Hartz IV könnte bis zu vier Wochen verspätet kommen

Hartz IV-Empfängern drohen lange Wartezeiten.

Auf einige Hartz IV-Empfänger könnten schwierige Zeiten zukommen: Die monatliche finanzielle Stütze droht, verspätet auf dem Konto einzutreffen – und das um bis zu ganze vier Wochen. Das berichtet die "Bild"-Zeitung und beruft sich auf Informationen direkt aus der Bundesagentur für Arbeit. "Unverantwortbar" nennt Adolf Bauer, Chef des Sozialverbands Deutschland, diesen Zustand. Wer Hartz IV bezieht, müsse ohnehin schon "auf Kante nähen", da seien Verzögerungen bei der Auszahlung des Arbeitslosengeldes II nicht zumutbar. Und was steckt hinter den drohenden Verzögerungen? Zusätzliche Bürokratie.

Laut "Bild" wurden die bundesweiten Jobcenter zu Beginn des Jahres 2015 mit neuen Auflagen konfrontiert: Von nun an müssen vor allem Anpassungen bei der Höhe einzelner Hartz IV-Sätze doppelt geprüft werden. Das gilt sowohl für die Erhöhung als auch die Senkung des Satzes. Statt eines Mitarbeiters müssen demnach zwei grünes Licht geben. Damit wolle man vermeiden, dass Willkür und Missbrauch weiter um sich greifen. Es gibt nur ein entscheidendes Problem: Die Jobcenter haben offenbar bei Weitem nicht ausreichend Personal, um diesen neuen Auflagen gerecht zu werden. Mehr als 1.200 zusätzliche Mitarbeiter wären angeblich notwendig, um das Vieraugenprinzip zu bewerkstelligen. Genehmigt wurden 400 – und dabei handle es sich auch nur um befristete Stellen.

Genau durch diesen Personalmangel könnte es künftig zu starken Verzögerungen bei der Auszahlung von Hartz IV kommen. Eine halbe Million Empfänger von Arbeitslosengeld II müssen angeblich damit rechnen, ihr Geld bis zu einen Monat später zu bekommen als üblich. Beim Bundesarbeitsministerium hingegen scheint man diese Gefahr nicht zu sehen. Laut einem Sprecher seien keine Verzögerungen zu erwarten. Wie es in der Praxis aussieht, werden wohl die kommenden Monate zeigen.

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