Flucht aus dem Elternhaus: Manés unglaubliche Geschichte

Lukas von Hoyer
Sadio Mané avancierte in Liverpool zu einem der besten Angreifer der Welt

Mit 27 Jahren ist Sadio Mané auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen. Der Profi des FC Liverpool gehört zu den besten Stürmern der Welt und darf sich seit wenigen Wochen Champions-League-Sieger nennen.

Momentan weilt der Senegalese mit der Nationalmannschaft in Ägypten. Er will sein Heimatland als Kapitän zum ersten Titel beim Afrika Cup führen. In Senegal ist er ein Volksheld.


Doch Weg dorthin war für den Senegalesen alles andere als einfach. In einem Interview mit France Football erzählte er nun die Geschichte, wie er von zu Hause weglief, um seinen großen Traum zu leben. 

Mané flieht aus dem Elternhaus

Mané war früh klar gewesen, dass Fußball ihm mehr bedeutet als alles andere. Es reichte ihm allerdings nicht, mit seinen Freunden in der Schule zu kicken. Er wollte Profi werden.

Seine Eltern waren von dieser Idee allerdings wenig begeistert und verboten ihrem Sohn, es an einer Fußball-Akademie zu versuchen und dafür die Schule zu schmeißen.

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Also fasste Mané einen riskanten Entschluss: "Bei Sonnenuntergang versteckte ich im hohen Gras vor dem Haus meine Sporttasche und meine Sachen", erinnerte er sich. "Am nächsten Morgen putzte ich mir um 6 Uhr die Zähne und duschte nicht einmal mehr. Dann ging ich, ohne es jemanden zu sagen. Außer meinem besten Freund."

Der damals 16-Jährige traf sich mit einem anderen Freund, um sich Geld für den Bus zu leihen. Selbst hatte er keines. Der Bus fuhr in die Hauptstadt Dakar. "Dort wurde ich von einer Familie empfangen, die ich nicht kannte. Ich habe dann sofort an Trainingseinheiten in anerkannten Teams teilgenommen", erzählte Mané.

Sein Talent wird erkannt: Der Beginn eines Abenteuers

Zu Hause suchten seine Eltern ihn mittlerweile überall. Sie übten so lange Druck auf Manés Freund aus, bis dieser schließlich verriet, wohin Mané gefahren war. "Meine Eltern riefen mich dann an, um zu fordern, dass ich nach Hause zurückkehre. Ich wollte nicht, weil ich mich schämte."

Doch die Familie einigte sich auf einen Deal. Der Teenager durfte sein Glück als Fußballer probieren, wenn er das Schuljahr beendet hatte. Mané war zufrieden und kam zurück nach Hause.


Als das Schuljahr endlich vorbei war, versuchte er sein Glück bei Probetrainings. "Es waren 200 oder 300 Jugendliche, die auf ihre Chance warteten. Es fing schlecht für mich an, denn als ich mich vorstellte, wurde ich ausgelacht."

Der Grund: Mané trug eine kurze Hose, die nichts mit einer Sporthose zu tun hatte. Außerdem waren seine Fußballschuhe an den Seiten komplett zerrissen. Er hatte sie mit Draht repariert. "Ich sah nicht aus wie ein Fußballer", erzählte Mané.  

Doch er sollte bekanntlich ein verdammt guter Fußballer werden: "Da ich nicht so schlecht war, nahmen sie mich mit. Das war der Beginn meines Abenteuers."