Macron: Trotz Ukraine-Konflikts Umweltschutz nicht vernachlässigen

LISSABON (dpa-AFX) - Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat auf der zweiten Ozeankonferenz der Vereinten Nationen Europa und die Weltgemeinschaft dazu aufgerufen, ungeachtet des Krieges in der Ukraine den Umweltschutz nicht zu vernachlässigen. Die Deadline zum Erreichen der Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda 2030 rücke "sehr nahe", warnte er am Donnerstag in einer Rede auf der Plenarsitzung der Tagung in Lissabon.

Die UN-Ozeankonferenz sei sehr wichtig, um die Gesellschaften zu mobilisieren, erklärte der französische Staatschef, der kurz zuvor am Donnerstag noch am Nato-Gipfel in der spanischen Hauptstadt Madrid teilgenommen hatte. "Unser Engagement muss total und kollektiv sein", forderte er. Anschließend kündigte Macron die gemeinsame Kandidatur Frankreichs und Costa Ricas zur Ausrichtung der nächsten UN-Ozeankonferenz im Jahr 2025 an.

Rund 30 Staats- und Regierungschefs, weitere Politiker sowie Wissenschaftler und Vertreter von Unternehmen und Nichtregierungsorganisationen diskutieren seit Montag in Lissabon über den Meeresschutz. Es geht unter anderem darum, wie die von Vermüllung, Überfischung, Klimawandel und Versauerung zunehmend in Mitleidenschaft gezogenen Ozeane besser geschützt und möglichst nachhaltig genutzt werden können.

Zum Abschluss der Tagung soll am Freitag eine "Erklärung von Lissabon" veröffentlicht werden. Bindende Beschlüsse und Abkommen soll es allerdings nicht geben. Die UN-Konferenz soll in erster Linie dazu dienen, mehr und konsequentere Maßnahmen der Länder anzustoßen und eigene Maßnahmen vorzustellen und zuzusagen.

Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne) wollte auf der Tagung der Weltgemeinschaft die bereits Anfang des Jahres angekündigte Meeresoffensive für Deutschland präsentieren, zu deren Maßnahmen unter anderem eine verbindliche nationale Meeresstrategie und die Benennung eines Meeresbeauftragten der Bundesregierung gehört.

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