Coronavirus SARS-CoV-2: Die aktuellen Informationen im Liveblog

Mehr als 5,9 Millionen Menschen haben sich mittlerweile weltweit mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt. Alle Informationen des Tages zur Corona-Krise gibt es hier im Liveblog.

Alle aktuellen Informationen zum Coronavirus im Yahoo-Liveblog. (Bild: Getty Images)

Das Wichtigste in Kürze:

  • Weltweit: Über 5,9 Millionen Infizierte (Todesfälle: über 365.100; genesen: über 2,4 Millionen) - Quelle für alle Zahlen in diesem Abschnitt: Johns Hopkins University

  • Bestätigte Fälle in Deutschland: Über 182.900 (Todesfälle: über 8.500; genesen: über 164.200)

  • Am schwersten betroffen sind die USA mit über 1,7 Millionen Infizierten (Todesfälle: über 102.800; genesen: über 406.400)

  • USA: Trump verkündet Abbruch der US-Beziehungen zur WHO

Coronavirus


+++ Weitere Corona-Lockerungen in Italien - Reisefreiheit im Land +++

(30.05.2020, 09:40 Uhr)

Italien bereitet sich auf weitere Lockerungen in der Corona-Pandemie vor. Ab Mittwoch dürfen die Italiener wieder frei von einer Region in eine andere reisen. Es gebe derzeit keine Gründe, warum ein Verbot weiter aufrecht erhalten werden sollte, sagte Gesundheitsminister Roberto Speranza nach einem Treffen unter anderem mit Ministerpräsident Giuseppe Conte am späten Freitagabend. “Die Daten der Beobachtung der Fallzahlen sind ermutigend. Die bedeutenden Opfer während des Lockwdowns haben diese Ergebnisse gebracht.” Ab 3. Juni dürfen auch EU-Bürger wieder nach Italien, ohne danach in Quarantäne zu müssen.

Seit fast drei Monaten waren Reisen innerhalb Italiens nur in notwendigen Fällen erlaubt. Das Land wurde von Covid-19 besonders hart getroffen. Mehr als 33 00 Menschen sind nach offiziellen Angaben gestorben, die Dunkelziffer könnte aber weitaus höher sein. Die Fallzahlen sinken seit langem. Das oberste Gesundheitsinstitut ISS erklärte, es gebe keine “kritischen Situationen” mehr mit Blick auf die Epidemie.

Die Regierung steht unter enormen Druck, das Land wieder zu öffnen, da gravierende wirtschaftliche und soziale Folgen des harten Lockdowns befürchtet werden. Außerdem wirbt Italien wieder um Touristen, da der Tourismus einen bedeutenden Teil zur Wirtschaftskraft beiträgt. (dpa)

+++ Absage an Trump: Merkel will nicht zum G7-Gipfel in die USA fliegen +++

(30.05.2020, 08:47 Uhr)

Kanzlerin Angela Merkel wird voraussichtlich nicht zum geplanten G7-Gipfel in die USA fliegen. “Die Bundeskanzlerin dankt Präsident Trump für seine Einladung zum G7-Gipfel Ende Juni in Washington. Stand heute kann sie in Anbetracht der Pandemie-Gesamtlage ihre persönliche Teilnahme, also eine Reise nach Washington, nicht zusagen”, erklärte ein Regierungssprecher am Samstag auf Anfrage in Berlin. Merkel werde die Entwicklung der Pandemie aber weiter im Blick behalten.

Zuvor hatte das Magazin “Politico” unter Berufung auf Regierungssprecher Steffen Seibert über die Absage berichtet. US-Präsident Donald Trump peilt für Ende Juni ein reales G7-Gipfeltreffen in Washington an. Die US-Hauptstadt und ihr Großraum sind jüngsten Daten zufolge proportional besonders von Corona-Infektionen betroffen. (dpa)

+++ Infektionsmediziner: Schule ohne Abstandsregeln jetzt vertretbar +++

(30.05.2020, 08:00 Uhr)

Die Wiedereinführung von Schulunterricht ohne Abstandsregeln in der Corona-Krise ist nach Auffassung des Kieler Infektionsmediziners Helmut Fickenscher gerade vor den Sommerferien ein guter Zeitpunkt. “Die bisher erfolgreiche Eindämmung des Virus macht dies vertretbar und man kann in den wenigen Wochen bis zu den Ferien Erfahrungen sammeln, bei Gefahrensituationen gegensteuern und hat die langen Ferien als zeitlichen Sicherheitspuffer” sagte Fickenscher der Deutschen Presse-Agentur. “Das ist besser, als nach den Ferien ohne eine solche Erprobungsphase ins neue Schuljahr ohne Abstandsregeln zu starten und dann möglicherweise in schwierige Situationen zu kommen.”

