Keller sieht "keine Königslösung" für Olympia

SPORT1, Sportinformationsdienst

DFB-Präsident Fritz Keller gibt sich in der Diskussion um eine Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio zurückhaltend. Er sehe keine "Königslösung", wird Keller auf der Homepage des Deutschen Fußball-Bundes zitiert.

Keller: Olympisches Fußballturnier wegen Corona "kaum vorstellbar"

Ein unbeschwertes Fußball-Fest sei für ihn allerdings "zum jetzigen Zeitpunkt kaum vorstellbar", sagte Keller und verwies auf die zuletzt "dramatischen Entwicklungen".

Deutschland hatte sich durch das Erreichen des Halbfinals der U21-EM 2019 zum zweiten Mal in Folge für Olympia qualifiziert. Sollten die Sommerspiele in den Herbst verschoben werden, könnte DFB-Trainer Stefan Kuntz zudem Probleme bei der Zusammenstellung des Kaders bekommen, da eine zeitgleiche Austragung der Bundesliga nicht ausgeschlossen ist.


Auch Kuntz nannte die zu treffende Entscheidung über die Ausrichtung "unglaublich schwer." Die Olympia-Teilnahme sei für ihn und die Spieler zwar "ein absolutes Highlight", sagte Kuntz: "Aber es muss natürlich gewährleistet sein, dass alle Teilnehmer - ob Sportler, Organisationsteam oder Zuschauer - keiner Gesundheitsgefährdung ausgesetzt sind."

Zwei Olympia-Teilnehmer fehlen noch - Teamarzt für sofortige Absage

Bislang stehen bei den Männern erst 14 von 16 Teilnehmern des olympischen Fußball-Turniers fest, da das Qualifikationsturnier für Nord- und Mittelamerika wegen der Coronakrise verschoben werden musste. Die deutschen Frauen, die 2016 in Brasilien noch die Goldmedaille geholt hatten, haben sich nicht qualifiziert.

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Wie Kuntz dachte auch Keller an die vielen "Sportlerinnen und Sportler, die über Jahre hinweg auf den Traum einer Teilnahme" hingearbeitet hätten. Da aber "eine ordentliche sportliche Vorbereitung" und damit die nötige Chancengleichheit aktuell nicht vorhanden sei, sehe er einen fairen Wettbewerb "eigentlich schon jetzt nicht mehr" als gegeben.

Der Teamarzt der deutschen U21 hält eine Verschiebung der Olympischen Sommerspiele derweil für unausweichlich. Er würde IOC-Präsident Thomas Bach "sagen, er soll es absagen - und zwar jetzt.

Persönlich kann ich mir nicht mehr vorstellen, dass wir die Kurve so schnell kriegen, um die Olympischen Spiele auch im olympischen Geist durchzuführen", sagte Jürgen Scharhag zu Sport1.