"Immun gegen was?": Virologe sieht Herdenimmunität durch Omikron kritisch

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Die Omikron-Variante breitet sich zunehmend in Deutschland aus. Doch gleichzeitig sehen Expertinnen und Experten darin zunehmend die Chance auf ein Ende der Pandemie. Im "ARD-Morgenmagazin" gab Virologe Martin Stürmer seine Einschätzung der Lage.

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Im "ARD-Morgenmagazin" sprach Virologe Martin Stürmer über die Auswirkungen der Omikron-Variante in den kommenden Wochen. (Bild: ARD)

Es klingt zunächst einmal verlockend: Da sich die Omikron-Variante derzeit rasend schnell in Deutschland ausbreitet, könnte eine Herdenimmunität bald erreicht sein. Doch stimmt das wirklich? Darüber diskutierte Susan Link am Montag im "ARD-Morgenmagazin" mit dem Virologen Martin Stürmer.

"Ich befürchte, dass wir noch nicht am Ende der Fahnenstange sind, was die Zahlen angehen", dämpfte der Wissenschaftler die Erwartungen. "Die steigenden Inzidenzen, teilweise die Rekordwerte in den letzten Wochen sprechen ja für sich." Auch der Blick in die Nachbarländer offenbare, was Deutschland in den kommenden Tagen und Wochen noch erwarte.

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Die Chance auf eine flächendeckende Immunität durch Omikron wollte Stürmer ebenfalls nicht sehen: "Die Frage ist: immun gegen was? Ich bin mir noch nicht so sicher, ob eine Immunität nach einer Omikron-Infektion ausreicht, um gegen weitere Varianten geschützt zu sein." Problematisch sei vor allem, wenn die Omikron-Welle nun die ungeimpften Menschen über 60 erwische. Dennoch räumt Stürmer ein: "Omikron ist sicher ein Kandidat, der es möglich machen könnte, aber es ist noch nicht abschließend geklärt."

"Wir haben fünf Corona-Viren in unserer Geschichte, die komplett völlig harmlos sind"

Und wie sieht es mit der Hoffnung aus, dass Omikron immerhin für mildere Krankheitsverläufe sorgt? "Die Hoffnung ist natürlich da, dass wir über kurz oder lang solche Varianten kriegen", erklärte Stürmer. "Wir haben fünf Corona-Viren in unserer Geschichte, die komplett völlig harmlos sind, die wir schon sehr lange kennen." Auch Sars-CoV-2 könne sich in diese Richtung entwickeln. "Aber wir wissen noch nicht genug, wie sich Omikron bei Ungeimpften verhält. Das werden wir in den nächsten Tagen sehen", fügte der Virologe hinzu. Außerdem seien die Folgen von Long-Covid nach wie vor ungewiss.

Bestimmten Risikogruppen, deren dritte Impfung schon länger als drei Monate zurückliegt, rät der Experte zur vierten Impfung. Auch wenn der an Omikron-angepasste Impfstoff noch nicht verfügbar ist. Doch zumindest bei diesem Thema scheint Stürmer hoffnungsfroh zu sein: "In der Zukunft werden wir sicherlich keine Dreimonatsimpfung bekommen", schloss er.

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