Letzter Tatort vor der Sommerpause: Sibel Kekilli sagt zum Abschied leise Servus

Für Sibel Kekilli war es der letzte Tatort, für Axel Milberg geht es im Herbst weiter. (Bild: dpa)


Die Zahl des Abends lautete 14. Als am Sonntagabend der letzte Tatort vor der Sommerpause lief, war es für Sibel Kekilli die 14. Folge, in der sie als Kommissarin Sarah Brandt in Kiel ermittelte. Für Axel Milberg dagegen, der den eigenbrötlerischen und wortkargen Klaus Borowski gibt, war es bereits das 14. Jahr in dieser Rolle. Doch während es für den altgedienten Milberg kommende Saison weitergeht, war die Episode „Borowksi und das Fest des Nordens“ für Kekilli die letzte.

Nachdem bereits vor drei Jahren für Kekilli Schluss bei der US-Serie „Game of Thrones“ war, verabschiedet sich die mehrfach ausgezeichnete Schauspielerin vorerst nun auch aus dem deutschen TV. Die letzte Folge für Kekillis Ermittlerin Sarah Brandt thematisiert die Eröffnung der Kieler Woche. Während sich auf die ganze Stadt auf das Großereignis vorbereitet, bekommen es die beiden Ermittler mit einem äußerst merkwürdigen Mordfall zu tun.

In einer leer stehenden Wohnung scheint sich ein Mord ereignet zu haben. Eine Frau liegt tot in einer Ecke. Gleich am Tatort stellt Borowski, schlecht gelaunt wie eh und je, seine erste These in den Raum – ein Beziehungsdrama: „Sie hat ihn genervt, da hat er ihr das Licht ausgeknipst.“ Von da an stehen weniger die Mordermittlungen im Vordergrund als die Meinungsverschiedenheiten der beiden Kommissare Borowski und Brandt.

Mit einer Ästhetik, die an Trostlosigkeit selbst schwerlich von Skandinavien-Krimis übertroffen wird, folgt der Tatort den üblichen Mustern: Das Abklappern der Verdächtigen, die Gespräche auf dem Revier, und – typisch für viele deutsche Produktionen – der im Gegensatz zu US-Krimis übersteigerte Konflikt der Ermittler. Und zwar sowohl mit sich selbst als auch untereinander. Zum Schluss ein Anti-Happy End: Brandt und Borowski schreiten wortlos zu einer Beerdigung, eine gesonderte Abschiedsszene für die entschwindende Kekilli gibt es nicht.


Fazit: Statt guter Unterhaltung bekam der Zuschauer einen schweren Kunstfilm geboten. Der Täter war schon von Beginn an bekannt, die Bilder wackelten wie bei einem alten Dogma-Film aus den 90er-Jahren und die Schnitte wirkten an einigen Stellen handwerklich etwas grob. Zudem waren einige Bilder des Kieler Tatorts fast schon unnötig hart, worüber sich so mancher Tatort-Fan auf Twitter beschwerte. „Wieso so brutal?“ fragte ein User. Und ein anderer schrieb: „Viel zu brutal. Will kein reality TV sondern einen unterhaltsamen Krimi.“

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