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Schon gewusst? Acht ungeahnte Fakten zur Pilzinfektion

Richtig schützen können wir uns eigentlich nicht vor ihnen: Pilze nisten sich an fastBildquelle: Fotolia allen Stellen am und im menschlichen Körper ein. Häufig machen sie an Füßen und Nägeln Probleme und besonders fies sind Pilze im Genitalbereich — manche Frauen können ein Lied davon singen. In seltenen Fällen können Pilze bei einem stark geschwächten Immunsystem sogar innere Organe befallen und werden dann zur tödlichen Gefahr. Yahoo! Gesundheit bringt weitere ungeahnte Fakten über die Fuß-, Vaginalpilz und Co. auf den Punkt.

1. Pilz ist nicht gleich Pilz

Wird lebendes Gewebe von Pilzen befallen, bezeichnen Mediziner das als Mykose. Was viele nicht wissen: Je nach Körperregion oder Beschwerdebild stecken viele verschiedene Pilzarten hinter einer Infektion. Fadenpilze, Hefepilze und Schimmelpilze greifen jeweils an ihren bevorzugten Körperregionen an und führen häufig zu unterschiedlichen Symptomen. Deswegen unterscheidet man auch grob zwischen drei Infektionsarten: Die Mykose (Pilzinfektion der Haut), die Onychose (Infektion der Nägel) und die Candidose (Infektion der Haut, der inneren Organe und Schleimhäute).

2. Pilze sind nicht grundsätzlich gefährlich

Viele von uns tragen Pilze wie etwa Hefen der Gattung Candida ständig auf der Hautoberfläche. Auch im Mund und Darm siedeln sie bei manchen Menschen gerne, ohne in irgendeiner Weise krank zu machen. Problematisch wird es nur dann, wenn die Pilze überhand nehmen. Dies passiert, wenn unsere körpereigene Abwehr in schlechter Verfassung ist. Dann können sich sowohl die zuvor „harmlosen" körpereigenen als auch in unserer Umwelt vorhandenen Pilze ungehindert ausbreiten und Erkrankungen hervorrufen.

3. Pilze befallen nicht nur die Haut

Wenn man „Pilzinfektion" hört, denkt man oft nur an den juckenden Hautbefall. Doch es geht auch anders: In manchen Fällen befallen Pilze innere Organe. Beim Menschen handelt es sich dabei um Infektionen, bei denen der Erreger in den Blutkreislauf gelangt und innere Organe befällt. Eine solche systemische Mykose ist eine überaus gefährliche und schwere Erkrankung, die zum Tod führen kann!

Ein Mensch mit intaktem Immunsystem muss sich darüber allerdings keine Gedanken machen: Nur Patienten mit einem sehr geschwächten Immunsystem, wie nach einer Transplantation, Chemotherapie oder Personen mit Immunschwächekrankheiten wie AIDS sind gefährdet.

4. Ein banaler Fußpilz ist nicht immer harmlos

Infiziert man sich mit Fußpilz, dann ist zunächst nur die Oberfläche der Fußhaut befallen. In diesem Stadium sollte der Pilz therapiert werden, da hier die medikamentöse Behandlung am effektivsten anschlägt. Wird Fußpilz hingegen überhaupt nicht angegangen, dann wird er äußerst hartnäckig und breitet sich in manchen Fällen sogar auf andere Körperteile aus. Außerdem kann ein unbehandelter Fußpilz zu ernsthaften bakteriellen Infektionen führen. Der Grund: Die Pilzbesiedlung schädigt die natürliche Abwehr der Haut — dadurch können Bakterien leichter in tiefere Hautschichten eindringen und dort für Entzündungen sorgen.

5. Fußpilz gibt es nicht nur am Fuß

Fußpilz heißt so, weil er besonders häufig am Fuß auftritt. Grundsätzlich kann er sich aber auch an anderen Bereichen des Körpers ansiedeln: Fußpilz kann auf die Nägel übergreifen und zum Nagelpilz werden und bei ungenügender Hygiene sogar auf andere Körperbereiche gelangen. Häufig reicht es schon aus, sich an den juckenden Füßen zu kratzen um dann Pilzteile unter den Fingernägeln ins Gesicht zu verschleppen.

6. Scheidenpilz hat selten etwas mit mangelnder Hygiene zu tun

Wer Pilz hat, der ist unhygienisch" — dieser Satz ist falsch und bei Frauen ist sogar häufig das Gegenteil der Fall: Zu häufiges Waschen im Intimbereich mit aggressiven Reinigern zerstört die natürliche Scheidenflora und ermöglicht so den Pilzen, sich unkontrolliert zu vermehren. Wie wichtig eine intakte Scheidenflora für den körpereigenen „Kampf" gegen die Vermehrung ist, zeigt auch der nächste Punkt.

7. Antibiotika führen häufig zu Scheidenpilz

Antibiotika helfen dem Körper, mit einer bakteriellen Infektion fertig zu werden, indem die Medikamente krankmachende Bakterien vernichten. Leider töten Antibiotika oft auch „gute" Bakterien im Darm und auf Schleimhäuten. Genau das passiert auch bei der Entstehung von Scheidenpilz: Antibiotika stören die natürliche Zusammensetzung der Keimbesiedlung in der Scheidenschleimhaut. Da Antibiotika nicht gegen Pilze wirken, bleibt dem Pilz das Feld überlassen.

8. Auch eine Schwangerschaft kann Genitalpilz begünstigen

Schuld sind veränderte Hormonkonzentrationen, die das Wachstum von Hefepilzen begünstigen - 30 Prozent der Mütter haben am Ende der Schwangerschaft Hefepilze im Genitalbereich. Diese können dann bei der Geburt auch auf das Baby übertragen werden. Das Immunsystem eines Neugeborenen sollte allerdings nicht unnötig überstrapaziert werden. Zudem kann eine Pilzinfektion zu Problemen führen, daher sollte die Pilzinfektion der werdenden Mutter noch vor der Geburt behandelt werden.

Autor: Felix Gussone

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