Hollywood in der "Höhle der Löwen": Klappt der Deal mit dem Oscar-Gewinner?

Ute Nardenbach
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Hollywood in der "Höhle der Löwen": Klappt der Deal mit dem Oscar-Gewinner?

Hans Zimmer, Billy Joel und John Malkovich: Die Markenbotschafter des Start-ups "Music Traveler" können sich sehen lassen. Aber reichte das für einen Deal mit den "Löwen"?

Hoher Besuch in der "Höhle der Löwen" - also zumindest fast: Filmmusik-Legende und Oscar-Gewinner Hans Zimmer hatte als Co-Investor des Start-ups "Music Traveler" eine Video-Botschaft für die "Löwen". Kam es zum Deal mit dem "König der Löwen"-Komponisten? In Geberlaune waren die Investoren diese Woche jedenfalls nicht. Dafür hauten sie mal wieder jede Menge private Infos raus: Judith Williams berichtete unter anderem über ihre Jugendliebe und Ralf Dümmel von seinem kalorienreichen Schüler-Job.

Ein echter "Dümmel" war in dieser Folge "Lazy Leaf", ein selbstgießender Blumentopf, entwickelt von Ingenieur Georg Pröpper. Dem machte der Handelsmogul ein "unmoralisches" Angebot: "Bevor alle 'Löwen' was sagen, reich ich dir die Hand. Schlag ein!", sprach er und streckte dem jungen Gründer demonstrativ den Arm entgegen. "Jetzt zeig du, dass du spontan bist und Bock hast, das mit mir groß zu machen!" Pröpper war etwas peinlich berührt und sagte kleinlaut in Richtung des restlichen "Rudels": "Tut mir leid, das war mein Wunschlöwe!" Deal für Dümmel! 150.000 Euro bezahlte der für 20 Prozent der Firmenanteile.

Gegenüber Moderator Amiaz Habtu gab Tüftler Pröpper vor der Tür zu: "Ich fand es bisschen gemein. Ich hab kurz überlegt, ob es unhöflich ist!" Die anderen waren allerdings nicht sichtbar sauer. "Da wirst du wahnsinnig viel Geld mit verdienen!", prognostizierte Judith Williams ihrem Kollegen. Und die muss es wissen: "Meine zweite Heimat ist der Baumarkt und das Gartencenter", klärte sie auf.

Wenn Judith Williams aufs Dach steigt ...

Daher ging ihr auch beim Pitch von Udo Heyl das Herz auf. Der Dachdeckermeister erschien in voller Zunft-Montur. "Das erinnert mich total an meinen Zimmermann. Das war meine erste große Liebe! Ohhh!", flötete die Williams, die auch selbst gern Hand anlegt. "Du weißt ja, dass ich bei uns die Dachrinnen sauber mache. Weil ich so beweglich bin!", erklärte sie Georg Kofler. Da bekam Dagmar Wöhrl direkt Angst. "An der Garage! Am Haus ist viel zu gefährlich", lenkte Williams ein.

Eben! Und deswegen vertreibt Udo Heyl, der nach einem Leiter-Sturz bereits acht Tage mit Gehirnerschütterung im Krankenhaus lag, auch eine innovative Leiterkopfsicherung, kurz: "LeiKoSi". Von wegen: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! "Laut Statistik ereignen sich circa 180.000 Leiterunfälle jährlich, allein in Deutschland, also alle drei Minuten!", berichtete Heyl. Williams begeistert: "Wenn es das schon gäbe, hätte ich das längst gekauft!"

Allerdings soll das gute Stück 198 Euro kosten. Zudem wollte Heyl 250.000 Euro für gerade einmal zehn Prozent am Unternehmen. "Ich weiß nicht, ob ich das jemals hatte. Ich weiß nicht, ob ich Ihnen ein Angebot machen soll oder nicht", offenbarte Dümmel. "Ich auch!", pflichtete ihm Kofler bei. "Geht doch zusammen schwanger und macht ein Baby!", schlug da Nils Glagau vor. Doch aus dem "Löwen"-Nachwuchs wurde nichts. Kofler rang sich zwar zu einem Angebot durch (250.000 Euro für 30 Prozent), der Dachdeckermeister lehnte jedoch ab.

