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Fluss in China führt plötzlich seltsam blaues Wasser

Spekulationen zum Ursprung der Farbe

In China untersucht eine örtliche Umweltbehörde derzeit die seltsame blaue Färbung eines Flusses in Dongguan
In China untersucht eine örtliche Umweltbehörde derzeit die seltsame blaue Färbung eines Flusses in Dongguan. (Foto: Symbolbild / Getty Images)

In einem wackeligen Handyvideo ist ein Fluss zu sehen, der durch die chinesische Stadt Dongguan fließen soll. Was sofort auffällt, ist die Farbe des Wassers. Sie ist tiefblau. Nicht tiefblau, wie das Meer auf einer Postkarte. Sondern künstlich eingefärbt, digital nachbearbeitet oder wie durch eine Chemikalie verunreinigt – so lautet zumindest ein Verdacht, der in Berichten über das Phänomen geäußert wird.

Unter anderem hat darüber das britische Boulevard-Medium "Metro" berichtet und dazu auch das kurze Video geteilt. Darin wird ein Teil des Flusslaufs mit dem plätschernden kunstblauen Wasser gefilmt. Gesprochen wird nicht. Ob sich wirklich um einen Fluss in Dongguan handelt, ist daraus nicht ersichtlich.

In dem begleitenden Text heißt es aber, dass sich Anwohner*innen aus Dongguan sehr besorgt über den Anblick geäußert hätten. Dazu wird auch ein Anwohner zitiert, der "sowas noch nie gesehen" habe. Er erzählt weiter, dass die Farbe aber wenig später verschwunden sei und der Fluss wieder sein natürliches Blau angenommen habe.

Spekulationen zum Ursprung der Farbe

Wie es zu dem Phänomen gekommen ist, darüber wird nur spekuliert. Zuerst sei demnach vermutet worden, dass die Verunreinigung des Wassers auf eine nahe Tankstelle zurückzuführen sei, die chemische Abfälle in dem Fluss entsorgt haben soll. Später wird aber auch noch ein Mann erwähnt, der dabei beobachtet worden sein soll, wie er Farbe aus Plastikfässern in den Fluss geschüttet habe.

Deswegen ermittelt, so schreibt es "Metro", jetzt das örtliche Umweltamt.

Kommt sowas öfter vor?

Ja. Immer wieder nehmen Gewässer ungewöhnliche Farben an. Und nicht selten liegt es Verunreinigungen. Ein Beispiel dafür ist der Animas-Fluss im US-Bundesstaat Colorado. Der strahlte im Jahr 2015 plötzlich senfgelb.

Schuld waren damals Abwasser aus einer alten Goldmine, das "versehentlich" in den Fluss geleitet worden waren. Verantwortlich war ausgerechnet die Environmental Protection Agency, eine Umweltschutzorganisation. Die habe, das berichtete unter anderem der "Spiegel" "während der Arbeiten mehr als elf Millionen Liter an giftigen Flüssigkeiten in einen Nebenfluss des Animas geleitet". Der habe sich deshalb auf einer Länge von rund 160 Kilometern verfärbt. Das Problem: Die Abwasser enthielten damals giftige Schwermetalle.

Manchmal ist es aber auch Absicht. So hat sich vor wenigen Tagen erst der Chicago River grün verfärbt. Dahinter steckte eine der "bekanntesten und ikonischsten" Traditionen der Stadt Chicago. Sie färbt jedes Jahr anlässlich des St. Patrick's Day den Fluss ein. Dieses Jahr passierte das laut "NBC" am 16. März.

Verantwortlich für den Vorgang ist jedes Jahr die Gewerkschaft der Klempner*innen, die sich zu dem genauen Vorgang ausschweigt, wie sie den Fluss einfärbt. "NBC" hat nachgefragt und diese Antwort erhalten: "Nach all den Jahren haben wir noch immer die Ehre der Flussfärbung. Die genaue Farbformel wird aber nicht verraten. Nur so viel: Sie ist umweltfreundlich. Und geheim."