Fassadensanierung: Stare in Hellersdorf lebendig eingemauert, Polizei ermittelt

Arbeiter verstopften Nistlöcher von Staren mit Bauschaum. Mehrere Jungvögel verendeten. Jetzt ermittelt die Polizei.

Es ist wieder Brutzeit in Berlin. Zahlreiche Vogelarten ziehen in der Hauptstadt gerade ihren Nachwuchs groß und nutzen dafür auch ungewöhnliche Brutplätze, wie etwa der Star, der als Frühbrüter schon ab Mitte April mit der Aufzucht beginnt und gerne in Öffnungen von Gebäuden nistet.

An einer Häuserfassade im Siedlungshof sechs in der Kyritzer Straße (Hellersdorf) hat sich vor wenigen Tagen allerdings ein Vogeldrama ereignet. Darauf weist der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND Berlin) in einer Mitteilung hin. Bauarbeiter hätten bei der Sanierung einer Fassade die Nistlöcher der Stare kurzerhand mit Bauschaum verstopft. Sechs Vogelbabys seien gestorben, weil die Elterntiere ihre Brut nicht mehr mit Nahrung versorgen konnten.

Bild Nr. 1:
Feuerwehr im Einsatz an der Fassade in Hellersdorf privat

Ein Anwohner habe am 5. Mai die Polizei verständigt, wie eine Sprecherin der Berliner Morgenpost bestätigte. Hinter den zugestopften oder zugeschmierten Löchern hätten die Beamten teilweise noch das Fiepen der Vogelbabys gehört, erklärte die Sprecherin. Feuerwehrleute konnten die zugespachtelten Löcher vom Schaum befreien und dadurch insgesamt vier Jungstare retten.

Vor Ort hätten die Beamten zunächst eine Ordnungswidrigkeitenanzeige geschrieben. Diese sei mittlerweile in eine Strafanzeige umgewandelt worden, so die Sprecherin. Derzeit laufe ein Ermittlungsverfahren. "Dies ist ein klarer Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz", sagt Caroline Seige, ehrenamtliche Expertin für Gebäudebrüterschutz beim BUND Berlin. Nach Paragraph 44 sei es verb...

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