Fickenscher ist Direktor des Instituts für Infektionsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein und Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten.

In Schleswig-Holstein sollen vom 8. Juni an alle Grundschüler wieder in ihren Klassen ohne Abstandsregeln unterrichtet werden. Noch vor den dort am 29. Juni beginnenden Sommerferien sollen zudem alle Schüler aller Schularten zumindest tageweise zusammen kommen. Ab Mitte Juni peilt auch Sachsen-Anhalt für Grundschüler einen Betrieb in voller Klassenstärke an. In Baden-Württemberg ist das ab Ende Juni geplant.

Die Frage, welche Rolle Kinder bei der Verbreitung des Virus spielen, ist noch nicht abschließend geklärt. Eine kleinere Studie des Berliner Virologen Christian Drosten von der Charité hatte Hinweise darauf gegeben, dass sie genau wie Erwachsene das Virus weitergeben können. Andere Forscher haben gefunden, dass Kinder ein geringeres Ansteckungsrisiko haben.

Zu Beginn der sich rasch ausbreitenden Pandemie sei es richtig gewesen, “so vorsichtig wie möglich zu sein”, sagte der Experte. Mit den niedrigen Zahlen an Neuinfektionen habe sich die Situation geändert. Es gehe jetzt um die Abwägung der Verhältnismäßigkeit von Einschränkungen und Risiken. “Wir haben in den vergangenen Wochen eine ganze Menge an Lockerungen erlebt und sind damit bisher überraschend gut gefahren.” (dpa)

+++ Volkswirte befürchten schwere Zeiten für den Arbeitsmarkt +++

(30.05.2020, 07:30 Uhr)

Volkswirte führender deutscher Finanzinstitute befürchten erhebliche und nachhaltige Auswirkungen der Corona-Krise auf Arbeitsmarkt und Konjunktur. “Ich erwarte im Mai einen deutlichen Anstieg der Arbeitslosen von saisonbereinigt 180 000”, sagte Katharina Utermöhl von der Allianz in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Damit wären in nur zwei Monaten 500 000 Jobs verloren gegangen. “Die gesamte positive Entwicklung der vergangenen fünf Jahre auf dem Arbeitsmarkt würde dann ausradiert”, sagte Utermöhl.

“Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat heftig auf den Ausbruch der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Lockdown reagiert”, sagte Jens-Oliver Niklasch von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). «Täuschen die Vorzeichen nicht, wird die Arbeitslosenquote bereits im Mai auf über sechs Prozent steigen, die Zahl von drei Millionen rückt näher. So hoch war sie zuletzt 2016.» Angesichts von zehn Millionen Menschen, für die Kurzarbeit beantragt wurde, drohe eine weitere Welle. «Springt die Konjunktur nicht rechtzeitig und kräftig genug an, wird für viele von ihnen der Weg von der Kurzarbeit direkt in die Arbeitslosigkeit führen.» Vor allem das Gastgewerbe und der Einzelhandel seien gefährdet, sagte Niklasch.

Die Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg will an diesem Mittwoch (3. Juni) ihre Arbeitsmarktstatistik für den Mai bekanntgeben, erwartet werden dann auch neue Zahlen zur Kurzarbeit. (dpa)

+++ Ansturm der Wohnmobile: Küstenorte erwarten Zunahme von Wildcampern +++

(30.05.2020, 07:10 Uhr)

Die Nachfrage nach Wohnmobil-Stellplätzen ist derzeit hoch, die Verfügbarkeit geringer als üblich - Orte an der Nordseeküste in Niedersachsen reagieren zum Pfingstwochenende mit besonderen Maßnahmen auf Wildcamper. “Wir haben zu Himmelfahrt weit über 100 Wohnmobile gezählt, die nicht auf ausgewiesenen Plätzen standen”, sagte Wangerlands Bürgermeister Björn Mühlena (SPD). Vor allem im Badeort Hooksiel gab es viele, die wild kampierten. Für das Pfingstwochenende wurden nun Flugblätter vorbereitet, die an Wildcamper verteilt werden sollen. Solange die Fahrzeuge den Verkehr nicht behindern oder an gefährlichen Orten wie dem Hafen bleiben, will die Gemeinde Kulanz zeigen.

