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Hidden Headlines: Familie entdeckt Jahre später folgenreichen Krankenhaus-Fehler

Kuriose Meldungen weltweit

Folgenschwerer Fehler: Familie Johnson wollte mit einem DNA-Test lediglich in Erfahrung bringen, ob einer von ihnen irgendwelche gesundheitlichen Probleme zu erwarten hat – und fand dabei etwas sehr Unerwartetes heraus.

Ein DNA-Test veränderte das Leben der Familie Johnson für immer. (Symbolbild: Getty Images)
Ein DNA-Test veränderte das Leben der Familie Johnson für immer. (Symbolbild: Getty Images)

Manchmal führt das Schicksal Menschen zusammen, die einem normalerweise nie begegnet wären: Von einer solch ungewöhnlichen Familienzusammenführung berichtete nun der britische Guardian. Familie Johnson aus Salt Lake City im US-Bundesstaat Utah hat zwei Kinder, ihr zweiter Sohn Tim kam per IVF, eine Methode zur künstlichen Befruchtung, zur Welt.

Was im Sommer als "lustiger Familienspaß" begann, endete in einem schicksalhaften Ergebnis: Mutter Donna entdeckte bei der Firma 23andMe DNA-Test-Kits zum halben Preis. Um mehr über ihre Herkunft und etwaige gesundheitliche Probleme zu erfahren, die mit ihren Genen zusammenhängen könnten, testete sich die vierköpfige Familie.

Dass ein wenig Spucke in einem kleinen Plastikröhrchen schwere Folgen haben würde, ahnte die Familie zu diesem Zeitpunkt noch nicht – die Proben wurden ins Labor geschickt, die vier Johnsons verlebten einen entspannten Sommer.

Schocknachricht am Hochzeitstag

Ausgerechnet am 16. Hochzeitstag erreichten die Testergebnisse die Familie: Vater Vanner erhielt als erster seine E-Mail, öffnete sie und stolperte sogleich über die Tatsache, dass zwar Verbindungen zu ihm bekannten Personen aufgeführt waren – aber keine zu seinem Sohn Tim.

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Die Ergebnisse von Mutter Donna kamen am Abend und bestätigten, dass sie zwei Söhne hat – Vanner Jr. und Tim. Auch die Verbindung zwischen den Kindern war dort aufgeführt, allerdings waren die beiden als Halbgeschwister ausgewiesen. Als die Familie die Ergebnisse von Sohn Tim öffnete, dann der Schock: "Es zeigte, dass ich seine Mutter bin und sein Vater 'unbekannt' sei. Es gab keine Verbindung zwischen Tim und Vanner. Sie waren nicht genetisch verwandt", erzählte Mutter Donna.

Vater Vanner sei vollkommen perplex gewesen und konnte sich das Ganze nicht erklären: "Wie kann es sein, dass sein Vater 'unbekannt" ist? Ich bin doch sein Vater – seit er geboren wurde." Der Familie dämmerte: Es muss etwas schief gelaufen sein, entweder mit dem DNA-Test oder bei der IVF.

Die Suche nach Tims biologischem Vater

Ein ganzes Jahr lang behielten die Johnsons die Nachricht für sich – nichtmal die Kinder waren eingeweiht. Zu groß war die Sorge, dass die Familie dadurch zerbrechen könnte. Doch als Eltern und Kinder während der Pandemie gemeinsam im Lockdown saßen, kam bei Vater Vanner und Mutter Donna immer mehr das Gefühl auf, es ihrem Sohn Tim sagen zu müssen – sie wollten den richtigen Zeitpunkt abpassen, aber diesen eben auch nicht verpassen.

Einfühlsam brachte der Vater seinem Sohn bei, dass in der Kinderwunschklinik damals ein Fehler passiert sein musste. Tims Reaktion berührte seinen Vater: "Er sagte: 'Das spielt keine Rolle. Du bist immer noch mein Vater'", erinnerte sich Vanner.

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Aus Angst, dass Tims biologischer Vater Sorgerechtsansprüche stellen würde, blieb Familie Johnson zurückhaltend, doch als Tim den Wunsch äußerte, seinen biologischen Vater finden zu wollen, wandten sie sich an eine auf Gentest-Verfahren und Ahnenforschung spezialisierte Firma. Diese machte eine weibliche Verwandte ausfindig. Basierend auf dem Namen dieser Frau machte sich die Familie im Internet auf die Suche und landete schließlich bei einem Mann namens Devin McNeil, der mit seiner Frau Kelly auf einem Blog deren Reise zu ihrem Wunschkind dokumentiert hatte: der Versuch einer Adoption, die Probleme, auf natürlichem Wege ein Kind zu bekommen und schließlich die Geburt ihres Kindes via IVF – ein Sohn, genauso alt wie Tim.

Die Johnsons kontaktierten Devin und Kelly McNeil, die das Ganze erst für eine Betrugsmasche hielten. Nachdem die Familien medizinische Befunde verglichen hatten und die äußerliche Ähnlichkeit zwischen Tim und Devin realisierten, stimmten sie einem Vaterschaftstest zu, der letztendlich Gewissheit brachte.

Nach einer außergerichtlichen Einigung mit der Fruchtbarkeitsklinik trafen die Familien im Juni 2021 zum ersten Mal aufeinander: Tim Johnson hat seitdem drei weitere Halbgeschwister. Sein biologischer Vater Devin McNeil sagte gegenüber The Guardian, dass er vorhabe, so lange in Tims Leben zu bleiben, wie dieser es möchte.

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