Donnerstag, 17.05.2018: Was Sie heute wissen müssen

Tornado fegt über die nordrhein-westfälische Ortschaft Viersen und hinterlässt eine Schneise der Verwüstung. Trump nennt Einwanderer “Tiere”, die Empörung ist groß. Zeugen berichten von israelischen Luftangriffen auf den Gaza-Streifen und Stürmer Sandro Wagner verlässt die National-Elf – das sind die wichtigsten Nachrichten des Tages.

Schwere Unwetter verwüsten Ortsteil in Viersen, Nordrhein-Westfalen. (Bild-Copyright: Theo Titz/dpa)

Tornado fegt über Ortsteil in Nordrhein-Westfalen

Am frühen Mittwochabend wütete ein Tornado in Viersen, in der Nähe von Schwalmtal und hinterließ laut Behörden eine “Schneise der Verwüstung”. Zahlreiche Bäume sind umgeknickt und 40 bis 50 Häuser im Ortsteil Boisheim beschädigt, teilte die Stadt mit. Laut der ortsansässigen Polizei habe es einen Schwerverletzten gegeben. Die Person sei von dicken Ästen getroffen und schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt worden, heißt es. Zudem gebe es einen Leichtverletzten.

Die Bahnstrecke Mönchengladbach-Venlo musste gesperrt werden, teilte die Polizei mit. Auch mehrere Straßen waren zunächst nicht mehr befahrbar. Betroffen war auch die Autobahn 61 von der niederländischen Grenze Richtung Mönchengladbach. Im Internet gibt es zahlreiche Videos, mit denen die User das Wetterphänomen dokumentiert haben.

Trump nennt Einwanderer “Tiere”

Bei einem Treffen mit kalifornischen Politikern schockte Trump mit einer rassistischen Äußerung. (Bild-Copyright: Evan Vucci/AP Photo)

Erneut sorgt US-Präsident Donald Trump mit einer Äußerung über Einwanderer für Empörung: Er bezeichnete sie als “Tiere”. Trump ließ die abfällig Bemerkung bei einem Treffen mit Vertretern der Lokalpolitik, mit denen er über die “Zufluchts-Gesetze” von Kalifornien diskutierte, fallen. Der liberale Staat weigert sich, bei Abschiebungen mit den Bundesbehörden zusammenzuarbeiten. Die Folge: Selbst wenn “illegale Einwanderer” von der örtlichen Polizei festgenommen werden, werden sie nicht bei der Bundesbehörde für Einwanderung gemeldet, eine Abschiebung kann so nicht eingeleitet werden – und das ist Trump ein Dorn im Auge.

“Wir haben die dümmsten Einwanderungsgesetze der Welt”, wetterte Trump unter anderem laut “Bild”. “Wir haben Leute, die ins Land kommen, von denen man gar nicht glauben mag, wie böse sie sind. Dies sind keine Menschen. Dies sind Tiere!” Diese verbale Attacke löste einen Aufschrei der Empörung unter Amerikas Demokraten und Minderheiten aus. Der kalifornische Gouverneur Jerry Brown meinte in einem Tweet:

“Trump lügt, wenn es um Einwanderung geht. Er lügt über Kriminalität. Ein paar Republikaner einzufliegen, die ihm schmeicheln und dann seine verantwortungslose Politik loben, ändert nichts. Wir, die Bürger des fünftgrößten Wirtschaftssystems der Welt, sind nicht beeindruckt.”

Währenddessen stellen sich die europäischen Staaten geschlossen gegen die Iran-Politik von Trump. Beim EU-Gipfel in Sofia forderte EU-Ratspräsident Donald Tusk eine “geeignete europäische Front”. Die EU müsse bekräftigen, dass sie an dem Abkommen festhalte, solange dies der Iran tue. Zugleich stellt sich die EU-Kommission darauf ein, ein Gesetz zur Abwehr von US-Sanktionen zu reaktivieren. “Wir werden uns nach Optionen umschauen, europäische Unternehmen vor negativen Konsequenzen der US-Entscheidung zu schützen”, sagte Tusk.

Israel fliegt Luftangriff auf Gaza-Streifen

Luftgefechte am Gaza-Streifen. (Bild-Copyright: Ariel Schalit/AP Photo)

In der Nacht zu Donnerstag hat die israelische Luftwaffe erneut Angriff auf Ziele im Gaza-Streifen geflogen. Zeugen berichten von Explosionen. Ziel seien Einrichtungen der radikalislamischen Hamas gewesen, teilten die Streitkräfte über Twitter mit.

“Vier der Ziele waren Gebäude und terroristische Infrastruktur in einem Militärkomplex und drei weitere waren Waffenproduktionsstätten”.

Die Luftangriffe seien ein Vergeltungsschlag für die schweren Maschinengewehrfeuer auf die israelische Ortschaft Sderot an der Grenze zum Gazastreifen, heißt es.

Sandro Wagner tritt aus National-Elf zurück

Stürmer Sandro Wagner verlässt die deutsche Nationalmannschaft nach WM-Aus. (Bild-Copyright: Ina Fassbender/dpa)

Stürmer Sandro Wagner zieht nach der Nicht-Nominierung zur DFB-Elf für die Fußballweltmeisterschaft in Russland harte Konsequenzen: Er verlässt mit sofortiger Wirkung die Nationalmannschaft. “Ich trete hiermit sofort aus der Nationalmannschaft zurück”, erklärt der Bayern-Torjäger im Interview mit der “Bild”-Zeitung. “Für mich ist klar, dass ich mit meiner Art, immer offen, ehrlich und direkt Dinge anzusprechen, anscheinend nicht mit dem Trainerteam zusammenpasse. Meinen Jungs wünsche ich nur das Beste in Russland und hoffe, dass sie als Weltmeister zurückkommen.“

Wagner war fest davon überzeugt, mit der Mannschaft von Joachim Löw zur WM in Russland zu fliegen. Die DFB-Entscheidung hat ihn tief getroffen. “Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich nicht enttäuscht bin. Die WM wäre eine tolle Sache gewesen.” Nach dem WM-Aus wolle er sich nun auf seinen Verein konzentrieren. “Das Wichtigste in meiner beruflichen Karriere ist ganz klar, dass ich wieder bei Bayern München spiele, dem Verein, den ich liebe.“

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