Auch im Kreis Aurich gibt es Verständnis für die Urlauber. “Wir haben ein erhöhtes Aufkommen gegenüber den Vorjahren, aber deutlich weniger nutzbare Stellplätze durch die Verordnung”, erklärte der Geschäftsführer der Tourismusorganisation in Dornum, Rolf Kopper. Maximal 60 Prozent dürften besetzt werden. Um die Lage zu entspannen, kann vorübergehend auch eine Wiese neben dem Campingplatz genutzt werden.

Dort ließen sich immerhin Chemietoiletten und Müll entsorgen und Abstände kontrollieren, erklärte Kopper: “Auf dem Supermarktplatz oder am Waldweg stehen die eventuell dicht an dicht.” In Greetsiel wird in der Nähe des eigentlichen Campingplatzes ein öffentlicher Parkplatz für Wohnmobile freigehalten. Allerdings nur fürs Parken, betonte der Sprecher der Gemeinde Krummhörn, Fritz Harders: «Campingstühle und -tische dürfen nicht ausgepackt werden.»

“Die vorhandenen Stellplätze könnte ich drei- bis viermal vermieten”, sagte der Geschäftsführer der Tourismus und Bäder der Stadt Norden, Armin Korok. Die Wirtschaftsbetriebe der Stadt betreiben einen Wohnmobilplatz. Ein Sicherheitsdienst überwacht nun den benachbarten Pkw-Parkplatz, auf den abgewiesene Wohnmobil-Fahrer gern mal auszuweichen versuchen. (dpa)

+++ Zahl der Corona-Verstöße in manchen Bundesländern rückläufig +++

(30.05.2020, 06:20 Uhr)

Die Zahl der erfassten Verstöße gegen die Corona-Auflagen ist in den ersten Bundesländern rückläufig. Sie gehe kontinuierlich zurück, sagte etwa Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (CDU). Gleichzeitig appellierte er angesichts des langen Pfingstwochenendes an die Bevölkerung, die Abstands- und Hygieneregeln weiter einzuhalten. Die Gefahr durch das Coronavirus sei noch nicht gebannt.

Vom Innenministerium in Nordrhein-Westfalen gab es bereits vor gut einer Woche solche Meldungen: Waren in den ersten Wochen der Corona-Auflagen 2000 bis 2500 Ordnungswidrigkeiten pro Woche im bevölkerungsreichsten Bundesland registriert worden, sank ihre Zahl auf zuletzt gut 300.

Ein ähnliches Bild ergibt sich in Hessen, wo seit Inkrafttreten des dortigen Corona-Bußgeldkatalogs Anfang April rund 6300 Ordnungswidrigkeiten wegen Verstößen registriert wurden. Davon wurden etwa 5000 allein im April verzeichnet und 1200 im Mai, wie das Innenministerium in Wiesbaden mit Blick auf den Stichtag 27. Mai mitteilte.

Offen blieb, ob die Rückgänge der Verstöße auch damit zusammenhängen, dass Polizei und Ordnungsämter womöglich inzwischen wieder weniger kontrollieren. In Polizeiberichten der vergangenen Wochen waren immer wieder Beispiele wie Verstöße während Anti-Corona-Demos oder illegale “Corona-Partys” enthalten. (dpa)

+++ Erster Sonderflug mit 200 gestrandeten Deutschen in China gelandet +++

(30.05.2020, 06:00 Uhr)

Mit einem ersten Sonderflug sind rund 200 in China tätige Vertreter der deutschen Wirtschaft oder Angehörige, die durch die Corona-Pandemie in Deutschland feststeckten, am Samstag in Tianjin gelandet. In der nordchinesischen Metropole müssen die meisten Heimkehrer - je nach Zielort in China - zwei Wochen in Quarantäne, bevor sie weiterreisen können. Der Lufthansa-Charterflug war von der deutschen Handelskammer in China in Zusammenarbeit mit der Botschaft und der chinesischen Seite organisiert worden.

Nach der starken Ausbreitung des Erregers Sars-CoV-2 auch in Deutschland und anderen Ländern hatte China im März die Grenzen für Deutsche und andere Ausländer dicht gemacht und gültige Visa ausgesetzt. Dadurch strandeten viele Wirtschaftsvertreter oder Familienmitglieder, die während der vorangegangenen Viruswelle in China nach Deutschland geflüchtet waren. Rund 2000 bis 2500 Personen haben ihr Interesse bekundet, nach China zurückzukehren. (dpa)

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