"Judas and the Black Messiah": Politisch engagiertes Kino

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Szene aus
Szene aus "Judas and the Black Messiah". (Bild: © 2021 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved)

Die Kinos feiern nach der pandemiebedingten Schließung ihr bundesweites Comeback - und haben gleich zu Beginn ihrer Wiedereröffnung mehrere Highlights zu bieten, die ausschließlich auf der Leinwand statt auf irgendeinem Streamingdienst debütieren. Neben dem als bester Film des Jahres mit dem Oscar prämierten Drama "Nomadland" gehört auch "Judas and the Black Messiah" zu den Must-see-Filmen, die seit dem 1. Juli im Kino laufen.

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Das Biopic von Regisseur Shaka King spielt in den 1960er Jahren und erzählt davon, wie der Schwarze Kleinkriminelle Bill O'Neal (Lakeith Stanfield) vom FBI auf die Black Panther Party in Chicago angesetzt wird, um die Gruppierung zu infiltrieren und deren Vorsitzenden Fred Hampton (Daniel Kaluuya) zu Fall zu bringen. Der spannende, auf wahren Begebenheiten beruhende Film arbeitet mit den Mitteln einer beliebten Untergattung des Kriminalfilms, die sich in erster Linie aus den Konflikten eines Undercover-Einsatzes speist und schon oft im Kino variiert wurde - etwa von Kathryn Bigelow in "Gefährliche Brandung" (1991) oder erst kürzlich von Spike Lee in "BlacKkKlansman" (2018), um nur zwei gelungene Beispiele von vielen zu nennen.

Ähnlich wie Spike Lee geht es aber auch Shaka King nicht nur um die Suspense-Momente, die seine packende Inszenierung zweifelsohne zu bieten hat. Der Film erzählt darüber hinaus vom Kampf gegen Rassismus und porträtiert auf kluge Weise das Vorgehen der Black Panther Party gegen das weiße Establishment. Damit wird "Judas and the Black Messiah", wie schon "BlacKkKlansman", zu politisch engagiertem Kino vom Feinsten, das mit den Mitteln des Kriminalfilms und anhand wahrer historischer Ereignisse einen unverkennbaren Bogen zu den heutigen Kämpfen gegen Rassismus und Polizeigewalt schlägt.

Aus dem starken Ensemble ragen vor allem Lakeith Stanfield und Daniel Kaluuya heraus, die seltsamerweise beide als Nebendarsteller statt Hauptdarsteller für den Oscar nominiert wurden, obwohl sie unbestreitbar im Mittelpunkt des Films stehen. Ausgezeichnet wurde schließlich Kaluuya, der den charismatischen Black-Panther-Vorsitzenden ebenso kämpferisch wie einfühlsam spielt und den Preis vollkommen verdient hat.

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