Frankreichs Hype um NUPES - doch wer geht am Sonntag überhaupt hin?

Frankreichs Hype um NUPES - doch wer geht am Sonntag überhaupt hin?

Gehen am Sonntag nur weniger als die Hälfte der Wahlberechtigten an die Urnen? Besonders bei jungen Wählerinnen und Wählern war die Beteiligung schon bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr eher gering. Jetzt spazieren die Kandidatinnen und Kandidaten, die ins Parlament in Paris einziehen wollen, zwar über die Wochenmärkte, aber lassen sich so noch potentielle Wählerinnen und Wähler mobilisieren?

Besonders in den größeren Städten ist die Kluft zwischen den Abgeordneten und den Wahlberechtigten in den vergangenen Jahren größer geworden.

Mélenchon und seine NUPES

Bei denen, die sich für Politik interessieren, ist NUPES (gesprochen: "Nüpes" oder "Nüp*) - sogar die Aussprache bleibt mysteriös - in aller Munde. Die "normalen" Wählerinnen und Wähler sprechen eher von Mélenchon oder Macron.

NUPES steht für das linke Bündnis "Nouvelle Union Populaire Écologique et Sociale" - auf Deutsch in etwa: "Neue ökologische und soziale Volksunion". Und dieser Zusammenschluss von Linken, Grünen und Sozialisten ist vor allem eine Idee von Jean-Luc Mélenchon. Der 70-jährige Linkspopulist hatte bei der Präsidentschaftswahl den Einzug in die Endrunde knapp verpasst, weil er etwas weniger Stimmen bekommen hatte als die Rechtspopulistin Marine Le Pen. Vor allem jüngere Leute hatten für Mélenchon gestimmt - mehr im den Städten als in ländlichen Gebieten.

Mélenchon träumt davon, Premierminister zu werden

Bei der Parlamentswahl tritt Mélenchon selbst nicht an, aber er hofft, dass das von ihm geschaffene Bündnis NUPES mehr Stimmen bekommt als die Regierungspartei "La République en Marche" (LREM) von Emmanuel Macron. Und der Linkspolitiker träumt seit einiger Zeit davon, dass er den Präsidenten dann zwingen könne, ihn - Mélenchon - zum Premierminister zu machen.

"Sie wollenm das Melenchon Premierminister wird? Dann wählen Sie am Sonntag NUPES", schreibt das Bündnis auf Twitter. In dieser Diskussion kommen Grüne und Sozialisten kaum noch vor.

Am Freitagabend trat Jean-Luc Mélenchon in Marseille auf, seinem aktuellen Wahlkreis, den er an den 36-jährigen Europaabgeordneten Manuel Bompard abgegeben hat oder abzugeben hofft.

In den Umfragen vor der ersten Runde der Parlamentswahl an diesem Sonntag liegen die Macron-Partei und NUPES etwa gleichauf. Allerdings gehen Expertinnen und Experten davon aus, dass in der zweiten Runde mehr Sitze an die Regierungspartei gehen werden.

Ob die Macron-Partei allerdings die absolute Mehrheit der Sitze erreichen wird, bleibt ungewiss.

Die rechtsextreme Marine Le Pen ist erbost darüber, dass Präsident Emmanuel Macron zwar gleich nach seiner ersten Wahl zum Staatschef 2017 angekündigt hatte, er werde das Wahlrecht für die Abgeordneten ändern - doch umgesetzt hat er dieses Versprechen nicht. Dadurch dass es kein Verhältniswahlrecht gibt, sind kleine Parteien im Nachteil. Jeder Wahlkreis schickt eine oder einen Abgeordneten in die Assemblée Nationale nach Paris. Wenn in der ersten Runde keine Kandidatin oder kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, wird in der zweiten Runde eine Woche später entschieden.

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