"Ich hätte keine Öffnungen zugelassen": Karl Lauterbach kritisiert Lockerungen

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Karl Lauterbach kritisierte die beschlossenen Lockerungen angesichts der noch nicht ausgebauten Teststrategie. (Bild: ARD)
Karl Lauterbach kritisierte die beschlossenen Lockerungen angesichts der noch nicht ausgebauten Teststrategie. (Bild: ARD)

Karl Lauterbach sieht die jüngst beschlossenen Lockerungen in der Corona-Pandemie kritisch: Viele davon, erklärt der SPD-Politiker in der ARD-Talkshow "Anne Will", würden am Ende gar nicht eintreten.

Vergangene Woche wurden auf der jüngsten Ministerpräsidentenkonferenz stufenweise Lockerungen der geltenden Corona-Regeln beschlossen. Doch wohin führt dieser Strategiewechsel in der Pandemiepolitik? Diese Frage diskutierte Anne Will in ihrer gleichnamigen ARD-Talkshow am vergangenen Sonntag.

Vor allem der anwesende Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Rainer Haseloff (CDU), bemühte sich, die Strategien der Politik zu verteidigen. Die Beschlüsse seien "wesentlich besser" als manch einer denke, betonte er. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sah dies naturgemäß anders: "Ich hätte keine Öffnungen zugelassen, bevor nicht die Teststrategie, auf die wir uns geeinigt hatten, umgesetzt gewesen wäre", erklärte er.

Die Runde bei "Anne Will" (von links): DEHOGA-Präsidentin Angela Inselkammer, "Spiegel"-Journalist Markus Feldenkirchen, Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Gastgeberin Anne Will, Notärztin Lisa Federle und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. (Bild: ARD)
Die Runde bei "Anne Will" (von links): DEHOGA-Präsidentin Angela Inselkammer, "Spiegel"-Journalist Markus Feldenkirchen, Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), Gastgeberin Anne Will, Notärztin Lisa Federle und SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. (Bild: ARD)

Schnelltests als "Brückentechnologie

Systematische Schnelltests, etwa in Schulen und Betrieben hätten eine "Brückentechnologie" sein können, bis die Impfquote hoch genug sei. Doch diese seien durch die fehlenden Kapazitäten nicht gewährleistet. Somit bestehe durch die Lockerungsnachrichten nun einerseits die Gefahr, dass die Menschen unvorsichtiger würden. Anderseits würden die versprochenen Erleichterungen, dank der steigenden Infektionen durch die Mutation, am Ende gar nicht erst eintreten.

Immerhin, fuhr der 58-Jährige fort, gebe es die Notbremse ab einem Inzidenzwert von 100. Diese sei "Gold wert, denn die werden wir brauchen." Der 67-jährige Haseloff sah dies ähnlich: "Wir sind ja verantwortlich dafür, dass das nicht abgeht. Deswegen müssen wir auch mit dieser Notbremse offensiv umgehen."