Duell der Aufsteiger am Freitag

Hannover 96 und VfB Stuttgart spielten in der vergangenen Saison noch in der Zweiten Liga

Andre Breitenreiter war schlecht gelaunt. Sein Neun-Millionen-Mann Jonathas sei im Training ausgerutscht, berichtete der Trainer von Hannover 96 genervt. Sehnenteilriss im Oberschenkel. "Jonathas wird bis zum Ende des Jahres nicht zur Verfügung stehen", sagte der 44-Jährige vor dem Duell am 13. Spieltag gegen den Mitaufsteiger VfB Stuttgart am Freitag (20.30 Uhr im LIVETICKER): "Sehr ärgerlich." Und zwar in doppelter Hinsicht.

Schlechte Trainingsbedingungen in Hannover

Denn die Verletzung habe sich der bullige Brasilianer nur deshalb zugezogen, weil die Niedersachsen im nassen Herbst unter "problematischen Platzverhältnissen" leiden. Ein Trainingsplatz stehe wegen einer fehlenden Drainage derzeit nicht zur Verfügung, ein anderer sei wegen der vermehrten Benutzung stark in Mitleidenschaft gezogen worden. Und so wird die Freude über den überraschend starken Saisonstart in Hannover gerade etwas gedämpft. (Ergebnisse und Spielplan)


Doch Breitenreiter blickte auch schon wieder nach vorne. "Die Jungs spielen eine klasse Saison", sagte er und zeigte sich auch von den Schwaben beeindruckt - schließlich mischen die beiden Aufsteiger die Liga ziemlich auf. Hannover könnte mit einem Sieg immerhin für eine Nacht auf einen Champions-League-Platz springen, Stuttgart will hingegen die Niedersachsen überflügeln.

Doch dafür müsste das Team von Trainer Hannes Wolf ohne die verletzten Chadrac Akolo und Daniel Ginczek erst einmal seinen Auswärtsfluch beenden - die Schwaben holten noch nichts Zählbares auf fremden Plätzen.

VfB-Coach Wolf hofft auf ersten Auwärtssieg

"Wir wissen, dass wir auswärts punkten können, am Freitag wollen wir das auch beweisen", sagte Wolf, dessen Mannschaft mit dem Sieg gegen Borussia Dortmund zuletzt noch einmal Selbstvertrauen tankte: "In Hannover müssen wir genauso in jeder Aktion ans Limit gehen, wie wir dies zuletzt getan haben. Wir müssen mutig sein und mit Herz spielen."

Lange gehörte das Herz von Ron-Robert Zieler Hannover, der Keeper der Stuttgarter spielte von 2010 bis 2016 an der Leine und ein Jahr in England bei Leicester, bevor er nach Stuttgart ging. Das Duell mit seiner alten Liebe wird für den 28-Jährigen ein ganz besonderes Spiel.

Torwart Zieler kehrt zurück

"Ich bin in dieser Zeit Nationalspieler und Weltmeister geworden. Und ich habe abseits des Platzes Freundschaften geschlossen, die über den Tag hinaus Bestand haben", sagte Zieler im Interview mit der Hannoverschen Allgemeinen: "Auch deshalb hat es mich wahnsinnig geschmerzt, dass wir abgestiegen sind. Ein wahnsinnig bitterer Moment. Für ganz 96, aber auch für mich persönlich."

Auf der anderen Seite spielte Harnik sechs Jahre lang für Stuttgart und stieg 2016 ebenfalls ab, wechselte dann aber nach Hannover. Der Österreicher blühte wieder auf und war mit seinen Treffern ein Garant für den direkten Wiederaufstieg. Gegen Stuttgart ist er nun besonders motiviert: "Es spielen viele bekannte Gesichter mit, ich freue mich auf das Spiel und möchte wieder jubeln." In der 2. Liga gewann Hannover beide Spiele.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen