Coronavirus: Drei mögliche Szenarien für die Zukunft

Das neuartige Coronavirus forderte schon über tausend Tote. Die Welt beobachtet den Verlauf der Lungenkrankheit mit Sorge. Wie wird das Ganze enden? Forscher halten drei Szenarien für denkbar.

Mit Schutzausrüstung versuchen die Menschen das neuartige Coronavirus abzuwehren. (Bild: Getty Images)

Covid-19 nennen Mediziner inzwischen das Coronavirus, mit dem sich aktuell weltweit 45.171 Menschen infiziert haben. 1.115 sind an der Lungenkrankheit und ihren Folgen gestorben. In Deutschland gibt es bisher 16 bestätigte Corona-Infektionen. Die Angst vor einer starken globalen Ausbreitung des neuartigen Coronavirus wächst. Doch wie wahrscheinlich ist das überhaupt?

Obwohl die Mehrheit der Erkrankten in China und der besonders betroffenen Provinz Hubei auftreten, betrachten Experten die Entwicklungen mit Sorge. Sie haben drei mögliche Zukunftsszenarien konstruiert.

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Szenario 1: Pandemie

Das schlimmste von allen. Das Virus breitet sich weltweit aus und fordert zahlreiche Opfer. Die letzte Pandemie ist noch gar nicht so lange her. Im Jahr 1957 starben weltweit 1,1 Millionen Menschen durch das damals neuartige Influenzavirus H2N2. Das könnte passieren, wenn es in bestimmten Ländern eine hohe Dunkelziffer mit Corona-Infizierten gibt, die so weitere Menschen anstecken. Es gibt durchaus Experten, die das Pandemie-Szenario für möglich halten: Der Epidemiologe Gabriel Leung von der Universität Hongkong etwa meinte im britischen “Guardian“, dass das neue Coronavirus 60 bis 80 Prozent der Weltbevölkerung infizieren könnte.

Szenario 2: Das Coronavirus wird zur Volkskrankheit

Es ist durchaus realistisch, dass die Lungenkrankheit künftig nur in bestimmten Zeiträumen ausbricht und vor allem immunschwache und ältere Menschen trifft. Ganz ähnlich wie die Grippe. Sollte es nicht gelingen, das Virus in China einzudämmen, wird der Erreger wohl in der Bevölkerung zirkulieren und eben saisonweise im Winter ausbrechen.

Umfrage: Davor haben die Deutschen am meisten Angst

Dafür spricht auch der leichte Übertragungsweg durch Personen, die noch gar nicht ernsthaft krank waren und dennoch andere angesteckt haben. So war es etwa bei der Mehrheit der Fälle in Deutschland, wo eine chinesische Angestellte ihre deutschen Kollegen eines Autozulieferers ansteckte. Wird das Virus zur Volkskrankheit, wäre ein Impfstoff für die Prävention umso wichtiger. Forscher arbeiten bereits mit Hochdruck an möglichen Vakzinen.

Eine Gemeindemitarbeiterin liefert Lebensmittel an die Bewohner im abgeschotteten Wuhan. (Bild: dpa)

Szenario 3: Das Coronavirus läuft sich tot

Noch befindet sich der Großteil der Corona-Infizierten in China. Experten versuchen dort mit Hochdruck, das Virus einzudämmen. Strenge Quarantänen und Einreisebestimmungen sollen letztendlich dafür sorgen, dass die Infektionsketten abreißen und sich die Lungenkrankheit irgendwann nicht mehr weiterverbreiten kann. Das passiert, wenn immer mehr Infizierte den Virus abwehren konnten und ihn so auch nicht mehr weitertragen. Das war etwa so bei der SARS-Pandemie 2002 und 2003. Das Problem ist: Noch wissen die Mediziner und Forscher einfach nicht genug über den Erreger.  Wie leicht und schnell er sich tatsächlich verbreiten kann und wie viele Fälle es in anderen Ländern gibt. “Besiegt“ ist ein Virus erst dann, wenn zwei Inkubationszeiten lang keine neuen Fälle auftreten. Das wäre im Falle des Coronavirus mit 14 Tagen Inkubationszeit also ein Monat.


Fest steht: Sichere Erkenntnisse darüber, wie sich die Krankheit ausbreiten und verhalten wird, gibt es noch nicht. Dennoch sollten wir auf alle drei Szenarien vorbereitet sein. In der Zwischenzeit gilt vor allem eins: abwarten – und Ruhe bewahren.

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