Japans Sexproblem ist so groß, dass die Regierung extreme Maßnahmen ergreift

Hillary Hoffower
In Japan werden zu wenig Kinder geboren.

In Japan werden nicht genug Kinder geboren. Die „demografische Zeitbombe“ in dem Land tickt. Das fing mit dem „Zölibat-Syndrom“, dem sogenannten Sekkusu Shinai Shokogun, an. Mehr und mehr Frauen und Männer in Japan geben in Umfragen an, nicht an Sex interessiert zu sein. Aber diese Enthaltsamkeit ist, wie das Wissensmagazin „Quartz“ berichtet, nicht der einzige Grund für die sinkende Geburtenrate. Auch die teure Kinderbetreuung, weniger Eheschließungen, ein diskriminierendes Arbeitsumfeld und zu wenig gute Arbeitsplätze spielen laut dem Bericht eine Rolle.

In Japan fehlen Zeit und Energie zum Kinder bekommen

Japan, das in diesem Monat seinen ersten G20-Gipfel in Osaka ausrichtet, hat laut Keisuke Nakashima, einem außerordentlichen Professor an der japanischen Kobe City University und Mitarbeiter am Global Aging Institute (GAI), eine extreme Arbeitskultur. Er sagte vor kurzem im Gespräch mit Business Insider, dass von Angestellten in Japan erwartet werde, dass sie bis spät in die Nacht arbeiten, rausgehen und mit Kollegen etwas trinken und für Karrierechancen möglicherweise landesweit oder ins Ausland umziehen würden.

„Wenn ihr Single seid, ist es schwer, einen guten und richtigen Partner zum Heiraten zu finden“, sagte Nakashima. „Wenn ihr verheiratet seid und bei beiden, beim Ehemann und der Ehefrau, die Arbeit so ist, ist die Wahrscheinlichkeit, ein Baby zu bekommen, gering.“ Es bleibe weder Zeit noch Energie. Wenn ein Paar ein Baby will, steht laut dem Experten meist die Frau vor einer Entscheidung: Weiterarbeiten oder den Job kündigen und ein Kind bekommen. Das müssten die Betroffenen abwägen.

In Japan könnte es zu einem Arbeitskräftemangel kommen

2014 fiel die Geburtenrate in Japan auf ein Rekordtief. Es kamen nur etwas mehr als eine Million Säuglinge zur Welt. Im selben Jahr starben 1,3 Millionen Japaner. Das bietet Grundlage für eine demografische Krise.

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