"Wie eine Kneipenschlägerei" - "Höhle der Löwen"-Neuling attackiert Ralf Dümmel scharf

Ute Nardenbach
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"Wie eine Kneipenschlägerei" - "Höhle der Löwen"-Neuling attackiert Ralf Dümmel scharf

Lange hielt sich der Neu-"Löwe" dezent im Hintergrund. Jetzt aber platzte Nils Glagau ordentlich der Kragen. Opfer seines Zorns: Handelsmogul und Deal-Sammler Ralf Dümmel ...

Da wäre Ralf Dümmel fast das Einstecktuch aus dem Sakko gefallen! Wer bekommt die meisten Deals in der "Höhle der Löwen"? Natürlich der Dümmel! Damit haben sich alle anderen Raubkatzen mittlerweile abgefunden. Man kann dem sympathischen Hamburger auch schwer böse sein. Doch Neuzugang Nils Glagau muckte nun mal so richtig auf und stellte in einer bösen verbalen "Kneipenschlägerei" die Geschäfts-Strategie des Handelsmoguls in Frage.

Bei dem lautstarken Schlagabtausch konnten auch die beiden anwesenden Gründer nur noch schweigen und mit den Ohren schlackern. "Es war wie eine Kneipenschlägerei auf hohem Niveau", erklärten Andre Sierek und Jan Stratmann von "BitterLiebe" später Moderator Amiaz Habtu. "Es war spannend zuzugucken. Hat gar nicht mehr aufgehört!"

Um die Sache ging es dabei nur nebensächlich, vielmehr wollten die beiden Alpha-Männchen ihr Revier markieren. "Ihr müsst in die Apotheke", erklärte Orthomol-Geschäftsführer Nils Glagau den Gründern, die die gesunden Bitterstoffe wieder zurück in die Ernährung der Menschen bringen möchten. "Es bleibt ein erklärungsbedürftiges Produkt. Das wär der beste Kanal. Nur Mass Markets halte ich für sehr gefährlich." Dagmar Wöhrl stimmte ihm zu. Die beiden wollten gemeinsam investieren.

"Lass uns das diskutieren!"

Einsatz Ralf Dümmel: Der kennt seinen Marktwert bei den Gründern und versprach süffisant passiv-aggressiv eine "ganz andere Größenordnung". Das war zu viel für Glagau. Der schoss zurück, und zwar gegen Dümmels Nahrungsergänzungsmittel "Veluvia" - das sei "kaputt". Das ließ sich der Meister natürlich nicht gefallen: "Nils, da musst du bei der Wahrheit bleiben! Lass uns das diskutieren! Wenn du die Story nicht detailliert weißt, halte ich die Aussage für gefährlich, dass es kaputt ist."

Judith Williams versuchte, die Streithähne zu beruhigen. Doch Glagau war nicht zu stoppen, äffte Dümmel sogar nach: "Ich bin in 20.000 Apotheken. Ich bin in 4.000 LEHs!", tönte er und verteidigte dann seine Strategie: "Man baut liebevoll eine Marke auf. Man stellt es nicht ins Regal - und wenn es nicht läuft, ist es raus."

Wenn zwei sich streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Das war in dem Fall Judith Williams. "Jeder von uns Löwen ist wunderbar", strahlte sie. "Nur die Strategie ist manchmal anders." Mit 200.000 Euro für 20 Prozent ging der Deal an sie. Doppelt bitter für Dümmel und Glagau.

Abgeschminkt!

Einen äußerst schweren Stand hatte auch Jennifer Lapidakis aus Mannheim. Die Gründerin wollte ihre "STRONG Fitness Cosmetics" präsentieren. Doch nicht nur Judith Williams fehlte auf dem Podium. Es war gar keine Frau vertreten. Fünf Herren und Kosmetik - da ging die Fragerei schon vor dem Pitch los. "Warum muss ich mich überhaupt schminken, wenn ich Sport mache?", fragte sich Frank Thelen. "Weil viele Damen im Fitnessstudio hübsch bleiben wollen!", wusste Georg Kofler.

Mehr Fachwissen konnte Jennifer Lapidakis leider nicht voraussetzen: "Was war das, Mascara? Was ist das?", hakte Carsten Maschmeyer verunsichert nach, als die Gründerin ihre schweißfesten Produkte vorstellte. "Wimperntusche!" Sag das doch! Erwartungsgemäß musste die Dame ohne Deal nach Hause gehen. Georg Kofler machte ihr zwar ein Angebot, wollte für 500.000 Euro aber 25 statt der gewünschten zehn Prozent am Unternehmen.

Der alte Mann und die Straße

Auch "JayKay" aus Kressborn am Bodensee fanden keinen Investor. Dabei hatten sie mit ihrer "weltweit ersten elektrischen Longboardachse" doch genau das Richtige Produkt für Frank Thelen im Gepäck. Der war glücklicherweise nicht nur da, sondern stellte sich auch direkt als Test-Fahrer zur Verfügung. "Willst du dich nicht festhalten, Frank, an jemandem?", sorgte sich Judith Williams.

Ach was! "Ich komm' vom Skateboarding, von der Straße und von der Rampe", erklärte der - und fuhr zielsicher gegen die Ausgangstür der "Höhle". Nur ganz knapp landete der "etwas ältere Mann" nicht auf dem Hosenboden. "Bring dich nicht um!", entfuhr es der "Löwin". Dass der Tekkie nicht investierte, lag aber schließlich an der schlechten Skalierbarkeit. Mit einem Preis von 2.000 Euro bediene "JayKay" einen "Nischen-Nischen-Markt".