Forscher rätseln: Woher kommen die unheimlichen Radioblitze aus dem Weltall?

Moritz Piehler
Freier Autor

Regelmäßig erreichen Radioblitze aus dem All die Erde. Sind sie ein natürliches Phänomen? Oder doch ein Hinweis auf außerirdisches Leben? Forscher weltweit rätseln über das Mysterium.

Regelmäßig erreichen Radioblitze aus dem Weltall die Erde. (Bild: Getty)

Das Erstaunliche an den mysteriösen „Fast Radio Bursts“ ist, dass sie mit einer präzisen Regelmäßigkeit auftauchen. Genau alle 16,35 Tage treffen die nur wenige Millisekunden langen Radioblitze auf die Erde. Für vier Tage werden Radioblitze in unterschiedlicher Intensität und Abständen gemessen, dann gibt es jedes Mal eine zwölf Tage andauernde Ruhepause, bevor der nächste Zyklus beginnt. Wissenschaftler rätseln über den Ursprung.

Der renommierte Astrophysiker Avi Loeb vermutet tatsächlich, es könne sich um Spuren „fortschrittlicher, außerirdischer Technologie“ handeln. Der 58-jährige Harvard-Professor ist mit dieser Interpretation nicht alleine. Loeb ist sich sicher, dass es außerirdisches Leben gibt, er mutmaßt nun, dass die Radioblitze zum Beispiel weit von ihrem Heimatplaneten entfernte Raumschiffe mit Energie versorgen könnten. Loeb hatte sich im vergangenen Jahr auch sehr überzeugt geäußert, dass es sich bei dem unbekannten Flugobjekt “Oumuamua” um ein Raumschiff handeln müsse.

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Ursprungsort geklärt

Ein wenig bei der Aufklärung des Blitze-Phänomens helfen, könnten jetzt die Ergebnisse einer kanadischen Forschergruppe. Mithilfe des Radioteleskops CHIME konnte die Gruppe den Ursprungsort der Blitze herausfinden. Die Quelle liegt in einem Arm einer Spiralgalaxie, die der Milchstraße ähnelt und ist etwa 500 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Dort entstehen ungewöhnlich viele neue Sterne. Die Forschergruppe folgert, dass die Quelle mit der wissenschaftlichen Bezeichnung FRB 180916.J0158+65 möglicherweise ein schwarzes Loch umkreisen könnte. So könnte erklärbar sein, dass nur an manchen Stellen der Umlaufbahn Radioblitze in Richtung Erde geschickt werden.

Eine weitere Gruppe von Wissenschaftlern der Purdue University geht von einem natürlichen Ursprung aus. Es könne sich um ein binäres System handeln, bestehend aus einem massereichen Stern und einem rotierenden Neutronenstern. Sternenwinde, die von diesem ausgehen, könnten die Radioblitze in bestimmten, regelmäßigen Abständen blockieren.

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