Ehemaliger US-Präsident Trump erntet Kritik, weil er am 9/11-Jahrestag Boxkampf kommentiert

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Anstatt der Opfer zu gedenken, kommentiert der ehemalige US-Präsident Donald Trump am 20. Jahrestag der Anschläge vom 11. September 2001 einen Boxkampf. Das nehmen im viele US-Amerikaner*innen übel.

Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, wird am kommendem Samstag einen Boxkampf kommentieren
Donald Trump, ehemaliger Präsident der USA, wird am kommendem Samstag einen Boxkampf kommentieren. Gleichzeitig markiert der Tag das 20. Jubiläum der 9/11-Anschläge. Foto: Reuters / Octavio Jones

Am Samstag jähren sich die Anschläge vom 11. September 2001, bei dem das islamistische Terrornetzwerk „Al-Qaida“ unter anderem das New Yorker World Trade Center zerstört hat, zum 20. Mal. Wenn viele US-Amerikaner*innen innehalten und den knapp 3.000 Opfern gedenken, wird gleichzeitig ihr ehemaliger Präsident Donald Trump auf die große Bühne zurückkehren.

Gemeinsam mit seinem Sohn Donald Trump Jr. will er live einen vielbeworbenen Boxkampf kommentieren. Für dieses Vorhaben werden die Trumps gerade vor allem auf Twitter lautstark kritisiert.

Boxfan seit Jahrzehnten

Es handelt sich um den Kampf zwischen dem 58-jährigen ehemaligen Schwergewichtsweltmeister im Boxen, Evander Holyfield, und dem 44-jährigen ehemaligen Mixed Martial Arts-Weltmeister, Vitor Belfort. Übertragen wird er von dem kostenpflichtigen Streamingdienst Fite TV.

Trump ist schon lange Fan des Kampfsports. Er hat bereits in den 80er- und 90er-Jahren, das berichtet ESPN, zahlreiche Boxkämpfe in seinen Hotels in Atlantic City veranstaltet.

Trump wird das Datum vorgeworfen

Doch nicht die Rückkehr Trumps in die Boxwelt ist nun Grund für die Empörung auf Twitter. Sondern einerseits, dass er sich diese teuer bezahlen lassen will: Der Doppel-Trump-Kommentar kostet 49,99 US-Dollar (umgerechnet rund 42 Euro).

Andererseits wird Trump der Zeitpunkt vorgeworfen: Dass er sich ausgerechnet 9/11, wie der Tag nach dem US-amerikanischen Datum benannt wurde, ausgesucht hat, um über Sport zu reden.

Und nicht über den historischen Schreckenstag, wie es etwa sein Amtsnachfolger Joe Biden macht. Der hat geplant, am Samstag alle drei Ziele der Selbstmordanschläge von 2001 zu besuchen.

Nicht anderes gewöhnt

„Das ist, was der ehemalige US-Präsident und lebenslange New Yorker am 20. Jahrestag von 9/11 geplant hat: einen Boxkampf kommentieren. Und das soll 50 Dollar kosten“ schreibt etwa eine Userin. „Einfach nur peinlich“ oder „Nichts anderes sind wir von ihm gewöhnt“ lauten etwa die Antworten darauf.

Manche zeigen sich hingegen froh über Trumps Entscheidung, sie schreiben: „Trump kommentiert an 9/11 einen Boxkampf. Das ist gut. Weil wir von ihm keinen Kommentar zu 9/11 wollen.“

Zynische Querverweise

Andere stellen zynische Querverweise her, indem sie aufzählen, was weitere ehemalige und amtierende US-Präsidenten am kommenden Samstag vorhaben: „Wenn sich 9/11 zum 20. Mal jährt, besucht der 43. Präsident der USA die Gedenkstätte „Flight 93 National Memorial“. Der 44. Präsident der USA besucht die Gedenkstätte in New York City. Der 46. Präsident der USA besucht beide Gedenkstätten und das Pentagon. Der 45. Präsident der USA kommentiert einen Boxkampf.“

„Klingt, als würden sich alle treu bleiben“, lautet eine häufig wiederholte Antwort auf den Tweet.

VIDEO: Ring frei: Donald Trump wird Box-Kommentator

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