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WhattsApp: Die neue Lieblings-App der Deutschen

Beliebter als Facebook: Die Deutschen stehen auf WhatsApp. (Bild: ddp images)
Beliebter als Facebook: Die Deutschen stehen auf WhatsApp. (Bild: ddp images)

Es wurde viel kritisiert und auf Alternativen verwiesen, doch genützt hat all dies nichts: WhatsApp ist die beliebteste Smartphone-App der Deutschen. Etwa 20 Millionen Menschen haben den Chat-Dienst installiert und damit den bisherigen Spitzenreiter Facebook von Platz eins verdrängt. Yahoo erklärt, warum WhatsApp so beliebt ist und wo die Gefahren liegen.

Etwa 20 Millionen Deutsche haben WhatsApp auf ihrem Smartphone installiert. Das ergab eine Hochrechnung auf Basis des App-Monitors des Nachrichtenmagazins „Focus“. In den vergangenen vier Monaten konnte der mobile Kommunikationsdienst damit um 20 Prozent zulegen. Der bisherige Platzhirsch Facebook verbuchte nur einen Zuwachs von 8,5 Prozent und verlor mit etwa 18,5 Millionen deutschen Nutzern den Spitzenplatz an WhatsApp. Auf Platz drei kam die Youtube-App, diese haben rund 10,7 Millionen Deutsche installiert.

Darum ist WhatsApp so erfolgreich

Doch warum ist WhatsApp derart erfolgreich? Der im kalifornischen Santa Clara gegründete Messenger war die erste App, die schnelle Verbreitung als SMS-Ersatz erlangte – und das sowohl auf iPhones, Android-Geräten, Blackberrys und Symbian-Handys und Windows Phone. Wer einen Mobilfunktarif gebucht hatte, musste für Kurznachrichten fortan kein Geld mehr zahlen, konnte massenweise lustige Smileys, Fotos und andere Dateien verschicken und das völlig ohne Vorkenntnisse. Wer sich mit mehreren Freunden austauschen will, öffnet einfach einen Gruppenchat.

Praktisch: Die Anwendung synchronisiert sich automatisch mit dem Telefonbuch des Smartphones und entdeckt Kontakte, die WhatsApp ebenfalls installiert haben. Das komplette Adressbuch wird allerdings offenbar immer noch unverschlüsselt an Server in den USA übertragen. Sensible Daten sollten Handynutzer deswegen lieber anderswo speichern. Das Chatprogramm aufpeppen kann man mit zahlreichen weiteren Apps wie „WhatSuite“ (Smileys und Memes), „Z-Art for WhatsApp“ (Smileys, Emoticons, Bilder), „Coole Schriftarten“ und „WhatsApp Beschützer“ (Passwortschutz) sowie „WhatsStat“ (Nutzungsstatistiken).

WhatsApp auf dem PC benutzen

Auf Umwegen kann man WhatsApp auch auf dem Windows-PC nutzen. Dazu muss erst der Emulator „BlueStacks App Player“ und danach die apk-Datei von WhatsApp installiert werden. Um den Emulator überflüssig zu machen, versuchen Entwickler derzeit, einen eigenen Client für Windows zu entwickeln. Mit der App „mySMS“ geht das alles bereits von Haus aus, nur ist die kaum verbreitet. Der Erfolg einer Anwendung hängt allerdings von deren Verbreitung ab.

Siegeszug trotz Sicherheitswarnungen

Den Siegeszug von WhatsApp konnten selbst zahlreiche Sicherheitswarnungen nicht stoppen. Da war die Erkenntnis, dass bei der Android-App der Passwortgenerator unsicher war. Oder eine Sicherheitslücke, wegen der Hacker ziemlich einfach auf Nutzerkonten zugreifen können. Größter Aufreger: Weil die Anwendung die Nachrichten im Klartext und nicht verschlüsselt sendete, konnten Fremde in einem W-Lan-Netz einfach mitlesen, wer seine Freundin vermisst oder heute die Schule schwänzt. Nach der öffentlichen Empörung besserten die Programmierer nach und legten neue Funktionen auf.

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Seit wenigen Wochen kann man mit dem Messenger auch Sprachnachrichten verschicken. Wer zu faul zum Tippen ist oder wer dem entfernt wohnenden Freund die Liebesgrüße lieber ins Ohr hauchen möchte, hält eine kleine Mikrofon-Taste gedrückt, spricht die Nachricht ein, lässt die Taste los und schon wird die Sprachnachricht gesendet. So ersetzt WhatsApp nicht nur SMS, sondern in Teilen sogar das Telefonieren. Wem es allerdings genau darum geht, ist mit auf Onlinetelefonie spezialisierten Apps wie Skype oder Viber besser aufgehoben.

Joyn: WhatsApp-Alternative der Mobilfunkbetreiber

Die Mobilfunkanbieter wollen nicht länger zusehen, wie sie die Handynutzer an fremde Dienste wie WhatsApp verlieren. Vodafone, Telekom und ab Herbst auch O2 unterstützen den Messaging-Dienst Joyn. Mit ihm kann man Nachrichten, Bilder und Videos verschicken und auch videotelefonieren. Bisher ist Joyn allerdings ein Flop. Die meisten Nutzer zweifeln wohl am Nutzen einer App, die kaum einer im Freundeskreis verwendet, während WhatsApp nahezu jeder hat. Selbst das Feature der Videotelefonie spricht nur bedingt für den neuen Dienst: Videotelefonate klappen mit anderen, etablierten Apps ebenfalls. Und es wäre keine Überraschung, wenn die WhatsApp-Entwickler bald eine Telefonfunktion ankündigen würden.