Brand in Japan: Polizei verdächtigt Psychiatrie-Patienten

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Osaka (dpa) - Eine Brandkatastrophe in einer Psychiatrieklinik im japanischen Osaka mit zwei Dutzend Toten war vermutlich die Tat eines Patienten.

Die Polizei verdächtige einen 61-Jährigen, der als Patient der Klinik registriert sei und selber bei dem Feuer schwer verletzt wurde, berichteten japanische Medien unter Berufung auf Ermittlungskreise. Am Unglücksort hätten die Einsatzkräfte Spuren von Öl gefunden.

Bei dem Brand auf der vierten Etage eines Hochhauses der Millionen-Metropole waren am Vortag 24 Menschen - 10 Frauen und 14 Männer - ums Leben gekommen. Insgesamt waren 27 Opfer ins Krankenhaus gebracht worden, darunter auch der mutmaßliche Brandstifter. Er befinde sich in ernster Verfassung, meldete die Nachrichtenagentur Kyodo. Die Polizei habe seine Patientenkarte für die Klinik gefunden.

Es war das schlimmste Feuer in Japan seit einem Brandanschlag 2019 auf ein berühmtes Anime-Filmstudio in der alten Kaiserstadt Kyoto mit 36 Toten. Am Samstag inspizierten rund 20 Polizeibeamte und Feuerwehrleute den Unglücksort in einem achtgeschossigen Gebäude, das an einer belebten Straße in Osaka liegt. Zudem untersuchten die Beamten die rund drei Kilometer vom Unglücksort entfernte Wohnung des mutmaßlichen Brandstifters, wie der japanische Fernsehsender NHK berichtete. Dort hätten die Ermittler einen Brandfleck entdeckt, der nur eine halbe Stunde vor der Katastrophe entstanden sein könnte.

Die Polizei ermittle wegen des Verdachts von versuchtem Mord und Brandstiftung. Der Verdächtigte soll nach Aussagen von Augenzeugen im Eingangsbereich zum Wartezimmer der Klinik eine Papiertüte mit einer Flüssigkeit nahe eines Heizgerätes abgestellt haben. Daraufhin habe der Mann gegen sie getreten und beim Auslaufen der Flüssigkeit diese in Brand gesteckt, hieß es in Medienberichten weiter. Dabei soll es sich um brennbares Öl oder Benzin gehandelt haben.

Das Feuer breitete sich auf einer Fläche von rund 25 Quadratmetern aus, betroffen sei etwa ein Drittel der Klinik. Die Opfer im Alter von etwa 20 bis 70 Jahren könnten an einer Kohlenmonoxidvergiftung gestorben sein, hieß es.

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