Linsen, Bohnen und Glitzernagellack: Wie man Ware beim Versand vor Fremdzugriff schützt

·Freie Autorin

Das Thema Datenschutz wird heute vorwiegend auf digitaler Ebene diskutiert, doch Übergriffe gibt es auch auf ganz direktem Wege an der Hardware selbst, beispielsweise auf dem Versandweg. Um Waren und Daten unterwegs zu schützen, gibt es eine effektive Methode namens Random Mosaic - und die funktioniert mithilfe von Hülsenfrüchten oder Glitzernagellack.

Einfach in die Packung? Für ordentlichen Datenschutz reicht das nicht (Symbolbild: Getty Images)
Einfach in die Packung? Für ordentlichen Datenschutz reicht das nicht. (Symbolbild: Getty Images)

Schon seit jeher schützen Menschen ihre geheimen Informationen mit Siegeln. Früher waren es wächserne Siegel auf Briefen, heute sind es Sicherheitssiegel beim Versand wertvoller Gegenstände oder sicherheitsrelevanter Hardware. Doch diese Siegel lassen sich ganz leicht fälschen und sind damit keine Garantie, dass sich auf dem Versandweg, wenn man sich beispielsweise ein Notebook bestellt oder sein Smartphone zur Reparatur schickt, niemand an der Ware zu schaffen gemacht hat.

Dem Portal "netzpolitik.org" zufolge gibt es in der US-Sicherheitsbehörde NSA sogar angeblich eine eigene Abteilung, die Pakete mit Hardware wie Servern oder Routern öffnet, die Geräte aufschraubt und darin Überwachungssender implantiert.

Ware und Daten schützen mit Random Mosaics

Wie also kann man seine Ware schützen? Das Stichwort lautet Random Mosaic. Darunter vereinen sich mehrere Methoden, die Cybersicherheits-Expert*innen und auch einige Unternehmen längst verwenden.

Wörtlich übersetzt heißt das "zufälliges Mosaik", und genau darin steckt der Sicherheitsaspekt des Systems: Anstatt eines vorgefertigten Siegels oder Aufklebers, die sich replizieren lassen, wird ein zufälliges Muster geschaffen, das sich kaum nachbilden lässt - und damit unbefugten Zugriff sofort erkennen lässt.

Random Mosaic mit Glitzernagellack

Ein Beispiel hierfür ist die Nagellack-Methode. Diese ist besonders effektiv, wenn man verhindern möchte, dass ein Gerät aufgeschraubt wird. Sie wurde unter anderem von den Journalist*innen verwendet, die die Panama Papiere ausgewertet haben.

Hierbei wird großblättriger Glitzernagellack - idealerweise einer mit unterschiedlichen Größen und Farben der Glitzerpartikel - auf den Schrauben eines Gerätes aufgetragen und das dabei entstandene Muster bildlich festgehalten. Stimmt es bei der Ankunft des Pakets nicht mit dem ursprünglichen Muster überein, wurden die Schrauben womöglich geöffnet und die Glitzerschicht dabei beschädigt.

Glitzernagellack mit groben Glitzerpartikeln schafft ein komplexes Muster (Bild: Getty Images)
Glitzernagellack mit groben Glitzerpartikeln schafft ein komplexes Muster. (Bild: Getty Images)

Das Portal "dys2p.com" hat bei einem Selbstversuch allerdings festgestellt, dass sich in Feinarbeit mit Stecknadeln ein solches Muster wiederherstellen lassen könnte - eine hundertprozentige Sicherheit bietet diese Methode also nicht, ist aber deutlich effektiver als Aufkleber.

Random Mosaic mit Lebensmitteln

Noch sicherer ist die Lebensmittel-Methode. Hierbei werden nicht nur einzelne Schrauben gesichert, sondern das ganze Gerät, indem es in einem mit verschiedenfarbigen Linsen, Bohnen oder Reiskörnern gefüllten Vauumbeutel verpackt wird.

Auch mit verschiedenfarbigen Hülsenfrüchten lässt sich ein Muster schaffen, das in einem Vakuumbeutel fixiert werden kann (Symbolbild: Getty Images)
Auch mit verschiedenfarbigen Hülsenfrüchten lässt sich ein Muster schaffen, das in einem Vakuumbeutel fixiert werden kann. (Symbolbild: Getty Images)

Hierfür mischt man beispielsweise rote Linsen und schwarze Belugalinsen miteinander und füllt sie in einen Vakuumbeutel. Dann gibt man das Gerät hinzu, sodass es komplett von den Linsen bedeckt ist. Dann den Beutel mit Vakuum so verschließen, dass die Linsen nicht mehr verrutschen können - auf diese Weise entsteht ein einzigartiges Muster, das sofort unwiederbringlich verschwinden würde, wenn der Beutel geöffnet werden würde.

Dieses sollte ebenfalls fotografiert werden, idealerweise von allen Seiten. Neben Linsen eignen sich freilich auch verschiedenfarbige Bohnen, Erbsen, eine Mischung aus Reis und Wildreis oder andere trockene Körner. Sie sollten nur nicht zu fein sein, sodass kein klares Muster erkennbar ist oder das Gerät Schaden nimmt - bunter Sand eignet sich also nicht.

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