"Es gibt einen Rechtsruck in Deutschland": So lief die TV-Debatte mit Oliver Pocher

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"Es gibt einen Rechtsruck in Deutschland": So lief die TV-Debatte mit Oliver Pocher

"Es gibt einen Rechtsruck in Deutschland": Oliver Pocher bezog in der TV-Diskussion mit einem AfD-Politiker klar Stellung. So lief die Fernseh-Debatte.

Erst hatte sich Comedian Oliver Pocher mit der AfD auf Twitter angelegt, dann kam es zu einem Streitgespräch im Fernsehen: Ausgestrahlt wurde die Diskussion zwischen Pocher und Martin Vincentz, einem AfD-Landtagsabgeordneten in Nordrhein-Westfalen, am Freitag in der RTL-Sendung "Guten Morgen Deutschland". In voller Länge ist die zuvor aufgezeichnete TV-Debatte nun auch auf RTL.de abrufbar.

"Die Ausfälle sind bei euch einfach am höchsten", stellte Pocher in der von Wolfram Kons moderierten Sendung fest. Außerdem konstatierte der 41-Jährige: "Wenn ich alles von euch kommentieren würde, komme ich ja nicht aus dem Twittern raus." Darauf reagierte Martin Vincentz, indem er seine Sichtweise erklärte. "Ich habe manchmal den Eindruck, da wird auch mal viel mit kokettiert: 'Der AfD gebe ich mal einen mit - das gibt so ein bisschen gratis Applaus'", so der AfD-Politiker.

"Die meisten können sich ja gar nicht so ausdrücken wie du", hatte Pocher das Gespräch mit dem jungen AfD-Politiker begonnen. Es gäbe online "fünf- bis zehntausend Frustrierte, die ein Handy haben und solche Situationen nutzen, um Leute zu beschimpfen". Ihm persönlich sei "das total egal, ich hab da keine Angst vor".

Kurz ließ der Comedian im Gespräch durchblicken, wie er den Shitstorm der AfD-Anhänger erlebte: "Da ist man gleich eine linksliberale Zecke". Auch hätten ihm Kommentatoren zu verstehen gegeben, "was mit meinen Kindern alles passieren soll". Pocher stellte unmissverständlich fest: "Es gibt einen Rechtsruck in Deutschland".

Auch wenn Moderator Kons einige Male dazwischen ging ("Wir wollen keine politische Grundsatzdiskussion, sondern an dem Fall bleiben"), ging das Streitgespräch im durchweg vernünftigen Ton über die Bühne. Wobei Pocher schon klarstellte, dass "mit den meisten" eine derartige Diskussion eben gar nicht möglich sei. Pocher berichtete von unterirdischen Beleidungen und Bedrohungen via Social Media, wovon sich der AfD-Politiker Vincentz klar distanzierte: "Das geht gar nicht", stellte der Abgeordnete klar.

Hintergrund der Fehde Pochers mit der AfD ist die Debatte um das grausame Schicksal des achtjährigen Jungen, der Anfang der Woche von einem Eritreer zusammen mit seiner Mutter vor einen ICE geschubst wurde. Der Junge überlebte die unfassbare Tat nicht. "Schützt endlich die Bürger unseres Landes - statt der grenzenlosen Willkommenskultur!", äußerte sich AfD-Politikerin Alice Weidel dazu, woraufhin Oliver Pocher sie scharf kritisierte und Weidels Tweet als "dumm und ekelhaft" bezeichnete. Es folgte eine wahre Kommentarflut.