Ende der Pandemie? Ranga Yogeshwar gibt bei "Maischberger" ernüchternde Prognose

teleschau
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Wann ist wieder eine Rückkehr zur Normalität möglich? Diese Frage wurde nun auch im Polittalk "maischberger. die woche" diskutiert. Wissenschaftsjournalist Ranga Yogeshwar gab sich dabei alles andere als zuversichtlich.

Gerade erst wurde der Corona-Lockdown in Deutschland bis 14. Februar verlängert. Auch wenn die Infektionszahlen zuletzt etwas zurückgingen und die Impfkampagne anlief, dominiert derzeit die Sorge vor den Corona-Mutationen, etwa B.1.1.7 in Großbritannien, die Situation. Die unmittelbare Gefahr auf der einen, die Hoffnung auf die langersehnte Rückkehr zur Normalität auf der anderen Seite: Zu Gast bei "maischberger. die woche" wagte Gast Ranga Yogeshwar eine Prognose über den weiteren Verlauf der Pandemie.

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Angesichts der angelaufenen Impfkampagne ein schnelles Ende der Pandemie heraufzubeschwören, darauf konnte der Wissenschaftler jedoch keine Hoffnung machen - im Gegenteil. "Die Impfung selber wird ein langer Prozess. Viele sagen: 'Irgendwann kommt der Impfstoff, und dann können wir Ostern feiern.'", so der 61-Jährige. Dies treffe allerdings nicht zu. Vielmehr erwarte er ein "langsames Ausblenden" der Pandemie. Für sich selbst gehe er davon aus, im "Spätherbst" geimpft zu werden, erklärte Yogeshwar.

Immerhin: Für die "nächsten drei, vier Monate" prophezeite Yogeshwar eine Abnahme der Todeszahlen, wenngleich er eine vorerst relativ konstante Inzidenzzahl erwarte. Der erhofften Wiederaufnahme von kulturellen Veranstaltungen setzte er deshalb eine recht düstere Prognose gegenüber. Hinsichtlich großer Konzerte und Auftritte sagte er: "Ich weiß, ich klinge wie ein Spielverderber, aber ich sehe ehrlich bis zum Herbst überhaupt keine Chance."

Warnung von "deutlich infektiöseren" Mutationen

Momentan sei es besonders wichtig, sich vor den "deutlich infektiöseren" Mutationen zu wappnen. "Wenn wir jetzt wirklich konsequent sind, werden wir uns das britische Virus vom Hals halten können", meinte der Wissenschaftsjournalist. Grund zur Angst vor den Mutationen gebe es allerdings nicht, so Yogeshwar, besonders die mRNA-Impfstoffe von Moderna und Biontech ließen sich laut Yogeshwar im Notfall vergleichsweise leicht anpassen. Dadurch böten sie eine "adäquate Chance" im Kampf gegen neue Virusvarianten.

"Das ist das, was sehr wichtig ist momentan, eben nicht nur auf das Coronavirus zu schauen, das wir alle kennen, sondern genau diese neue Variante macht es problematisch", verdeutlichte Yogeshwar sein Anliegen. Harte Maßnahmen seien wichtig, wenngleich er neuen Ansätzen wie der ZeroCovid-Strategie, die in Melbourne erfolgreich praktiziert wurde, hierzulande wenig Chancen einräumte: "Das sind Inselsituation, die wir hier nicht haben." Es komme auf andere Wege an, die Ausbreitung des Coronavirus zu bekämpfen, denn mit 1.000 Corona-Toten in Deutschland pro Tag sei der Preis aktuell "einfach zu hoch".

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