfen haben", erklärte Gates. Dieses Problem könne das ganze Jahr 2022 über fortbestehen, "wenn wir keine bessere Arbeit leisten".

Bill Gates: Mehr Impfstoff-Fabriken notwendig

Zusätzliche Impfstoff-Fabriken, zum Beispiel in Indien, seien laut dem Unternehmer eine Möglichkeit, die Pandemie nicht nur in den USA, sondern weltweit zu beenden. Die Hersteller AstraZeneca, Johnson & Johnson und Novavax arbeiteten bereits an solchen Projekten, weiß Bill Gates. Erst vor einigen Tagen hatte der US-Amerikaner im Gespräch mit CNBC-Reporter Andrew Ross Sorkin verraten, dass er plane, den gesamten Herbst über Maske zu tragen und Abstand zu halten. Immerhin seien diese Einschränkungen keine "riesige Katastrophe".

In den USA haben bereits 14,5 Prozent der Bevölkerung die erste Impfdosis erhalten, 7,1 Prozent die zweite Dosis. In Deutschland hingegen sieht die Lage anders aus: Hierzulande haben deutlich weniger, nämlich 4,9 Prozent der Menschen zum ersten Mal und 2,5 Prozent zum zweiten Mal den Corona-Impfstoff erhalten.