"Die gehören nicht ins Fernsehen": Thomas Gottschalk rechnet mit TV-"Promis" ab

teleschau
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In seiner Karriere als Moderator ist Thomas Gottschalk schon einigen Promis begegnet. Doch nicht alle davon verdienen die Aufmerksamkeit, die ihnen entgegengebracht wird, wirklich. Zumindest nicht, wenn es nach dem Showmaster geht.

Im Laufe seiner Karriere ist Thomas Gottschalk schon oft der TV-Show-Bühne gestanden und hat dabei zahlreiche prominente Gäste empfangen. Nicht immer wusste er gleich, wer genau da eigentlich vor ihm steht. In einem Interview mit dem Medienmagazin "DWDL" rechnete der 70-Jährige nun mit genau dieser Sorte Prominenter ab.

"Wenn ich sehe, was sich da im 'Sommerhaus der Stars' rumtreibt, sage ich: Die gehören nicht ins Fernsehen, vor denen habe ich weder Respekt, noch kann ich was von ihnen lernen", erklärte Gottschalk. Deshalb könne es sich mit dieser Art von "Promis" auch nicht verbrüdern. "Natürlich", fährt der gebürtige Bamberger fort, "passiert es mir bei RTL, dass mir Menschen vorgeführt werden, bei denen ich mich frage: Gibt's die wirklich?" Michael Wendler etwa habe er zum ersten Mal zur Kenntnis genommen, als dieser bei "Denn sie wissen nicht, was passiert" (RTL) aufgetreten sei. "Hätte auch 'Ich weiß nicht, wer das ist' heißen können", fügte Gottschalk hinzu.

Thomas Gottschalk: Trete gern noch auf

Doch seine Unkenntnis betrifft nicht nur Stars der jüngeren Zielgruppe: "Ich habe auch noch nie im Leben die Amigos singen hören, aber es gibt sie offensichtlich und viele Menschen weinen vor Glück, wenn sie auftreten." Er gönne es den Musikern von Herzen: "Wenn ich sie mal irgendwo präsentieren muss, sage ich mit großer Geste: 'Meine Damen und Herren, hier sind die Amigos', dann murmle ich in mich hinein: 'Ihr habt es nicht anders gewollt.'"

"Mein Job ist es zu präsentieren", fuhr der ehemalige "Wetten, dass..?"-Moderator fort. "Aber wenn ich neben einer spargeldürren Influencerin sitze und mich noch vor ihr verbeugen muss, weil sie mehrere Millionen Follower hat, dann bin ich nicht mehr dazu bereit." Immerhin sei er schon neben Barbra Streisand und dem Dalai Lama gesessen.

"'Wetten, dass..?' kann nur als Retroveranstaltung funktionieren"

Der Idee, die geplante Sonderausgabe des ZDF-Klassikers "Wetten, dass..?" während der Pandemie stattfinden zu lassen, steht Gottschalk eher skeptisch gegenüber: Die Sendung funktioniere nicht mit Baggerfahrern, "die einen Mundschutz tragen - erst recht nicht vor leeren Rängen". Der Moderator wurde ganz deutlich: "Wenn ich mit dieser Show noch einmal antrete, dann möchte ich, dass wir uns dabei an die guten, alten Zeiten erinnern. Das kann nur als Retroveranstaltung funktionieren. Deshalb kann ich auch nicht sagen: Da, wo einst Sophia Loren saß, sitzt heute eine Influencerin mit sieben Millionen Followern, die alle 12-Jährigen kennen, nur ich nicht und die meisten Zuschauer auch nicht. So funktioniert das einfach nicht."

TV-Show “2020 – Gottschalk holt’s nach”: Das erwartet die Zuschauer

Am heutigen Montag, 21. Dezember, zeigt das Erste ab 20.15 Uhr die Show "2020 - Gottschalk holt's nach". Darin wird der Moderator all jene Events, Sportveranstaltungen und Shows nachholen, die wegen der Pandemie ausfallen mussten.

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