Das schwärzeste Schwarz: Wissenschaftler lässt Diamanten verschwinden

Moritz Piehler
Freier Autor
Links der 2 Millionen Dollar teure Diamant. Rechts das Kunstprojekt ganz in Schwarz. (Foto: MIT / Twitter)

Wie schwarz geht es noch? Wissenschaftler am Massachusetts Institute of Technology (MIT) in den USA haben jetzt die neueste Variante des schwärzesten Farbtons präsentiert. Als Beweis ließ ein Künstler einen Diamanten verschwinden.

Gerade erst wurde auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) in Frankfurt der neue BMW X6 Vantablack vorgestellt. Sein Äußeres ist in eben jenem Vantablack-schwarz lackiert, das als das tiefschwärzeste Schwarz aller Zeiten galt. Doch schon ist es wieder schwarzer Schnee von gestern. Denn am MIT ist eine neue high-tech Farbe entwickelt worden, die noch mehr Licht schluckt.

Dietmut Strebe ist “Artist-in-Residence” am renommierten MIT Center for Art Science and Technology im US-Bundestaat Massachussetts. Er ließ jetzt mithilfe des neuentwickelten Schwarztons einen 2 Millionen teuren Diamanten “verschwinden”.

Das Kunstwerk, das gemeinsam mit dem Astronautik-Professor Brian Wardle entstand, heißt “The Redemption of Vanity”, also die Erlösung der Eitelkeit. Es ist wohl kein Zufall, dass das Werk mit ausgerechnet diesem Titel in der New Yorker Börse ausgestellt wird. Dort ist der schwarzgepinselte Diamant noch bis zum 25. November zu sehen.

Wissenschaftlich betrachtet beschreibt das MIT in seiner Pressemeldung die Kohlenstoff-Nanoröhren als “mikroskopisch kleine Kohlenstofffaser, etwa wie ein fusseliger Wald voller Miniaturbäume, die auf der Oberfläche einer Aluminiumfolie wachsen.” Laut Angaben des MIT schluckt die Folie mehr als 99,96 Prozent allen Lichts. Damit wäre es tatsächlich das schwärzeste Schwarz, das bis jetzt entdeckt wurde und fast zehnmal so schwarz, wie alles bisher Dagewesene. Für das menschliche Auge sind die Unterschiede allerdings kaum wahrnehmbar.

Noch schwärzer als schwarz? Auf der IAA in Frankfurt am Main präsentierte BMW gerade erst den X6 Vantablack, jetzt ist er schon übertrumpft. (Bild: Tobias Schwarz/AFP)

Der bisherige Champion Vantablack wurde 2014 von dem britischen Unternehmen Surrey NanoSystems der Öffentlichkeit vorgestellt. Das Material ist vor allem in der Produktion von optischen Instrumenten interessant und wird in der Luft- und Raumfahrttechnik verwendet.

Das MIT bietet Künstlern das neue Material aber auch an, um Kunstwerke damit zu schaffen. Auch die beiden Erschaffer des Diamantenprojektes freuen sich auf die kreative Nutzung der Schwärze. In einem Statement schrieben Strebe und Wardle: “Wir glauben nicht an exklusiven Besitz von Materialien oder Ideen für Kunst und haben deshalb unsere Methoden für jeden Künstler zugänglich gemacht.”