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Albtraum Geisterfahrer: Wie man sich schützen kann

Solche Warntafeln könnten künftig potentielle Geisterfahrer stoppen. In Bayern gibt es sie schon. (Foto: dpa)Solche Warntafeln könnten künftig potentielle Geisterfahrer stoppen. In Bayern gibt es sie schon. (Foto: dpa)

Es ist der Albtraum eines jeden Autofahrers: plötzlich ist man auf die falsche Fahrbahn geraten und die Fahrzeuge auf der Autobahn kommen einem entgegen. Erst am Sonntag verursachte ein Geisterfahrer auf der A5 bei Offenburg einen Unfall, in dessen Folge sechs Menschen starben. Im Oktober kamen bei Unfällen mit Falschfahrern mindestens 13 Menschen ums Leben. Das Bundesverkehrsministerium und die Landesregierung Baden-Württemberg wollen nun den Schutz vor Irrfahrern verbessern. Yahoo! gibt Tipps, wie man reagieren sollte, wenn einem ein Geisterfahrer entgegenkommt - oder wenn man gar selbst zum Falschfahrer geworden ist.

Wenn man selbst zum Geisterfahrer wird

„Wer auf die Gegenfahrbahn gerät, sollte so weit wie möglich an den Fahrbandrand fahren, Warnblinkanlage und Licht anschalten, über die Schutzplanke steigen und die Polizei über die Nummer 110 verständigen", sagt ADAC-Experte Klaus Reindl. Auf keinen Fall sollte man wenden und zurücksetzen.

Wenn ein Falschfahrer entgegen kommt

Noch gefährlicher ist es, wenn einem ein Geisterfahrer entgegenkommt. Denn wenn man auf der Autobahn plötzlich helle Vorderlichter auf sich zurasen sieht, bleiben oftmals nur Bruchteile von Sekunden, um zu reagieren, an die Seite zu fahren und Platz zu machen. Etwas mehr Reaktionszeit bleibt, wenn man durch die Meldung eines Radiosenders auf einen Falschfahrer vorbereitet ist. „Dann sollte man die Geschwindigkeit verringern, äußerst rechts fahren, ausreichend Abstand halten, auf keinen Fall überholen und notfalls auf den Seitenstreifen ausweichen", sagt Karlo Kreitz von der Polizei Nordrhein-Westfalen. Wer absolut auf Nummer sicher gehen will, verlässt die Autobahn oder Bundesstraße an der nächsten Abfahrt, bis die Gefahr vorüber ist. Sowohl die Polizei als auch der ADAC raten, den Verkehrsfunk zu hören, bis Entwarnung gegeben wird.

Mehr Warnmeldungen als tatsächliche Geisterfahrer

Bis zu 1700 Geisterfahrer werden nach Angaben des Bundesverkehrsministeriums jedes Jahr im Verkehrsfunk gemeldet. Der ADAC will zwischen Dezember 2008 und Dezember 2009 gar bis zu 2800 Meldungen gezählt haben. Nur bei einem Viertel davon seien tatsächlich Autos in der falschen Richtung unterwegs gewesen. Das Risiko, durch einen Falschfahrer tödlich zu verunglücken, sei trotz der aktuellen Vorkommnisse „sehr gering", sagt ADAC-Experte Reindl. Von über 5000 Verkehrstoten im gleichen Zeitraum seien insgesamt 20 Menschen bei zwölf Unfällen gestorben, die von Geisterfahrern verursacht wurden.

ADAC und Polizei sehen kaum Schutzmöglichkeiten

Einen wirksamen Schutz gebe es nicht. „Man kann die Straßen nicht absichern", sagt Reindl. Es gebe zu viele Autobahnauffahrten, Feldwege und Straßen, die an die Autobahnen und Bundesstraßen grenzen. „Und es gibt keine Möglichkeiten zum Schutz, wenn jemand mutwillig auf die falsche Fahrbahn fährt." Auch die Polizei geht davon aus, absichtliche Falschfahrten nicht mit Schildern oder Markierungen verhindern zu können. Durch aufmerksames Fahren könne man nur sichergehen, nicht selbst auf die falsche Spur zu geraten, sagt Polizist Kreitz. Wer einen Falschfahrer bemerke, solle die Polizei über den Notruf 110 informieren.

Deutschland prüft neues Verkehrsschild zur Warnung

Das Bundesverkehrsministerium will nun einem Zeitungsbericht zufolge die Einführung eines neuen Verkehrsschildes prüfen. Es solle helfen, mögliche Falschfahrer an Autobahnauffahrten zu stoppen. In Bayern gibt es seit 2010 Modellversuche mit einem Schild, auf dem eine schwarze Hand auf neongelbem Grund zum Anhalten auffordert. Ergebnisse soll es noch in diesem Jahr geben. Ein ähnliches Schild habe sich in Österreich bewährt, wie es aus dem dortigen Verkehrsministerium heißt. Baden-Württemberg will als Konsequenz des tödlichen Unfalls auf der A5 nun weiße Pfeile auf den Ab- und Auffahrten der Autobahnen auftragen lassen.



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