In einer der instabilsten Regionen der Erde droht ein Atom-Fiasko

Business Insider Deutschland
Israelische Rakete, Naher Osten


Nein, ruhig geht es im Nahen Osten schon lange nicht mehr zu. Gerade haben türkische Soldaten mit Verbündeten die nordsyrische Stadt Afrin eingenommen. Weiter südlich, in Ost-Ghuta, stoßen Truppen des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad gegen Rebellen vor. Erst im vergangenen Jahr erlebte Libanon eine Regierungskrise. Und noch weiter südlich, in Jemen, tobt seit Jahren ein grausamer Bürgerkrieg, angeheizt von den Regionalmächten Saudi-Arabien und Iran. Jetzt könnten die Sorgen noch größer werden. Denn der Nahe Osten rüstet weiter auf.

Gleich mehrere Staaten wollen Nuklearenergie nutzen. Die Vereinigten Arabischen Emirate und der Iran sind dabei am weitesten. Sie haben bereits ein Atomkraftwerk. Andere wollen folgen: die Türkei, Saudi-Arabien, Ägypten und Jordanien. Der Westen verfolgt das mit großem Misstrauen. Immerhin steht die bedrückende Frage im Raum: Wollen die Länder die Atomkraft tatsächlich nur für zivile Zwecke nutzen oder basteln sie nicht doch früher oder später an einer Atombombe, wie es dem Iran jahrelang unterstellt wurde?

Trump könnte Iran-Deal platzen lassen

Beispiel Saudi-Arabien. Der Ölstaat will nach Informationen der „Süddeutschen Zeitung“ in den nächsten 30 Jahren 16 Atommeiler bauen. Die Saudis könnten zusätzliches Know-how über Nuklearenergie gut gebrauchen. Sollte der Iran doch eine Atombombe bauen wollen, könnte das Königreich umso leichter nachziehen. Aktuell ist das Thema allemal. US-Präsident Donald Trump spielte in jüngster Zeit mehrfach mit dem Gedanken, aus dem Atomabkommen mit Teheran auszusteigen. Der Deal soll verhindern, dass der Iran eine Atomwaffe entwickeln kann. Am 12. Mai läuft das Ultimatum ab, das das Weiße Haus den Vertragspartnern gesetzt hat. Entweder wird die Vereinbarung zur Zufriedenheit Trumps nachgebessert oder der Präsident lässt den Deal platzen. Ein nukleares Wettrüsten im Pulverfass Naher Osten könnte die Folge sein.

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