Nach Fake-Vorwürfen: Klaas Heufer-Umlauf wird Journalistenpreis aberkannt

teleschau
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Nach Fake-Vorwürfen: Klaas Heufer-Umlauf wird Journalistenpreis aberkannt

Der Glaubwürdigkeitsverlust für Klaas Heufer-Umlauf ist nach den Schummelvorwürfen gegen den Moderator mit Händen zu greifen. Jetzt wurde dem ProSieben-Star ein undotierter Journalistenpreis aberkannt.

Der Schummelskandal um Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf produziert noch immer unerfreuliche Schlagzeilen für die beiden ProSieben-Moderatoren. Jetzt wird einem Teil des populären Unterhaltungsgespanns ein Medienpreis aberkannt: die #jdjmm-Auszeichnung 2019. Verganges Jahr war Klaas Heufer-Umlauf beim Preis der "Journalistinnen und Journalisten des Jahres" auf Platz 3 in der Kategorie Unterhaltung gewählt worden. Nun zieht das "medium magazin", das den Preis seit 2004 jährlich vergibt, die Ehrung zurück.

Zur Begründung heißt es in einer Mitteilung des Magazins, Teile der ausgezeichneten ProSieben-Show "Late Night Berlin" hätten sich nachträglich als Inszenierungen herausgestellt. Der Preis setze "Glaubwürdigkeit, Authentizität, Aufrichtigkeit und Transparenz dem Publikum gegenüber" voraus. Jedoch habe Heufer-Umlauf "in einigen Beiträgen Authentizität nur vorgetäuscht und auf die notwendige Transparenz verzichtet".

"Solche Fakes schaden dem Journalismus, auch dem Unterhaltungsjournalismus"

Beim "medium magazin" hält man das offenbar nicht für ein unterhalterisches Kavaliersdelikt: "Solche Fakes schaden dem Journalismus, auch dem Unterhaltungsjournalismus, sowie journalistischen Formaten, in denen Klaas Heufer-Umlauf auftritt oder die er (mit)produziert. Sie vertragen sich nicht mit den journalistischen Kriterien, die der Auszeichnung 'Journalistinnen und Journalisten des Jahres' zugrunde liegen."

Aufgedeckt wurden diverse Schummeleien bei "Late Night Berlin", aber auch bei der Samstagabendshow "Joko gegen Klaas - Duell um die Welt" durch Recherchen des NDR-Formats "STRG_F", das bei der öffentlich-rechtlichen Streamingplattform Funk gezeigt wird. Unter anderem konnte belegt werden, dass die Überführung eines vermeintlich echten Fahrraddiebes bei "Late Night Berlin" mit einem Schauspieler gedreht wurde. Auch in der "Team"-Variante von "Duell um die Welt" trugen sich offenbar verschiedene Promi-Mutproben nicht so spontan und stringent zu, wie es die Beiträge suggerierten.

Klaas Heufer-Umlauf hat sich für die monierten Methoden inzwischen beim TV-Publikum entschuldigt. Bei "Late Night Berlin" räumte er in einem längeren Monolog ein, "in einzelnen Fällen" über das Ziel, die Menschen möglichst gut zu unterhalten, "hinausgeschossen" zu sein. Er könne jeden verstehen, der enttäuscht wurde. "Dafür möchte ich mich ernst gemeint und ohne jede Ironie entschuldigen. Das war ohne Wenn und Aber ein Fehler und wird so auch nicht mehr vorkommen."