"Wir brauchen mehr Zivilcourage": Schwarze Fußballer beklagen Rassismus

teleschau
·Lesedauer: 1 Min.
Gerald Asamoah berichtet im Amazon-Film "Schwarze Adler" von seinen Erfahrungen mit Diskriminierung. (Bild: BROADVIEW Pictures)
Gerald Asamoah berichtet im Amazon-Film "Schwarze Adler" von seinen Erfahrungen mit Diskriminierung. (Bild: BROADVIEW Pictures)

Auch im Jahr 2021 bleibt Rassismus in Deutschland ein Problem - egal ob im Alltag oder auf dem Fußballplatz. Das machen einmal mehr Äußerungen der Ex-Profis Jimmy Hartwig, Gerald Asamoah und Steffi Jones vor dem Start des Amazon-Dokumentarfilms "Schwarze Adler" klar.

Sie kämpften für die deutsche Fußballnationalmannschaft um den Sieg auf dem Platz - und mussten immer wieder Diskriminierung und Ausgrenzung erleben: Der Amazon-Dokumentarfilm "Schwarze Adler" nimmt Fußballprofis mit schwarzer Hautfarbe in den Fokus und lässt sie ihre Geschichte erzählen. Bevor der Film am 15. April bei Amazon Prime Video startet, haben sich im Interview mit dem "Playboy" drei Protagonisten des Films geäußert: Jimmy Hartwig, Gerald Asamoah und Steffi Jones.

"Die schweigende Mehrheit schaltet sich auch heute noch nicht ein, wenn jemand im Stadion oder auf der Straße rassistisch beleidigt wird", beklagte Hartwig in dem Gespräch. Auch Gerald Asamoah, der bei Schalke 04 zur Vereinsikone wurde, schloss sich dem an und sagte dem "Playboy": "Damit so etwas aufhört, brauchen wir mehr Zivilcourage. Wenn Leute bestimmte Dinge von sich geben, muss jemand dazwischengehen und sagen: 'Hey, das hat hier bei uns keinen Platz.'"

Steffi Jones, Ex-Nationalspielerin und später Trainerin der DFB-Frauen, berichtete Erschütterndes aus ihrem Alltag: "Ich bin jetzt 48 Jahre alt und stelle immer noch fest, dass mich viele Menschen nur so behandeln, wie sie mich behandeln, weil ich Steffi Jones bin und sie mich kennen." Menschen, die sie nicht erkennen, würden teilweise aber auch noch heute die Straßenseite wechseln, so Jones.