Helmut Kohl war sein Opa! "Wer wird Millionär?"-Kandidat überrascht mit prominenter Herkunft

Michael Eichhammer
·Lesedauer: 4 Min.

Eine interessante Anekdote sollte jeder Kandidat mitbringen, der sich bei "Wer wird Millionär?" bewirbt. Johannes Volkmann konnte da aus dem Vollen schöpfen: Er ist der Enkel von Ex-Kanzler Kohl!

Für seine 23 Jahre kam Johannes Volkmann aus Lahnau in Hessen schon ganz schön viel rum: Nach dem Master in Contemporary Chinese Studies in Oxford ist er seit wenigen Wochen im Europäischen Parlament als Büroleiter des Hessischen CDU-Abgeordneten Sven Simon tätig. Günther Jauch interessiert daran vorerst nur eins: "Sie könnten also bei der chinesischen Version von 'Wer wird Millionär?' antreten?"

Fürs Erste tritt Volkmann bei der deutschen Variante an. Und meistert jokerlos alle Hürden bis zur 1.000-Euro-Frage: "Wie wird die letzte Reihe im Autokino gerne genannt, für die früher häufig ein Aufpreis fällig war?" Nachdem Jauch ihn erfolgreich verunsichert hat, setzt Johannes Volkmann den 50:50-Joker ein und bleibt bei seinem Bauchgefühl: "Love Lane".

Zwei Joker später stellt Jauch eine Frage, für deren Beantwortung der Gast kein Geld bekommt: "Möchten Sie mal Politiker werden?" Volkmann erklärt, die ehrliche Antwort sei "Weiß ich nicht." In seinem Alter wolle er sich da nicht festlegen, "aber ich finde Politik spannend." Für Jauch eine Einladung, mit dem Gast über die Frage zu philosophieren, wie sich Europa gegenüber China positionieren solle hinsichtlich des Spannungsfeldes von Wirtschaft und Menschenrechten. Der Kandidat empfiehlt eine "differenzierte Sicht". Derlei diplomatische Antworten kennt man sonst nur von Politikern. Und das ist kein Zufall, wie Jauch nun erklärt: "Ich weiß, dass Sie das nicht so gern thematisieren, aber aus dem, was sie sagen und wofür Sie sich interessieren, spricht natürlich auch ein bisschen Ihr Großvater ..." Mit der Pointe, die nun folgt, haben wohl weder die Zuschauer im Studio noch die auf der Fernsehcouch gerechnet: "Das ist Helmut Kohl."

Jauch will wissen, ob man in einer Familie, in der viel über Politik geredet wird, "fast automatisch in die Richtung reinkommt?" Johannes Volkmann erklärt, seine eigenen Eltern seien nicht parteipolitisch aktiv, glaubt aber in Hinblick auf seinen weltberühmten Großvater: "Sicher bekommt man da was in die Wiege gelegt." Johannes Volkmanns Vater Walter Kohl ist der Sohn des ehemaligen Bundeskanzlers Helmut Kohl und dessen erster Ehefrau Hannelore. Wie sein jüngerer Bruder Peter ist Walter Kohl Unternehmer und Buchautor. Seinen Nachnamen Volkmann verdankt der Kandidat seiner geschiedenen Mutter Christine Volkmann.

Tanz auf dünnem Eis

Nachdem bei der 8.000-Euro-Frage der Telefonjoker verbrannt wird, macht Jauch die augenzwinkernde Bemerkung: "Sie können jetzt völlig befreit selbst etwas wissen." Das gelingt dem Kandidaten auch. Bei der Beantwortung der 32.000-Euro-Frage hilft ihm eine unangenehme Erfahrung: Volkmann war im März an Corona erkrankt und war in dem Zusammenhang mit dem Begriff "Titerbestimmung" konfrontiert. Daher weiß er: "Mit einer Titerbestimmung überprüft man die Notwendigkeit einer Impfung." Jauch erkundigt sich, wie Corona bei ihm verlaufen sei. "Relativ mild, doch bis der Geruchs- und Geschmackssinn wieder da waren, sind sechs Wochen vergangen", erwidert der Kandidat. "Aber ich habe bis heute den Eindruck, dass ich so manche Gerüche dauerhaft verändert wahrnehme bis heute."

Bei der 64.000-Euro-Frage zockt Johannes Volkmann und tippt ohne fundiertes Wissen richtig: Den Vornamen Olympia trägt die Tochter von Serena Williams. "Das hätte ich mich nicht getraut", gibt Jauch zu. "Sie tanzen auf dünnem Eis." Nachdem der Kandidat erklärt, dass er von der Gewinnsumme ein neues Auto kaufen wolle, will Jauch das Modell wissen. "Das hängt auch davon ab, wie weit wir hier heute Abend noch kommen", so Volkmann. Gar nicht weit, denn vor der 125.000-Euro-Frage macht der bekannte Tröten-Sound der Sendung ein Ende. Nächste Woche geht es für Helmut Kohls Sohn weiter.

The biggest Loser

Ebenfalls unterhaltsam war die Yogastudio-Betreiberin Dagmar Stuhr aus München. Die Überhangkandidatin war in der vorigen Folge fast an einer banalen Frage für 300 Euro gescheitert. Diesmal kommt sie ohne Blackout bis zur 500.000-Euro-Frage - meistens durch waghalsiges Zocken. Sie will ihr Glück nicht überstrapazieren und geht mit 125.000 Euro. Vorher zeigt sie Jauch noch eine Yoga-Übung, welche gegen den von ihr attestierten Rundrücken des Moderators helfen soll. Bei der Stellung "Der Adler" wirkt Jauch allenfalls wie ein betrunkener Adler, der sein Gefieder verknotet.

Finanzbeamtin Dorina Klaus aus Bad Segeberg erspielt nur 16.000 Euro. Eine Gewinnerin war sie schon vor ihrem Auftritt. Oder sollte man sagen: Verliererin? Sie verlor mit Disziplin ihr Übergewicht: Aus einer 127-Kilo-Dame wurde eine schlanke Frau. In die Hose, die sie mitgebracht hat, würde sie heute nahezu zweimal hineinpassen.