Keine Waffen für die Ukraine? Grünen-Politiker Hofreiter kritisiert "deutsche Arroganz"

Grünen-Politiker Anton Hofreiter plädierte bei "Markus Lanz" einmal mehr für eine militärische Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland. (Bild: ZDF)
Grünen-Politiker Anton Hofreiter plädierte bei "Markus Lanz" einmal mehr für eine militärische Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland. (Bild: ZDF)

Grünen-Politiker Anton Hofreiter und Friedensaktivist Lars Pohlmeier diskutierten bei "Markus Lanz" leidenschaftlich über Notwendigkeit deutscher Waffenlieferungen an die Ukraine. Hofreiter kritisierte den "kolonialen Blick" machner Deutscher. Sein Dikussionspartner schien bisweilen den Tränen nah.

Schafft es die Ukraine mit militärischer Unterstützung der Nato-Partner, den Krieg gegen Russland zu gewinnen? Oder verlängern deutsche Waffenlieferungen nur das Leid der dortigen Bevölkerung? Über diese Frage diskutierte Markus Lanz am Dienstag in seiner Talkshow einmal mehr mit seinen Gästen. Die entgegengesetzten Positionen besetzten dabei Grünen-Politiker Anton Hofreiter und Lars Pohlmeier, der Deutschlandvorsitzende von "Internationale Ärztinnen und Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges" (IPPNW), einer Organisation, die 1980 während des Kalten Krieges von Medizinern aus den USA und der damaligen Sowjetunion gegründet wurde.

Hofreiter plädierte dabei erneut vehement für die Lieferung schwerer Waffen: "Der Ukraine die Waffen vorzuenthalten, bedeutet nur, dass die russische Armee mehr und mehr Gebiete erobert", ist sich der Grünen-Politiker sicher. Nur mit schweren Waffen könne man verhindern, dass das russische Militär "mehr und mehr Zivilisten tötet, mehr und mehr Frauen vergewaltigen kann". Diese Ansicht teilt Lars Pohlmeier nicht. Der Mediziner ist überzeugt, dass "durch Waffenlieferungen der Konflikt länger unterhalten wird und dadurch das Leid vergrößert wird". Eine diplomatische Lösung sei "die einzige Lösung".

Der Mediziner Dr. Lars Pohlmeier fürchtet, dass deutschen Waffenlieferungen den Konflikt verlängerun und das Leid in der Ukraine vergrößern. (Bild: ZDF)
Der Mediziner Dr. Lars Pohlmeier fürchtet, dass deutschen Waffenlieferungen den Konflikt verlängerun und das Leid in der Ukraine vergrößern. (Bild: ZDF)

Hofreiter: Ukraine muss dem Aggressor standhalten

Dem widersprach Hofreiter nicht, auch er wünsche sich "absolut" eine Verhandlungslösung, erreichbar sei diese derzeit allerdings nicht. Deswegen sei es die Strategie der Bundesregierung, die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine zu stärken, "sodass sie dem Aggressor standhalten kann". Zudem verschärfe man das Embargo von russischen Öl- und Gaslieferungen, um Russland an den Verhandlungstisch zu zwingen: "Es hilft ja nicht, dass wir uns hier einig sind, dass wir verhandeln sollten. Das Problem ist, dass Putin nicht bereit ist zu verhandeln", erklärte Hofreiter.

Dass Verhandlungen derzeit außer Reichweite sind, diese Einschätzung teilte Pohlmeier. Dass man Putin militärisch zu etwas zwingen kann, glaubt er indes nicht: "Ich fürchte, dass die Ukraine den Krieg nicht gewinnen kann, weil Russland am Ende des Tages eine nukleare Option hat", sagt er. Er wünsche sich für die Menschen in der Ukraine, "dass sie in Frieden, Freiheit und Demokratie leben können. Was ich in der Ukraine sehe, bestürzt mich als Arzt", erklärte Pohlmeier, der aus seiner Verzweiflung keinen Hehl machte und während der Sendung immer wieder den Tränen nah schien.

Hofreiter äußert dabei durchaus Verständnis für Pohlmeiers Haltung. Auch er habe seine pazifistischen Positionen überdenken müssen, erklärte der Grünen-Politiker. Was ihn allerdings an manchen Äußerungen der Gegner von Waffenlieferungen störe, sei, "dass wir so tun, als ob wir wüssten, was das Beste für die Ukraine ist". Diese "deutsche Arroganz", der "koloniale Blick" sei unerträglich, erklärte Hofreiter.

Am Dienstagabend zu Gast bei Markus Lanz: (von links) Politiker Anton Hofreiter, Politikwissenschaftlerin Liana Fix, Friedensaktivist Lars Pohlmeier und Journalist Michael Bröcker. (Bild: ZDF)
Am Dienstagabend zu Gast bei Markus Lanz: (von links) Politiker Anton Hofreiter, Politikwissenschaftlerin Liana Fix, Friedensaktivist Lars Pohlmeier und Journalist Michael Bröcker. (Bild: ZDF)
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