KZ-Überlebender vergleicht Trumps Abschiebepolitik mit NS-Zeit

Festnahme eines illegalen Einwanderers (Bild: U.S. Immigration and Customs Enforcement via AP)

Ganz im Sinne Donald Trumps geht die amerikanische Einwanderungsbehörde U.S. Immigration and Customs Enforcement (ICE) derzeit massiv gegen illegal in die USA eingewanderte Menschen vor. Gegen die Abschiebepolitik regt sich wachsender Widerstand, zumal die Betroffenen zuvor oft seit Jahren geduldet waren und sie vielerorts als vollwertige Mitglieder der Gemeinschaft angesehen werden.

Hitzig ging es auch bei einer Diskussionsrunde in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento zu, an der der amtierende ICE-Chef Thomas Homan und Sheriff Scott Jones teilnahmen. Die Debatte wurde durch Proteste unterbrochen, und auch die Wortmeldungen aus dem Publikum fielen oft kritisch aus. Besonders eindrücklich war der Auftritt des 87-jährigen KZ-Überlebenden Bernard Marks, der Trumps Politik mit der Nazi-Zeit verglich:

“Als ich ein kleiner Junge in Polen war, wurde ich von den Nazis verhaftet, nur weil ich Jude bin. Allein aus diesem Grund wurde ich von meiner Familie getrennt, die in Auschwitz ausgelöscht wurde. Und ich habe Auschwitz und Dachau überlebt. Ich habe fünfeinhalb Jahre in Konzentrationslagern verbracht, aus einem einzigen Grund: Weil bestimmte Menschen schikaniert wurden.”


Marks ging hart mit Sheriff Jones ins Gericht, dem er die Unterstützung des Vorgehens der ICE vorwarf: “Wir haben Sie zum Sheriff dieses Bezirks gewählt, nicht zum Sheriff von Washington DC. Es ist an der Zeit, dass Sie sich auf die Seite der Menschen hier stellen. Und wenn dieser Gentleman (gemeint ist Homan) sich hier hinstellt und sagt, dass er keine Menschen verfolgt, sollte er die heutige ‘Sacramento Bee’ (lokale Zeitung) lesen. Denn dort ist heute zu lesen, dass das oberste Gericht von Kalifornien sich dagegen wehrt, dass die ICE hierherkommt und Menschen von den Gerichtshöfen abholt. Erzählen Sie mir nicht, dass das eine Lüge sei. Wir stellen uns dem entgegen, Mr. Jones, vergessen Sie das nicht. Die Geschichte ist nicht auf Ihrer Seite.”

Richterin Tani Cantil-Sakauye hatte zuvor in einem Brief an das Justizminsterium gegen die Praxis der ICE protestiert, Migranten bei Gerichtsterminen aufzulauern, um sie zu verhaften.

Hamon und Jones verteidigten das scharfe Vorgehen gegen Einwanderer im Verlauf der Diskussionsrunde damit, dass sie lediglich geltendes Bundesrecht umsetzen würden.

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