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Gaza: So schlimm ist die Lage - Wieder Tote im Al-Shifa-Krankenhaus

Gaza: So schlimm ist die Lage - Wieder Tote im Al-Shifa-Krankenhaus

Die israelischen Streitkräfte (IDF) haben einen weiteren Angriff auf das Shifa-Krankenhaus in Gaza gestartet. Sie beschuldigen Hamas-Kämpfer, es als Basis zu nutzen.

Laut dem Gesundheitsministerium in Gaza führte ein Feuer am Krankenhauseingang dazu, dass Frauen und Kinder erstickten. Laut Israelischen Medien hat das Militär die Kontrolle über das Krankenhaus übernommen und 80 Personen festgenommen. Nach Angaben von Haaretz ist bei der Operation ein israelischer Soldat getötet worden.

Schon im vergangenen November war das Krankenhaus heftig umkämpft.

IDF fordert Zivilisten auf, Gegend um das Krankenhaus zu evakuieren

Das israelische Militär hat nach Angaben von CNN alle Personen in der Nähe des Al-Shifa Medical Complex im Al-Rimal-Viertel von Gaza-Stadt angewiesen, in südlicher Richtung zu evakuieren. Die Menschen in der Gegend werden aufgefordert, sich in die "humanitäre Zone" von Al-Mawasi zu begeben, schrieb der IDF-Sprecher Avichay Adraee in einem Beitrag auf X. Nach Angaben des Hamas-geleitetem Gesundheitsministerium wird jeder, der versucht, das Krankenhaus zu verlassen, "von Scharfschützen ins Visier genommen".

Tsahal sagte, sie führe die Operation aufgrund von Erkenntnissen durch, dass das Krankenhaus von "hochrangigen Hamas-Terroristen zur Durchführung und Förderung terroristischer Aktivitäten" genutzt werde. Dies kann nicht unabhängig verifiziert werden.

Josep Borrell: Israel setzt Hunger als Kriegswaffe ein

Josep Borrell, Hoher Vertreter der EU für Außen- und Sicherheitspolitik, hat Israel beschuldigt, "Hunger als Kriegswaffe" einzusetzen und eine Hungersnot im Gazastreifen "zu provozieren". Er sagte am Montag, dass der Gazastreifen "nicht mehr kurz vor einer Hungersnot" stehe, sondern "sich in einem Zustand der Hungersnot befinde, der Tausende Menschen betrifft".

Borrell fügte hinzu, dass dies keine natürliche Katastrophe sei, sondern direkt von Israel verursacht werde, indem es "die humanitäre Unterstützung am Eintritt in den Gazastreifen hindere". Bei der Eröffnungszeremonie des Europäischen Humanitären Forums, einer internationalen Konferenz für Hilfe und Zusammenarbeit in Brüssel, behauptete Borrell, dass Hunderte Lastwagen an der Grenze warteten und von Israel am Eintritt in den Gazastreifen gehindert würden.

Situation im Norden des Gazastreifens besonders kritisch

Besonders schwierig ist die Situation im nördlichen Gazastreifen, der weitgehend zerstört ist und seit Oktober von den israelischen Streitkräften abgeriegelt wurde. Ein Bewohner aus Gaza sagte: "Wir leiden sehr. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir nur noch Mehl zu essen bekommen. Mehl ist nicht einmal Nahrung. Wir essen nur noch trockenes Brot. Aber Gott sei Dank dafür."

Trotz Evakuierungsbefehlen sind schätzungsweise bis zu 300.000 Palästinenser im Norden des Gazastreifens geblieben. viele von ihnen waren in den letzten Wochen auf Tierfutter angewiesen.

Scholz in Israel

Der deutsche Kanzler Olaf Scholz traf sich mit dem israelischen Präsidenten Isaac Herzog und mit Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Er warnte davor, dass je schlechter die Lage im Gazastreifen wird, desto mehr muss man sich fragen, ob das Ziel die hohen Kosten rechtfertige oder ob es alternative Wege gebe, es zu erreichen.