Lügen der Lebensmittelindustrie: Salami – Schnell und günstig durch chemischen Beschleuniger

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Eine Salami-Platte. Ist die Wurst natürlich gereift oder wurde nachgeholfen? (Bild: Getty Images)

Salami ist eine der beliebtesten Wurstsorten der Deutschen. Im Supermarkt sind unzählige Sorten zu finden. Nicht selten sind sie besonders günstig und trotzdem geschmacksintensiv. Für die Massenproduktion der Rohwurst greifen die Hersteller allerdings zu einem chemischen Beschleuniger – das dürfte den meisten Kunden übel aufstoßen.

Je länger eine Salami nach der Herstellung trocknen und reifen kann, desto intensiver wird ihr Geschmack. Auch die Festigkeit der Wurst steigt mit ihrer Reifezeit. Eine italienische Salami braucht für ihr typisches Aroma schdenken sich die Hersteller , die ihre Ware möglichst bald in den Läden sehen wollen, denn Zeit ist Geld.

Also greifen viele Rohwust-Hersteller zu chemischen Beschleunigern, um die Reifung der Salami möglichst schnell in Gang zu bringen und ihr die typische Röte zu geben. Dafür wird besonders häufig der Zusatzstoffe Glucono-delta-lacton (E 575) eingesetzt. Dieser „ist ohne Höchstmengenbegrenzung in vielen Lebensmitteln zugelassen“, erklärt Sabrina Schulz der Verbraucherzentrale Berlin.

„Durch den Einsatz von E 575 kann der Reifeprozess verkürzt werden. Die Wurst wird dann beim Hersteller kürzer gelagert und getrocknet und gelangt schneller in den Handel,“ fasst Schulz zusammen. Doch wie steht es mit der Verträglichkeit solcher Reife-Booster? Zwar werde E 575 als nicht gesundheitsgefährdend eingestuft, doch „wird Glucono-delta-lacton in sehr hohen Mengen aufgenommen, so kann es zu Durchfall kommen.“ Allerdings könne diese Menge beim üblichen Verzehr kaum erreicht werden.

Schlussendliich braucht die Salami nur 48 Stunden und nicht vier Wochen wie beim Metzger. Der Reifebeschleuniger ist zwar gesundheitlich unbedenklich, doch die beschleunigte Produktion geht in jedem Fall auf Kosten des Geschmacks.

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