"Die Hand Gottes": Brasilianische Krankenschwester schenkt Patienten Nähe

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Eine Krankenschwester in Rio de Janeiro versorgt einen Covid-Patienten. (Bild: Buda Mendes/Getty Images)
Eine Krankenschwester in Rio de Janeiro versorgt einen Covid-Patienten. (Bild: Buda Mendes/Getty Images)

Brasiliens Krankenhäuser stehen in der Pandemie vor dem Kollaps. Eine Krankenschwester versucht nun zumindest mit diesem einfachen Trick, Covid-Patienten ein wenig menschliche Nähe zu vermitteln.

Das Gesundheitssystem in Brasilien ist angesichts weiter steigender Zahlen längst überlastet. Täglich gibt es inzwischen mehr als 4000 Corona-Tote, die Gesamtzahl der an oder mit Covid-19 verstorbenen Brasilianer ist mittlerweile bei 345.000 angelangt, der zweithöchste Wert weltweit. Und wie überall versuchen Mediziner und Pflegekräfte verzweifelt und mit aller Kraft, das Leiden der Patienten zu lindern. Dazu gehört neben der medizinischen Versorgung der Infizierten auch der soziale Aspekt. Denn wegen der hohen Ansteckungsgefahr müssen Patienten oft isoliert werden. Das bedeutet auch, über Tage und Wochen keinen Besuch von Verwandten und Freunden zu erhalten. Und auf jede Art von körperlichem Kontakt zu verzichten.

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Eine brasilianische Krankenschwester ließ sich deshalb etwas besonders einfallen, um ihren Patienten wenigstens das Gefühl von menschlicher Nähe geben zu können. Sie füllte zwei Schutzhandschuhe mit heißem Wasser und legte sie um die Hände von Isolations-Patienten. Der Reporter Sadiq Sameer Bhat entdeckte die einfache Erfindung der Krankenschwester und teilte ein Foto auf Twitter. Dazu titelte er: "Die Hand Gottes". Dies sei eine deutliche Ermahnung daran, wie kritisch die Situation auf der Welt immer noch sei, schrieb Bhat. 

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Brasilien gehört immer noch zu den Ländern, die der Corona-Pandemie am wenigstens entgegen zu setzen haben. Das liegt auch daran, dass Präsident Jair Bolsonaro die Auswirkungen des Covid-19 Virus nach wie vor klein redet und sich weigert, landesweite Konsequenzen zur Bekämpfung durchzusetzen. Gerade erst sprach er sich trotz steigender Infektionszahlen gegen einen Lockdown aus.

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Auch das Impfen geht in dem 200 Millionen Einwohner-Land nur schleppend voran. Erst knapp drei Prozent der Bevölkerung ist vollständig geimpft, knapp neun Prozent haben zumindest schon eine Dosis des Impfstoffes erhalten. Daneben sorgen neue, ansteckendere Corona-Mutanten für mehr Gefahr. Immer wieder wiesen Pflegekräfte und Medizin-Experten auf das kollabierende Gesundheitssystem hin. Die hilflos-freundliche Geste der Krankenschwestern ist ein trauriges Symbol für das Versagen der Bolsonaro-Regierung, die Menschen in Brasilien zu schützen.

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