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Der "Koma-Killer" aus dem Darkroom: Netflix rekapituliert eine spektakuläre Mordserie in Berlin

Die Spurensicherung hat alle Hände voll zu tun, aber sie kommt im Fall des Berliner "Komakillers" lange nicht weiter, wie die Netflix-Serie "Crime Scene Berlin: Nightlife Killer" rekapituliert. (Bild: © 2024 Netflix)
Die Spurensicherung hat alle Hände voll zu tun, aber sie kommt im Fall des Berliner "Komakillers" lange nicht weiter, wie die Netflix-Serie "Crime Scene Berlin: Nightlife Killer" rekapituliert. (Bild: © 2024 Netflix)

Auf der Couch ist man in Sicherheit: Netflix zeigt mit der sensationsheischenden Doku "Crime Scene Berlin: Nightlife Killer" einen bedilderten True Crime-Podcast in drei Akten.

Komakiller nannte ihn der Boulevard: Vor mehr als zehn Jahren treibt ein Serienmörder in Berlin sein Unwesen. Er betäubt seine Opfer mit K.o.-Tropfen, raubt sie aus und tötet sie. Drei Menschen aus der queeren Szene Berlins sterben, die Ermittler stehen unter gehörigem Druck. Der atemberaubende Fall macht bundesweit Schlagzeilen: Netflix rekapituliert ihn ab 3. April in der dreiteiligen Serie "Crime Scene Berlin: Nightlife Killer" - einer Art Bild gewordenem True Crime-Podcast.

"Das ist einer der Fälle, bei denen ich das Gefühle hatte, da ist ein Monster unterwegs", erinnert sich die Staatsanwältin in der ersten der drei knapp 40-minütigen Episoden, in denen die Ereignisse minutiös aufgerollt werden. Wo wird das noch hinführen? Wer ist das nächste Opfer? - Die Hysterie war damals groß.

Die Polizei steht lange vor einem Rätsel, der Pathologe kommt nicht weiter, die Staatsanwaltschaft weiß nicht, wie sie den Fall einordnen soll: Man schaut den Ermittlern rückblickend bei einer Arbeit zu, die so gar nichts mit der meist geschmeidigen "Tatort"-Welt zu tun hat.

Ermittler Andreas Voges steht lange vor einem unlösbaren Rätsel. (Bild: © 2024 Netflix)
Ermittler Andreas Voges steht lange vor einem unlösbaren Rätsel. (Bild: © 2024 Netflix)

Hilflosigkeit, Wut und Unterhaltung

Erst als ein Opfer überlebt, kommen die Ermittler dem Täter auf die Schliche. Ihm "ging es um das Gefühl, etwas Verbotenes zu tun", wird aus den Akten zitiert. "Dann hatte ich die verrückte Idee, es noch einmal zu probieren."

Und dann sind da noch die ganz persönlichen Erinnerungen von Ermittlern, Zeugen und Hinterbliebenen der Opfer. Man spürt die Zweifel, die Hilflosigkeit, die Wut - vor allem als nach dem ersten Opfer noch zwei weitere Männer aus dem Homosexuellen-Milieu sterben.

Es ist ein eigentümlicher Mix aus Fakten und Emotionen mit einem für Fans des Genres unbestrittenen Unterhaltungsfaktor, der True Crime-Formate im Allgemeinen extrem erfolgreich macht. Ein Rezept, das auch "Crime Scene Berlin: Nightlife Killer" anwendet. Man kann aus sicherer Entfernung mitfiebern - und weiß sich dabei auf der Couch in Sicherheit.

Vor Ort ist man irgendwie trotzdem, das wird dem Publikum durch zahlreiche nachgestellte Szenen sehr eindringlich vermittelt. Warum sich diese vor allem auf schummrige Gänge und Räume in Berliner Schwulenbars konzentrieren? Sex sells, und ein bisschen Anrüchigkeit kann dem Erfolg eines True Crime-Formats auch nicht schaden.

Erst als ein Opfer des Komakillers überlebt, kommen die Ermittler dem Serienmörder auf die Schliche. (Bild: © 2024 Netflix)
Erst als ein Opfer des Komakillers überlebt, kommen die Ermittler dem Serienmörder auf die Schliche. (Bild: © 2024 Netflix)