Pandemie: Corona-Tagebuch: „Berlin ist pandemüde“

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Berlin. Seit Anfang November gilt bundesweit wieder ein Teil-Lockdown, der von Bund und Ländern zunächst bis zum 20. Dezember verlängert wurde. Reporter der Berliner Morgenpost setzen das Tagebuch mit Beobachtungen aus dem Alltag fort.

Montag: Allein, allein. Ich sitze im Homeoffice. Die Stimmung ist down, die Heizung wird auch nicht so richtig warm. Der Lockdown fühlt sich an wie ein endlos langer Totensonntag – und wäre er ein Musikstück, dann klänge er wohl wie Mozarts Requiem in d-Moll. Für dieses Konzert hätten wir Karten gehabt, sie liegen noch auf dem Esstisch. Fiel natürlich aus, wie eben alles ausfällt in diesen Wochen. Zum Heulen. „Was machen wir eigentlich mit den Tickets, kann man die noch irgendwie zurückgeben?“, frage ich den Liebsten. Der sagt resigniert: „Ach, was weiß ich. Ist doch egal. Spenden wir das Geld den Künstlern.“

Mittags steigt meine Laune: Termin im schönen Köpenick. Ein Teil der Salvador-Allende-Brücke wird abgerissen. Der Brücken-Chefingenieur der Berliner Senatsverwaltung führt mich über die Baustelle. Was der Mann alles über Brücken weiß! Er erklärt mir, dass der tonnenschwere Spannbetonbau von mechanischen Seilsägen zertrennt wird. Sozusagen eine OP am offenen Herzen. Auf den Stahlseilen dieser speziellen Sägen sitzen übrigens kleine, feine Diamantköpfe. Klingt das nicht romantisch? Am Ende des Termins beklage ich mich dann auch nicht mehr über den klobigen Baustellenhelm, der mir die Frisur ruiniert. Als ich mir den Kopf urplötzlich – und ziemlich ung...

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