Gesundheitsbehörden besorgt wegen Häufung von Hepatitis-Fällen bei Kindern

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Weltweit erkranken auffällig viele Kinder an einer schweren Hepatitis. Die Gesundheitsbehörden sind alarmiert. Was ist die Ursache für die Krankheitswelle? Und was hat die Corona-Pandemie damit zu tun?

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Weltweit sind auffällig viele Kinder an einer schweren akuten Hepatitis erkrankt. (Symbolbild: Getty Images)

Eine Häufung von akuten, schwer verlaufenden Leberentzündungen (Hepatitis) bei Kindern hat Gesundheitsbehörden weltweit alarmiert. In Großbritannien soll mindestens ein Kind an der Krankheit gestorben sein. Dies berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf die Weltgesundheitsorganisation (WHO), das Europäische Seuchenzentrum ECDC und die US-amerikanische Nationale Seuchenbehörde CDC.

Demnach sind nach ersten Berichten aus Großbritannien Anfang April dieses Jahres inzwischen mindestens 169 Fälle in mehreren Ländern dokumentiert worden. Neben Großbritannien werden auch Länder in der EU und den USA genannt.

Wer ist betroffen?

Betroffen sind Kinder zwischen einem Monat und 16 Jahren, in den meisten Fällen sind die Erkrankten zwischen zwei und fünf Jahren. Normalerweise sind Minderjährige weitaus seltener von Hepatitis betroffen als Erwachsene.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet in seinem vorab veröffentlichten Epidemiologischen Bulletin von den erhöhten Fallzahlen. Das Institut spricht von 114 Fällen, die bis 25. April allein in Großbritannien identifiziert worden seien. Das RKI bittet Ärzt*innen in Deutschland "um erhöhte Aufmerksamkeit bei unklaren Fällen von akuter Hepatitis oder Leberversagen bei Kindern unter 16 Jahren und Beachtung der Meldepflicht gemäß Infektionsschutzgesetz".

Zu den Symptomen der schweren akuten Hepatitis gehören erhöhte Leberenzymwerte, so das RKI. In einigen Fällen seien gastrointestinale Symptome diagnostiziert worden, einschließlich Bauchschmerzen, Durchfall und Erbrechen.

Was ist die Ursache?

Die Ursache für die Erkrankungen ist derzeit noch unklar. Klassische Hepatitiserreger (A-E) scheiden als Erklärung aus, das hätten Labortests ergeben, so das RKI. Dennoch werden zurückliegende Virus-Infektionen als Auslöser verdächtigt.

In Großbritannien halten Expert*innen eine Infektion mit dem Adenovirus für die wahrscheinlichste Ursache, wobei in den meisten Fällen Adenoviren des Serotyps 41F nachgewiesen wurden. Adenovirus-Infektionen führen in der Regel zu einer leichten Erkrankung mit erkältungsähnlichen Symptomen sowie Erbrechen und Durchfall.

Die Erkrankungsfälle könnten nach Ansicht von Virolog*innen in Verbindung mit der Coronavirus-Pandemie stehen. Laut RKI könnten "aufgrund von Effekten" der Pandemie "gerade jüngere Kinder besonders empfänglich" sein für eine schwere Hepatitis.

In eine ähnliche Richtung argumentieren Medienberichten zufolge auch Gesundheitsexpert*innen der Universität Liverpool. Demnach könnte eine fehlende Immunität gegen Adenoviren durch frühere Infektionen schwere Krankheitsverläufe begünstigt haben.

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