"We hope we have a little bit lucky"

Ebenfalls glücklos: Peter Kenning mit seinen Maniok-Pommes "Yuca Loca". Fritten-Fan Ralf Dümmel war zwar kurz davor zu investieren, gab dem Gründer jedoch schweren Herzens einen Korb. Dafür erzählte er mal wieder einen Schwank aus seiner Jugend: "Ich würde mal wetten, dass keiner hier so viel Pommes gegessen hat wie ich. Ich hab als kleiner Junge im Imbiss gearbeitet und rausverhandelt, dass ich umsonst essen darf. Sieht man ja heute noch an meiner Figur, dass ich nicht aufgehört hab, Pommes zu essen."

Frei nach Lothar Matthäus wünschten sich Gisbert Wundram und Bendix Eisermann vom Pay-TV-Sender "Sport Digital" "We hope we have a little bit lucky", doch das Glück war auch nicht auf ihrer Seite. Kein "Löwe" wollte in ihr Start-up "Commentaro" investieren. Mit der App, in der User Clips von nationalen und internationalen Sportveranstaltungen finden, kann jeder zum Sportkommentator werden. "Ob es genug Zuhörer gibt, die sich den Schmarrn anhören wollen?", fragte sich Georg Kofler. "Aber da kannst du doch mithelfen!", spornte ihn Wöhrl an. "Dagmar, mein Schatz, aber die wollen doch 250.000 Euro von mir. Ich fang doch nichts an, wo ich in paar Jahren mal 20.000 Euro Profit habe. Dazu habe ich zu lange große Fernsehunternehmen geführt!"

Lasche Lashes oder was?

Magnetische Anziehungskraft herrschte dagegen bei Beauty-Queen Williams und "CB.LASH" aus Österreich: Friseurmeisterin Barbara "Babsi" Reiter und ihr Partner Christian Steiner stellten ihren magnetischen Eyeliner mit den passenden künstlichen Magnet-Wimpern vor. Williams bot 200.000 Euro - allerdings für stolze 50 statt der angebotenen 20 Prozent am Unternehmen. Deal!

"So laut hat noch nie einer beim Rausgehen geschrien wie die beiden!", stellte Carsten Maschmeyer schließlich fest. Er selbst wollte die Wimpern nicht testen, geschweige denn investieren: Von den Ist-Ergebnissen sei ihm "CB.Lash" noch zu "lasch", erklärte der Milliardär wortgewandt wie immer! Haha.

"Alter, was habt ihr für ein Netzwerk!"

Bleibt noch das Promi-Start-up "Music Traveler", eine Plattform, die Musiker mit einem Raum zum Musizieren verbinden soll: ob für Musikunterricht, Proben oder Aufnahmen. Geiger, Komponist und Dirigent Aleksey Igudesman, Ex-Pianistin Julia Rhee und Dominik Joelsohn zählen nicht nur Oscar-Gewinner Hans Zimmer zu ihren Investoren. Auch Billy Joel und John Malkovich gehören zu ihren Markenbotschaftern. "Alter, was habt ihr für ein Netzwerk!", lachte sich Frank Thelen ungläubig schlapp. Zudem gab es gleich ein Lob vom App-Papst: "Das sieht alles brutal hochwertig aus!"

Dennoch gab es keinen Deal mit "Music Traveler": Denn die Gründer wollten nicht nur 500.000 Euro für schlappe zehn Prozent der Firmenanteile (Kofler: "Ihr seid definitiv keine fünf Millionen wert!"), CEO Julia "brannte" Frank Thelen auch nicht genug: "Sie will die Firma verlassen! Sie will die nur hochschießen!", war sich der "Löwe" sicher.